Dienstag, 23. September 2008

In der Zeitung stand gestern,dass Inger Nilsson,die Filmdarstellerin von PIPPI LANGSTRUMPF sich von der Rolle distanzieren möchte. Sie ist eine erwachsene,reife Frau und hat mit der Pippi nichts mehr zu tun.
Was für eine Enttäuschung!!!

Offensichtlich hat sie nicht verstanden, dass Astrid Lindgren mit der Pippi Langstrumpf einen Archetypus lebendig werden ließ,der in jedem Menschen steckt, unabhängig von Alter und Geschlecht.
Die Pippi,das ist das Kind in uns allen,eine Energie,die entdeckt und gelebt werden will.
Das sieht Inger Nilsson nicht so,sie möchte als Schauspielerin Rollen von behäbigen fünfzigjährigen Kommisarinnen und anderen seriösen Figuren.
Astrid Lindgren hat die Pippi in sich leben lassen: noch als fast Achtzigjährige soll sie mit einer Freundin auf einen Apfelbaum geklettert sein.

Montag, 22. September 2008

Scharfsicht am Montagmorgen.
Ich bin kuurzsichtig.Alles was nicht weiter als einen Meter von meinen Augen entfernt ist, wird mit Adlerschärfe, mit Lupenaugen wahrgenommen.
Schön beim Zeichnen ,Lesen und Hantieren mit Mikroteilen.
Oft schon hab ich Leuten im Supermarkt die Aufschrift auf der Packung vorgelesen.

Der Rest der Welt verschwimmt in poetischem Weichzeichner.
Neuerdings hab ich so eine Brille,die randlos ,unspürbar und fast unsichtbar ist (raffinierterweise sind die dünnen Drahtbügel kupferfarben wie mein Haar)

Und heute morgen sehe ich:das grantige Gesicht von meinem morgenmuffeligen Mann(ich hätte lieber weiterhin geglaubt er würde lächeln),meine Lieblingskatze einen schönen toten Singvogel aus dem Garten tragen (ich hätte mir lieber eingebildet das Etwas wäre eine Maus),ich sehe meinen Mitarbeiter in einem über und über befleckten und schmutzigen Arbeitsanzug(am Montagmorgen!) und die Bäckereiverkäuferin hat keine Perle,sondern einen Pickel an der Nase!
So jetzt und reichts mir,ich nehm das Ding wieder ab und setz
es nur noch zum Autofahren auf.

Dienstag, 16. September 2008

am Wochenende tat ich das: Bewirtung und Service im Festzelt eines Seglerclubs bei dem ich neuerdings Mitglied geworden bin.
Eine lustige Erfahrung,nachdem es mir über vierzig Jahre gelungen war,mich erfolgreich vor jeglichem Vereinsaktivitäten zu drücken.Ich hab volle und leere Bierkrüge geschleppt,zweihundert Butterbrezeln geschmiert ,hundert Portionen Gulasch ausgegeben und nette Menschen kennengelernt, insbesondere zwei ebenfalls dort arbeitende Frauen.
Mein Knie ist natürlich wieder dick angeschwollen aber ansonsten hat mir die Aktion nicht geschadet.
Ich stelle fest,dass in diesem Seglerclub ne Menge Originale gibt(schwäb.=authentische Charaktertypen) und willige ein, unser altes Riesenwohnmobil, liebevoll BusHaus genannt gegen ein mittelgroßes älteres aber gepflegtes Segelschiff mit Kunststoffrumpf und Wasserliegeplatz zu tauschen.
Das ist seit Jahren der Herzenswunsch meines Mannes und eigentlich nicht erfüllbar gewesen,
und konnte jetzt nur durch das Auftreten und die Unterstützung eines alten und sehr einflußreichen Freundes plötzlich wahr werden.
Das BusHaus war in jahrelanger Kleinarbeit von uns beiden vollgestopft worden mit Klamotten,Unrat ,Hausrat und Konserven.
Ich hab' fast eine Nervenkrise gekriegt als plötzlich Käufer da standen,die es- leer natürlich- mitnehmen wollten...und so saß ich nach zwei Stunden ausräumen auf einem unsäglichen Haufen Unrat in meinem Büro, hatte wieder mal keine Zeit mich von dem schönen Mobil zu verabschieden, das nun einfach weggefahren wurde und nur die Erinnerung an so viele schöne Urlaube und Ausfahrten zurück gelassen hat.

Donnerstag, 11. September 2008



Altweibersommer
Vorgestern zischte ich mit Zimtsternchen zu den Moorseen,ein Altweibersommertag wie aus dem Bilderbuch.Er ist sehr wasserscheu und ich war stolz darauf ,ihn überumpelt und seinen flotten Trab erfolgreich durch mehrere Pfützen gelenkt zu haben.
Blöderweise konnte ich nicht genug kriegen von diesem Spiel-er schon -und so überquerte er die letzte Pfütze mit einem mächtigen Sprung.
..den konnte ich nur abfangen indem ich mein marodes Knie kurz fehlbelastete,es machte leise "Blopp" und war dann wieder eingekugelt.

Mir wurde gleichzeitig schwarz schwach und übel und ich hatte keinerlei Kraft mich auf dem Pferd zu halten...andererseits absteigen und acht Kilometer zum Stall hüpfen humpeln..oder mich mit dem Auto holen lassen...und das Pferd..?
Ich beschloß Zimtsternchen zu vertrauen.Er musste mich heimtragen,langsam und sachte.
Als ich mich entspannte ,schüttete mein Körper Endorphine aus,noch und nöcher.
Diese Glücksgefühle nach den Schmerzen kamen mir richtig abartig vor.

Der Mittwoch war dann ein Heul-und Humpeltag.
Das Knie doppelt so dick und ich musste doch an den Bodensee fahren,die angebotene Wohnung angucken.
Die Wohnung war obermuffig,in einem Urgroßelternhaus wo keiner Lärm machen darf und es nach Reinungsmitteln riecht.Die Einrichtung,die erstmal mit übernommen werden müsste so grauenvoll ,dass ich es nicht eine Minute dort aushalten würde!
Irgendwie machte mich die klare Erkenntnis,dass das nichts für uns ist ,stark und fröhlich.
Selten war ich so einig mit meinem Mann!
Gestern abend erhielt ich dann noch eine Bestrahlung von dem experimentellen Magnetfeldtherapiedings,das mein Mann gebaut hat, und heut kann ich wieder fast unbehindert laufen.
"Du musst dir einfach angewöhnen ,diese Knieschiene mit der gleichen Selbstverständlichkeit
beim Reiten zu tragen wie du auch den Sturzhelm aufsetzt!" riet meine kluge Tochter mir und ich werde mal wieder seufzend gehorchen.

Samstag, 6. September 2008


Hermine gießt den Garten.

Gestern traf ich den Schwiegervater zufällig in der Stadt.
Da er hungrig war und uns alle ständig mit seinem Übergewicht, bezw. mit dem Wunsch, letzteres zu reduzieren nervt,empfahl ich ihm :"Hol dir doch da drüben was ,an der Salattheke!"
Er holte sich: Wurstsalat,Nudelsalat ,Eiersalat,Heringsalat und Kartoffelsalat und sah sehr zu-frieden aus.

Donnerstag, 4. September 2008


Ich bin mit meiner jahrzehntealtenBeziehungs-und Familienkiste nicht en vogue in meiner individualistischen und emanzipierten Welt.
Mein Freundinnenkreis besteht mindestens zur Hälfte aus Singlefrauen und der Rest hat es sich zur Angewohnheit gemacht, sich grundsätzlich kritisch- lustig- spöttisch- unzufrieden über ihre "bessere Hälfte" und ihre Familie zu äußern.
Ich möchte nicht diskutieren ob Kritik oder Spott in den Leben dieser Frauen angebracht sind oder vielleicht sogar ein notwendiges Ventil darstellen.
Selbst habe ich vor einiger Zeit aufgehört die Existenz und den Sinn meiner Partnerschaft und Familie in Frage zu stellen und mich gleichzeitig auch dem allgemeinen Geschwätz vom Ärger mit der lieben Familie entzogen.
Wie in anderen Dingen des Lebens auch, wirkte es sich innerhalb der Beziehungen positiv und harmonisierend aus wenn ich ganz bewußt begeisterte Erwartungen und Energien einsetze.

Dienstag, 2. September 2008

Immer noch im Ereignisstrudel.Gestern hat mir eine Frau eine Wohnung in dem Ort angeboten,
in dem ich mich am liebsten aufhalte. Die Wohnung wäre so billig,dass ich sie durch Mieteinnahmen finanzieren könnte. Die Frau ist Hunde- und Pferdeliebhaberin und lebt in Amerika im gleichen Ort ,wo ich vor über 20 Jahren mal kurz gelebt hatte-wir hatten also gleich 'nen heißen Draht zueinander.
Leider verbindet mein Mann ganz andere Zukunftspläne mit dem möglichen Kauf dieser Wohnung-er will dann Haus und Geschäft hier aufgeben und mit mir in einer Zweizimmerwohnung am See leben.Hilfe!!(abgesehen davon,dass dann Kinder,Hunde,Pferde,Katzen und der hallenweise zusammengetragene Plunder hier woanders unterkommen müsste....)
Das hat mir heut' Nacht den Schlaf geraubt!
Seltsamerweise kommt mit dem Morgengrauen mein normaler Optimismus wieder durch und ich entscheide: wenn er das mit der Wohnung gleich wieder zur Schicksalsfrage macht,dann lass ich's lieber!!!

Montag, 1. September 2008

Im Strudel ständiger Veränderungen.Nichts bleibt, alles wandelt sich ständig,die Ereignisdichte ist fast unerträglich.
Wenige Tage nach Vaters Tod musste ich einen meiner Hunde einschläfern lassen,er war schon sehr lange sehr krank -trotzdem tat es mir sehr weh, denn er war mein ganz besonderer Liebling und hat mich nie ohne einen " Extrabussi" weggehen lassen.
Dann ist es seit einigen Tagen hochoffiziell dass mein Sohn im März nach Japan gehen wird,erst heute brachte DHL ein Dokument mit japanischen Schriftzeichen.
Meine mütterliche Hoffnung,dass der Bub ja nach einem Jahr zurückkommen könnte ,falls er es nicht aushält, hat sich auch zerschlagen:er geht mit seinen japanischen Wohltätern eine Art Vertrag ein,und muss sein Wort geben,dass er mindestens fünf Jahre dort studiert-würde er abbrechen hätten seine Fürsprecher dort ein Problem.
Er will natürlich gar nicht abbrechen,das war nur mein persönliches Hintertürchen.
Ich seh ein dass es eine großartige Chance für ihn ist,aber Abschied nehmen tut sehr weh!!!
Zimtsternchen und seine Freundin sind vor dem Urlaub in einen Bauernhof in der Nähe unserers
Geschäfts umgezogen-wie immer während der Sommerferien.
Dieses Jahr hab' ich allerdings beschlossen,die beiden noch für einige Monate dort zu lassen und meine Ausritte auf die Mittagspause zu legen.
Es bedeutet weniger Arbeit morgens und abends daheim ,aber auch kein Begrüßungsgewieher mehr wenn ich heimkomm'.Richtig ausgestorben ist mein daheim,denn die beiden Hunde kommen tags mit ins Geschäft in ihren Auslauf.
Einzig die Reitgegend hier versöhnt mich: alles gepflegte Graswege auf denen wir fetzen können, zauberhafte Heidelandschaften,einsame Moorseen-alles in der Mittagspause erreichbar
auch hier ist ein Naturschutzgebiet,auch hier treffe ich meist keinen Menschen.
Das Herbstgeschäft hat angefangen und ich beginne bereits die Wochenendevents vorzubereiten.Nach langjähriger Erfahrung betreibe ich einen absolut minimalistischen Aufwand und versuche wirklich nur die Leute mit meiner Werbung anzusprechen,die meine Kunden werden können und meine Produkte auch brauchen.
So stresst mich die ganze Sache nicht so und ich muss auch nur ein Wochenende im Geschäft
verbringen.