Donnerstag, 31. Januar 2008

31.1.08

Der Tag hattte echt gut angefangen:

Schnee draußen, ungefähr fünf Zentimeter.

Zwei Pferde ,drei Hunde und ich, zu sechst sind wir draußen im Schnee rumgetollt, wie Verrückte.

Ich hab die kleinere Stute meiner Tochter ohne Sattel geritten(gibt schön warm) und Zimtsternchen ist ohne Halfter so rasant die Hänge rauf und runter gerast,dass ich echt weggucken musste.

Irgendwann waren sie alle so fertig,dass sie brav wie die Lämmchen zum Haus zurücktrottelten.

Ich hab die Hunde in den Auslauf gesperrt und mich gedankenverloren mit zwei Pferden im Schlepptau Richtung Stall bewegt,als irgendwas über uns plötzlich krachte oder knackte.

Jedenfalls starteten beide Pferde hinter mir unvermittelt durch,stießen mich dabei um und schleppten mich- weil ich nicht sofort losließ, noch einige Meter am Boden entlang.

Irgendeinen leichten Schlag hab ich auch noch am Kopf- zum Glück mit Sturzhelm-gespürt.

…aufgestanden und erleichtert festgestellt,dass nicht wirklich was kaputt ist.
Trotzdem ein Gefühl wie nach einer Tracht Prügel ist das,alles tut irgendwie ein bißchen weh und dann diese leichte Benommenheit.

Aber ist doch völlig irre:da reitet Eine wie verrückt draußen rum und im Hof beim Führen passiert was!

Mittwoch, 30. Januar 2008

Der Glaube versetzt Berge...oder der Wille!

Blondinchen

Vor ein paar Tagen hab ich das ungewöhnlichste „Geschäft“ meines Lebens abgeschlossen.
Meine Geschäftspartnerin ist ein fünfzehnjähriges Mädchen und der Verkaufsgegenstand das hoffnungsvolle Rassepferd Blondinchen .
Der Preis :knapp die Hälfte des geschätzten Wertes für so ein Pferd - und ungefähr ein Drittel des Betrages,den Blondinchen mich gekostet hat.
Pferdekauf per Handschlag,die Eltern des Mädchens Biggi wollten nicht in den Vertrag eintreten,sagten nur: SIE ist die Käuferin.
Geplant war alles ganz anders:vor eineinhalb Jahren brachte ich Blondinchen von ihrem Geburtstall bei meiner Freundin zur besten Pferdeausbilderin weit und breit.
Biggi hatte die Aufzucht von Blondinchen zwar von Geburt an betreut,aber es war klar ,dass dieses Pferd eines Tages zur Ausbildung und zum späteren Verkauf dort weggeholt werden würde.
„Komisch“ sagt Biggi,während sie die Geldscheine auf den Küchentisch ihrer Eltern auszählt „als ihr sie damals abgeholt habt war ich kein bißchen traurig.Ich wußte über kurz oder lang ,dass sie wieder kommt-und dass sie dann mir gehören wird.“
„Ein ungewöhnlich begabtes und schönes Pferd-aber sehr schwierig-unbedingt nur in erfahrene Hände geben“ war das Urteil der Ausbilderin.
Meine Schwester suchte zu dieser Zeit eine Herausforderung, weil aber nicht klar war ob sie genug Zeit für das junge Pferd haben würde vereinbarten wir ,dass sie sie zur Probe mitnehmen sollte.
Ihr Stall ist ein echtes Pferdeparadies,da hätte ich sie natürlich gern gesehen…
Doch es kam anders:zwei Tage nach dem sie feststellte,dass sie Blondinchen doch nicht behalten konnte /wollte bekam die Stute eine schwere Kolik und wurde in dieser Nacht noch notoperiert.

Ich war ein bißchen verzweifelt,weil ich nicht wußte wie ich die aufwändige Nachsorge (6x täglich füttern,2x 20 Minuten spazieren gehen) auf die Reihe kriegen sollte,abgesehen davon,dass ich bei mir daheim gar keinen Platz für ein weiteres Pferd hatte.

Als meine Freundin und Biggi von der Operation des Pferdes hörten fuhren sie sofort die 200km in die Klinik und flüsterten der kranken Stute dort tröstend ins Ohr:
“Wir holen dich hier ab und päppeln dich auch wieder auf!“
Gesagt getan.
Meine Freundin sperrte ihre beiden Stuten,die alte und die junge zusammen in einen Stall, um Blondinchen eine große Box zur Genesung bieten zu können.
Zeit verging und Biggi kümmerte sich rührend um Blondinchen.
Eines Tages setzte sie sich furchtlos auf Blondinchens Rücken und wir staunten nicht schlecht über das harmonische Bild,das beide zusammen abgaben,
die junge Palominostute und das blonde Mädchen.
Zwei unbekümmerte fröhliche Teenager voller Kraft und Lebensfreude!
Und ihr werdet es nicht glauben: die unter der Reitlehrerin wüste Kapriolen schlagende Stute gebärdete sich unter dem Mädchen lammfromm.
Wenig später starb die alte Stute meiner Freundin mit fünfundzwanzig Jahren an Herzversagen-jetzt auf einmal BRAUCHTE meine Freundin Blondinchen als zweites Pferd.
An Weihnachten geschah dann das letzte unvorhergesehene Wunder:
die Eltern des Mädchens, die bisher keinen Sinn für Pferdeflausen und auch kein Geld hatten boten ihrer Tochter plötzlich an, ihr das Geld für das Pferd für unbegrenzte Zeit auszuleihen.

„Ich weiß nicht“ sagt Biggi „es ist wie ein Wunder,dass sich das alles so für mich gefügt hat.Ich hab die ganze Zeit gebetet dass es so kommt.
Aber vor allem möchte ich dir danken,weil du diese Art Fügung so akzeptiert und mitgemacht hast.“
„Nein Biggi, bedank dich nicht bei mir,bedank dich bei den Göttern die das so für uns gefügt haben-ich bin froh, etwas von dem zurückgeben zu können was ich vor mehr als dreißig Jahren erfahren habe.“

..und dann erzähle ich ihr die Geschichte wie ich als Vierzehnjährige ,Bewohnerin einer Etagenwohnung im Hochhaus und Tochter von geizigen überschuldeten Eltern, die auch noch Angst vor Pferden hatten, es fertig brachte, mir tein eigenes Pferd zu kaufen.

Einfach nur weil ich es so sehr wollte und weil ich dran glaubte!

Donnerstag, 24. Januar 2008

Also gestern hab ich mir zwei Sachen geleistet:erstens hab ich die Tür zum Futterraum offen gelassen so dass Zimtsternchen einen ganzen Heuballen verwüsten und fressen konnte, soviel er wollte.
An das Kraftfutter ist er zum Glück nicht rangekommen sonst hätte es gefährlich werden können.
Zweitens hab ich einen Hund draußen vergessen so dass dieser die ganze Nacht im Wald rumstreunen konnte.
Und warum soviel schwachsinnige Umnachtung?

Weil ich nach längerer Abstinenz aus Wut über meinen Ehemann zwei ganze Flaschen Bier auf einmal getrunken hatte.
Er hat das Essen aufgetragen und dabei wegen einer Kleinigkeit- wie ich fand- einen nimmer endenwollenden Streit,eine Schmährede vom Stapel gelassen.
Verdammt nochmal!
Es hätte doch auch ein netter Abend werden können- nur mit uns beiden allein daheim- mal ausnahmsweise.
Manche Leute tun Kerzen auf den Tisch segnen das Essen und wünschen sich einen guten Appetit- und er?
Schimpft ,beleidigt und kritisiert während er sich das Essen reinstopft.

Immer wieder erstaunlich ,dass Männer ihre Grundbedürfnisse wie Essen,Trinken ,Sex auch befriedigen können, wenn die Stimmung beschissen ist.

Ich jedenfalls nicht!

Mittwoch, 23. Januar 2008

Blick aus meinem Bürofenster
23.1.8 Gestern Abend noch ein dramatisch -wolkiger Sonnenuntergang.
Passt zu meiner aufgewühlten Stimmung.
Ich musste leider mal wieder feststellen, dass auf unseren sämtlichen Konten
Ebbe ist-aber sowas von EBBE!!!
Dann hat sich Madame (das ist die Chefin meiner Lieferfirma)
darüber aufgeregt, dass ich soviel Ware entnommen habe, die ich erst im Lauf des Jahres werde bezahlen können.
Feige, wie sie ist und sich vor offenen Gesprächen scheuend, hat der Chefbuchhalter es mir mitteilen müssen.
Ein paar Stunden lang ging ich unruhig auf unserem Gelände herum und rechnete aus,was verschiedene Geräte wie mein treuer Lastwagen oder die große Säge wohl bringen würden,wenn ich sie verkaufen würde.
Was würde ich monatlich sparen wenn ich mich von meinem Mitarbeiter trennen würde?
Ich hab um eine Erkenntnis im Traum gebetet und eine Tarotkarte gezogen.
Der Traum zeigte mir,dass die Flut nur reichlich kommen kann ,wenn es vorher auch richtig Ebbe war.
Letztes Jahr hab ich auch unglaubliche Mengen Geldes verloren(für meine Verhältnisse jedenfalls) -und ebensolche Mengen sind wieder zurückgeflossen.
Wenn ich irgendwas festhalten oder notwendiges Inventar verscherbeln will, werde ich den Fluß stören.
Also Mitarbeiter, alter schöner Lastwagen und Säge,wir werden noch eine Weile Kameraden bleiben!
Die Tarotkarte sagte mir, ich soll im JETZT leben und mir was Gutes gönnen.
Das werde ich heut Nachmittag gleich tun.
Im Straßencafe mit einem Milchkaffee.
Madame werde ich in den nächsten Tagen mal klarmachen,dass ich AUCH eine verdammt gute Kundin für sie bin und entsprechend behandelt werden möchte.

Die Tochter ist übrigens ganz besonders liebenswürdig zu mir, als wäre sie froh, dass sie "ES" gesagt hat.

Sonntag, 20. Januar 2008

20.1.8
Lauer Frühlingssonntagmorgen im Januar.Gestern hab ich das 600-Seiten Werk von Christiane Northrup "Frauenkörper, Frauenweisheit" fertig gelesen (absolut empfehlenswert)
Voll inspiriert und aufgeladen mit neuen Impulsen über Gesundheit, Magie natürliche Verhütung etc., fange ich ein Gespräch mit meiner Tochter (17) an.
Von Frau zu Frau.
Sie informiert mich nachträglich und knapp,dass sie sich letzte Woche die Pille verschreiben ließ.
Das hätte ich gern vorher gewußt, da hätte ich ne Menge dazu zu sagen gehabt!
"Solange ich nicht ausschließen kann,dass du deine schwachsinnigen unerfüllten Kinderwünsche
irgendwie bei mir anbringen willst scheidest du als Beraterin für mich aus."
Strenger Blick durch ihre Brillengläser.
Was war das?
Vermutlich eine weitere Lektion zum Thema:
Misch dich nicht ins Leben deiner Kinder ein, sondern guck,dass du dein eigenes auf die Reihe kriegst.
Schönen Sonntag noch.

Freitag, 18. Januar 2008


19.1.8

Wie im Lazaret ist das bei uns zu Hause,beide Kinder sind krank und drei Katzen von neuerdings vieren.
Die Kinder der Schwägerin hatten ein hustend-rotzelnd-abgemagertes Kätzchen von einem Spaziergang mitgebracht ,das zudem noch gräßlich stank.
Die Versuchung,das Tierchen mit heim zu nehmen war nicht gerade groß, der Alternativvorschlag, es bei minus sieben Grad „wieder dort springen lassen wo wir es gefunden haben“ gleichwohl inakzeptabel.
Inzwischen ist es Dank meiner homöopathischen Tierversuche putzmunter-aber die anderen Katzen kränkeln,vor allem der Vorfall der Nickhaut läßt sie moströs aussehen.
Die Tierärztin, zu der ich sie unter lautem Wehgeschrei gefahren hab
(kvinna,kannst du dir vorstellen wie sich das bei drei Katzen anhört???) hat meine Bauernkatzen behandelt wie kleine Königinnen
Sie benahmen sich dann dort auch äußerst höflich und geduldig.
Allerdings sollen sie zu Hause jetzt täglich zehn Minuten inhalieren und das ist ein Spektakel für sich!!!
Zwei ebenfalls rotzelnde große Kinder benehmen sich wie kleine und nehmen mir den Rest an Energie.
Ich frag sie aufgebracht, warum sie Mantel, zwei Badetücher, ihre Schuhe und alles benutzte Geschirr im Wohnzimmer herumliegen lassen ,wenn sie schon den ganzen Tag daheim sind und erhalte eine geduldige Antwort:“ Weil wir krank sind!“
Wie schon bemerkt, spült mir das Leben zurzeit einiges nochmal vorbei,was ich schon abgehakt hatte.
Kranke unselbstständige und renitente Kinder,Chaos im Haushalt und Menstruationsbeschwerden "mit allem".
Schockierenderweise wurde ich diesmal so verletzlich,dass ich nach einer kurzen-nicht ungewöhnlichen- verbalen Auseinandersetzung mit meinem Sohn in Tränen ausbrach und mich erst eine ganze Weile später, allein mit Zimtsternchen im Wald, wieder einkriegte.
Ich hab einfach ein bißchen zu lange die "harte Powerfrau"gespielt,die ALLES unter einen Hut kriegt: Kinder ,Haushalt ,Geschäft,Tiere und einen zuweilen sehr anstrengenden Ehemann.
Für mich war es immer ausgeschlossen, körperlichen Befindlichkeiten überhaupt Aufmerksamkeit zu schenken -da gabs halt ein Aspirin und weiter ging's -ich hatte auch ganz selten was.
Jetzt kann und will ich nicht mehr so weiter machen.
Was bisher war, ist mir zu anstrengend.
Ich brauche mehr Zeit und Ruhe für mich selbst.
Die nette Tierärztin,die meine Katzen behandelte , hat mir erzählt, sie hätte ihre gutgehende Praxis verkauft und einen Teilzeitjob angenommen um mehr Zeit für ihre kleinen Kinder zu haben.Das nenne ich eine starke Entscheidung!

Freitag, 11. Januar 2008



11.1.8

Ich wünsche EUCH allen einen guten Start ins NEUE JAHR.

MÖGEN EURE WÜNSCHE SICH ERFÜLLEN!

Auch für mich hat das Neue Jahr angefangen und ich sitze seit ein paar Tagen wieder häufiger in meinem Büro.

Weihnachten mit der Familie war diesmal furchtbar anstrengend und ich brauchte eine ganze Weile um mich davon zu erholen.

Der Weihnachtsschwager(er hat auch noch an diesem Tag Geburtstag) ist fast ausgerastet, weil wir uns nicht 100% an seine Vorstellungen über den Ablauf der Feierlichkeiten in seinem Hause gehalten hatten.Meinen (ironisch gemeinten )Vorschlag fürs nächste Mal ein Drehbuch zu schreiben, fand er gar nicht schlecht…

Silvester bei Susi ,Familie und Freunden auf ihrem einsamen Bauernhof war dafür sehr lustig und totalentspannt.
Männer und Kinder standen draußen und unterhielten eine riesige Feuerfackel,während wir Frauen um den Ofen herum lagerten, ,dort hatte ich auch meine Crepesplatte aufgebaut und buck unglaubliche Mengen leckerer Pfannkuchen mit allem möglichen drauf.

Gleich im Neuen Jahr hatte ich noch eine Erkenntnis bezüglich meiner Tochter,die ich nicht so leicht verdauen kann.Sie war in letzter Zeit sehr oft krank,alle möglichen Sachen, hauptsächlich Kopfschmerzen,Blasenentzündung und Magenschmerzen.
Im gleichen Moment als mir bewußt wurde,dass sie einfach zu gestresst ist wurde mir plötzlich mein Beitrag dazu klar:

Es war meine Idee gewesen,dass sie in unserem Betrieb „nebenher“ (neben der Schule)eine Ausbildung machen sollte.

Natürlich hegte ich ganz tief drinnen die Hoffnung ,sie würde sich damit einspannen lassen und Verantwortung von meinen Schultern nehmen.

Schmerzlich,die Erkenntnis, dass ich mich damit genauso unerleuchtet verhalte, wie Millionen anderer Eltern, die ihren Kindern aufzwingen etwas zu verwirklichen was sie selbst nicht auf die Reihe gekriegt haben. Immer nur das Beste wollend. In meinem Fall ist es die Ausbildung,die ich nicht gemacht habe-und auch nicht brauche- und die Tochter braucht sie auch nicht!!!

Seit die Sache mit der Ausbildung vom Tisch ist , atmen wir alle irgendwie auf.
Die Tochter läßt sich neuerdings von mir bemuttern,eine ganz unerwartete Wendung wo sie doch bald achtzehn wird und ich mich gerade so langsam von meinen Mutterpflichten verabschieden möchte.

Geschäftlich habe ich auch einen neuen Plan gefasst. Ich möchte meine Artikel in Zukunft online verkaufen. Die Beobachtung von Mibewerbern ,die nicht mal so eine gute Ausgangssituation haben wie ich ,hat mir gezeigt, dass ich damit genug Umsatz für einen sehr guten Lebensunterhalt machen können.

Ich werde dann endlich zeitlich ziemlich ungebunden sein und vielleicht Ende 2008 auf meinen Mitarbeiter und meinen LKW sowie das angemietete Grundstück verzichten können.

Ich bin sehr guter Dinge und habe bereits einen Anfang gemacht,
den Betrieb umzustrukturieren.

Immer wieder muss ich feststellen,dass ich eine extreme Abneigung gegen feste Tagesabläufe und starre Pflichtveranstaltungen entwickle.Nicht dass ich „fauler“ wäre als früher,aber z.B. zwischen acht und achtzehn Uhr im Büro sitzen und auf Kunden warten wie früher,das könnte ich nimmer.
Ich arbeite gern mal ein Wochenende durch oder abends länger,wenn es sich so ergibt,aber dann brauch ich Freizeit um mit den Hunden rauszugehen oder mit Zimtsternchen draußen zu reiten bis tief in den Vormittag!