Dienstag, 30. Dezember 2008

2008.Der Abschied von meinem Vater. Abschied von meiner Hoffnung, ich könnte ihm in diesem Leben doch noch etwas näher kommen. Abschied von den Plänen die wir noch zusammen hatten. Gespräche waren das und Fotos und Filme wollte er mir zeigen und eine gemeinsame Reise war ausgemacht.
Nach Brasilien, wo ich geboren bin und meine Eltern fünf Jahre gelebt haben. Dass ich mit nach Brasilien sollte, hab ich mir vielleicht auch nur selbst
ausgedacht.
Er hat diese letzte Reise jedenfalls alleine gemacht und ist wenige Tage nach seiner Rückkehr gestorben.
Mein Vater hat seit vierzig Jahren leidenschaftlich fotografiert und gefilmt.
Zigtausende Fotos ,Dias und Filme stapeln sich bereits bei uns.
Es scheint als könnten wir allen Etappen seines Lebens über den Blick durch die Kamera folgen.

Ich wollte einfach nicht glauben,dass er,der eigentlich immer einen Foto in der Hand hatte, ausgerechnet in seinem letzten Lebensjahr gar keine Bilder mehr gemacht haben sollte.
Ich suchte fieberhaft.
Wir hielten uns dabei nicht so hundertprozentig an seine Anweisung:
"Alle Daten unbesehen löschen!"

Je mehr ich mich mit seinem Leben beschäftigte, desto klarer wurde mir,wie wenig ich ihn wirklich kannte.Dass wir eben nur Zugang zu seinem Leben als immer noch trauernder Witwer,
treusorgender Ehemann und Vater bekommen haben- und auch da nur beschränkt.
Dass es Leidenschaften und Freundschaften in seinem Leben gab von den wir nichts ahnten.
Auch seine Frau nicht.
Kurz vor Weihnachten hab ich den Schatz gehoben: Eine winzige Kamera ist aufgetaucht
mit allen Fotos vom letzten Jahr.
Die Brasilienreise und seine allerletzten Tage.

Seine Frau hat mir ein Buch zugesteckt: Nachtzug nach Lissabon mit den Worten :
"Nimm es mit,ich glaube das hat er zuletzt gelesen."

Das passt wunderbar zusammen, diese Reise nach Lissabon und meine Reise durch Papas Fotos.
Ich bin ganz tief getröstet. Er hat so ein wunderschönes Leben gehabt. Ja auch Trauer durch den frühen Tod meiner Mutter und Schmerzen ,viele Krankenhausaufenthalte. Aber ganz viele
abenteuerliche und schöne Reisen .
So wie er oben auf dem Foto zu sehen ist, werde ich ihn in Erinnerung behalten,so hat er sich von dieser Welt verabschiedet:
An einem der schönsten Orte dieser Erde hat er sich von dieser Welt verabschiedet,mein Papa!

Es wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen.

Ich wünsch euch allen ein GUTES NEUES JAHR.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Das ist das Foto,das Sam bereits kommentiert hatte mit:"ihr braucht keinen Christbaum so strahlt ihr.."Meine Tochter meinte :"ihr seht darauf total beschwipst aus",deswegen hab ichs eigentlich wieder rausgenommen.Aber da Einige es wohl doch schon gesehen haben:auf diesem Foto seht ihr mich und meine Schwester Dane nicht beschwipst oder sonstwie betörnt sondern ganz normal erheitert. Ich kenn allerdings wenige Menschen mit denen ich immer so lachen muss,dass ich fast in die Hosen pinkle.Eigentlich nur meine Schwester und meinen Sohn.
Wir haben irgendwie den gleichen Humor.

Freitag, 19. Dezember 2008

Ich sass mit meiner Schwester Dane im Auto und sie meinte:
"Komisch eigentlich,fast alle Frauen,die ich kenne ,bestehen darauf irgendwas ganz besonders gut und toll zu können und versuchen immer wieder in dezenten Vergleichen darauf hinzuweisen.
Bei dir ist das anders,dir scheint jeglicher Ehrgeiz zu fehlen,ich hab noch nie mitgekriegt,dass du ein derartiges Vergleichsverhalten drauf hast-im Gegenteil, es ist dir fast schon bedenklich wurst es dir ist, wie du auf andere wirkst oder in deren Wertung abschneidest"
Ich sagte darauf:"Ja,vergleichen macht nur unzufrieden."...und wir mussten beide lachen.

Betrachtet meinen vorherigen Post also ungefähr so, wie Kvinna sich im ungünstigen Licht der Umkleidekabine gesehen hat: einen humorvollen Blick drauf werfen und eine andere Lampe anschalten.
Wie ich im Vergleich mit Anderen abschneide belastet mich nicht wirklich,das war eher Satire.

Das Päckchen,das ich im Leben mit mir rumtrage(trägt nicht JedeR eins mit sich rum? ) ist mein Mann,beziehungsweise die Krankheit meines Mannes.
Er leidet schon sehr lange an Depressionen und in der dunklen Jahreszeit bekommt dieser Zustand eine enorme Macht.
Da wir sehr eng zusammenleben führt er auch mich teilweise an Abgründe ,die an die Grenzen meiner Belastbarkeit gehen.
Natürlich denke ich auch daran ihn zu verlassen, aber das ist nicht so einfach.
Dagegen spricht,dass ich ihn liebe und dass ich auch sowas wie die" Sonne in seinem Leben" bin.
Verzwickte Situation ,aber es tut mir schon total gut, darüber schreiben zu können!


Dienstag, 16. Dezember 2008

Vergleichen macht unzufrieden. Mich.
Nach einem Wochenende bei meiner Schwester stelle ich fest,dass meine Schwester jünger, hübscher, wohlhabender und schlanker ist als ich. Ihr Ehemann ist lieber als meiner und der ganze Umgangston ist entspannter, liebevoller und geduldiger.
Ich hab mich prächtig erholt dort und bringe einige Denkanstösse mit nach Hause.
Auch das ist eine Frage des SETTING, wie ein Mensch das Leben empfindet.
Mein Mann und ich leben zum Beispiel scheinbar "das gleiche Leben".
Trotzdem findet er es überwiegend schrecklich und wie in einer Hölle, während ich mich eher als zufrieden bis glücklich empfinde und der allergrösste Anteil meiner Sorgen und Nöte direkt mit ihm zu tun hat.

Mittwoch, 10. Dezember 2008



alles eine Frage des "SETTINGS"
..
eines Winterabends vor ein paar Jahren -Schneematsch,widerlich und kalt-hatte ich sowas von keine Lust mit den Hunden raus zu gehen.
Alle anderen Familienmitglieder waren mal wieder durch andere äußerst wichtige Pflichten verhindert.Sind ja auch meine Hunde.Und einfach Türe aufmachen und raus lassen-wie das bei Generationen anderer Hunde funktioniert hatte-das läuft halt leider auch nicht.
Diese Hunde sind Schlittenhundmischlinge,irgendwie kräftiger, wilder,ungezogener als alle meine früheren Hunde.
Sie fangen sofort an zu jagen und sind dann nächtelang weg.
Oder sie zwicken einen Jogger,erschrecken schlittenfahrende Kinder oder beißen ein ältliches Hundchen tierklinikreif.Leider alles schon vorgekommen.
Jedenfalls wollen sie Herausforderung, Abenteuer , Aufgaben, Kontrolle,Spass.
Dann sind sie echt nett.
An besagtem Abend lag ein Buch von Nicolas Vanier auf dem Tisch. Ein Freund hatte es vorbeigebracht. Vanier beschreibt seine Abenteuer: mit Frau, Familie, Hundeschlitten und Pferden ist er durch Sibirien,Alaska,Kanada gereist.
Und plötzlich hat es "Bling" gemacht, bei mir.
Ich selbst hatte die Wahl entweder fröstelnd und angewidert mit Strassenschuhen und Wintermantel drei ungezogene Scheusale an der Leine ein paar Pflichtmeter den Waldweg entlangzuzerren-
ODER:den Kinderschlitten,die Hundegeschirrchen ,meinen Skianzug und die Moonboots zusammenzusuchen und draußen im Schneesturm mit den Hunden ein tolles Abenteuer zu erleben.
Natürlich klappt das nicht immer-oft genug sind Sofa und knisternder Ofen die größere Versuchung-aber oft genug hatte ich auch jede Menge Spass mit den Hunden draussen im Matsch oder mit Gummistiefeln durch gurgelnde Schmelzwasserbäche watend.
und der Glühwein danach schmeckt tausenmal süßer und der Ofen oder die Badewanne wärmen wie nie zuvor..

Montag, 8. Dezember 2008

Ein überirdisch schöner Sonnenaufgang.Danach versinkt alles im Nebel.Erst mittags wird's sonnig und warm.Die Tochter kommt und wir reiten eine kleine Runde zu den glitzernden Moorseen.
Der Mitarbeiter erscheint nochmal ,um den letzten Außenauftrag zu erledigen.
Danach fällt unser Betrieb in eine Art Winterschlaf,erst Anfang März geht's frühestens wieder richtig los.
Nur ich werde noch jeden Tag ein paar Stunden hier verbringen.
Um zu heizen und- falls vielleicht doch Kunden kommen.
Und um mir neue Konzepte und Ideen auszudenken,falls ich irgendwann mal wieder sowas wie
Schwung oder Energie verspüre.

Freitag, 5. Dezember 2008







KATZEN.ALLE MEINE KATZEN.

Mittwoch, 3. Dezember 2008




Zimtsterne.gebacken von meiner Tochter.

Dienstag, 2. Dezember 2008


IM Schneesturm bin ich geritten bis Zimtsternchens linkes Ohr voll Schnee war,dann musste ich
umdrehen und daheim war dann auch sein rechtes Ohr voll Schnee,der Rest sowieso.
Zuerst war er aufgeregt als wir durch die tausend tanzenden Schneeteufelchen jagten,dann
machte ihn das Stapfen durch den hohen Schnee so müd'.
Vielleicht sollte ich auch mal eine Pause einlegen-wenigstens bis Sattel und Klamotten ein wenig angetrocknet sind...und derweil mit einem Abenteuerbuch auf den Sofa sitzen.

Dienstag, 25. November 2008

25.11.08

VorWEIHNACHTSZEIT: so langsam wird mir klar,dass es auch diesmal kein Entrinnen geben wird.
Die Rollenverteilung in dieser dreitägigen Inszenierung ist eigentlich immer sehr einfach:
es gibt nur Opfer und jedeR versucht seine persönliche Lebenstragödie möglichst realistisch darszustellen.
Die Schwiegermutter hetzt sich und andere halb zu Tode,
der Schwiegervater frißt sich krank,
der Weihnachtsschwager inszeniert preußisch steif und fängt
irgendwann ganz schamlos an zu saufen –aus Frust weil wir nicht feierlich sind.
Von meinen Schwestern hat die Eine das Haus gewienert und den Braten vorbereitet,
die Andere bringt einen schwulen jungen Freund mit oder erscheint grüngesichtig und rülpsend weil sie ein Abführmittel eingenommen hat und sich auf eine Darmuntersuchung am nächsten Tag vorbereitet.
Am Ende sind immer Einige ganz enttäuscht und verletzt ,Einige sturzbesoffen und ALLE fix und fertig.

Was für eine reizende Familie!!!.
Das Beste ist immer:Jedes Jahr so um diese Zeit beginnen die Vorbereitungen
und die Verklärung: “Es war doch immer so schön,dieses Weihnachten zusammen!“
Aber am meisten hasse ich in dieser Zeit: mich selbst.
Weil ich es weder hinkriege dem ganzen zu entkommen noch einen eigenen Bezug oder Sinn für mich in diesem Fest entdecken kann.
Wenn auch mir klar ist ,dass ich nun doch wieder dabei bin, verfalle ich in eine Art Starre und lass' es mit mir geschehen.
Wie immer halt.

Samstag, 22. November 2008


Trotz aller Mühsal,die der Winter für uns Naturmenschen bereithält, die verschneite Landschaft sieht zauberhaft aus und die Luft riecht nach Abenteuer.
Bis jetzt bin ich noch begeistert.

Dienstag, 18. November 2008



Der November


Solchen Monat muß man loben;
Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein,
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie naß er alles macht!
Ja, es ist ´ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und die durcheinanderwirbelt
und sie hetzt ohn´ Unterlaß;
Ja, das ist Novemberspaß!

(Heinrich Seidel)

Dieses lustige Gedicht von Heinrich Seidel hat mir SYLKE geschickt-Danke Sylke,ich hoffe du bist einverstanden,dass ich es einfach hier nochmal kopiert habe,es hat mich wirklich aufgemuntert!!!

Samstag, 15. November 2008

Sonnenaufgang daheim.Die ersten Frostnächte.Das Vieh ist noch auf der Weide.
Fade away.Ich mag die ausgeblichenen Farben nicht und auch nicht das Gefühl,dass sich sämtliche Lebensgeister aus der Natur zurückgezogen haben.

Dienstag, 11. November 2008


11.11.08

dreiTage Berlin und dort nicht ein einziges Foto gemacht.Kamera war dabei Akku geladen –trotzdem,hat sich nicht ergeben.
Das besuchte Seminar war grandios.
Ich hatte P.eigentlich nur begleiten wollen- bin aus schwäbischer Sparsamkeit mitgegangen- weils für Familienangehörige nix kostet.
P. hat von einer alten Magierin und Heilerin,-die ebenso wie er auch -noch Ärztin ist- eine Zusage bekommen ,dass sie ihn als Schüler annimmt.
Eine Frau in den Siebzigern –sprühendes Energiebündel und dabei wachsame unendlich warmherzige Augen.
Ich bin ausgeflippt vor Glück,dass ER noch einen Menschen in diesem Leben als LehrerIN findet und annimmt.
Und jetzt steht mein Entschluss fest,dass ich mein Leben ändern werde ,dass ich in Zukunft energetisch arbeiten werde,aber nicht heilerisch sondern eher als energetische Berufs-und Lebensberaterin.
Etwas worin ich inoffiziell sowieso schon die ganze Zeit tätig bin ,beziehungsweise einen Magneten für einige Mitmenschen darstelle.

Gestern wollte ich noch aufschreiben:……..und dass ich dieses Geschäft hier aufgeben werde.

..und das weiß ich heut’ schon wieder nicht mehr: ob ich ein Geschäft aufgeben soll,das mich befriedigt und erfüllt und nährt in einer Umgebung,die ich liebe in- Geschäftsräumen und einem Gelände das riesig und wild wie ein Abenteuerspielplatz ist!?

…um dafür mit ihm zusammen ein Projekt zu starten wo ganz klar erstmal er der Chef ist –einfach wegen dem Wissensvorsprung.

Bisher war es (in unserer langjährigen Gemeinsamkeit) immer so,dass er den Impuls für ein Geschäft gegeben hat.

Ich hab es angefangen,er hat mitgemacht und wir haben erstmal gezofft…

Das jetzige „G’schäft“ ist inzwischen ganz und gar MEINS- in zäher Arbeit und mit ganz vielen Kämpfen hab ich es genau so hingekriegt ,wie ich es haben will.
Neueres Problem :er hat hier weder viel zu tun, noch viel zu sagen.
Deswegen hat er sich wieder verstärkt den Heilwissenschaften zugewandt.
Allerdings wird da ohne mein Zutun kein Plan oder Projet draus.
Ich weiß im Moment nicht, wie das jetzt weitergeht.
Reite so lange mal mit Zimtsternchen zu den Moorseen,bevor der Regen kommt.
Vermutlich fällt mir später noch was ein.

Donnerstag, 23. Oktober 2008


Mittagspause im Zauberwald.
Zimtsternchen und ich entdecken jeden Tag unbekannte neue Landschaften.
Eines Tages gibt es kein ZURÜCK mehr für uns,dann folgen wir diesen verschlungenen Pfaden ins Märchenland.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Aktionärin wider Willen und ohne Wissen- bin ich durch das Erbe meines Vaters geworden.
Da hat der Gute (dipl.Betriebswirt) doch tatsächlich den Erlös einer Haushälfte in dubiosen Aktien angelegt, im Glauben er könnte den Wert verdoppeln.Der dämliche Banker,dem er sein Vertrauen geschenkt hatte,hat tatsächlich "vergessen" uns zu informieren-vor dem Crash.
Da fällt mir nix mehr dazu ein und mein dämliches Grinsen fällt mir aus dem Gesicht.
Plötzlich bin ich involviert!
Jetzt heißt es ruhig Blut bewahren und abwarten.
Ich muss mir ein paar Blogfreie Tage verordnen um im G'schäft mit der Herbstarbeit fertig zu werden und verabschiede mich mit diesen Pfaffenhütchen für ein paar Tage in "klausur"

Montag, 13. Oktober 2008

Wie Goldmarie und Pechmarie kommen mir meine beiden Schwestern gelegentlich vor:

Dane,die jüngste von uns Dreien lebt in einem prallen kleinen Paradies:liebevoller Ehemann, drei süße wilde Kinder alle in Walddorf-einrichtungen,zu Essen gibt’s nur liebevoll Gekochtes aus dem Bioladen und die Klamotten kommen samt und sonders aus dem Waschbär-Versand oder ähnlichen Läden,(bis auf die Cowboystiefel zum Reiten natürlich)…die Erfüllung dieser Klischees ließe sich unendlich fortsetzen…

Zu Dane hatte ich immer schon ein enges Verhältnis,sie ist acht Jahre jünger und ich mag besonders die Ruhe ,die sie ausstrahlt.

Nilla,meine zwei Jahre jüngere Schwester hat dagegen etwas absolut Beunruhigendes:sie ist seit zehn Jahren geschieden, zieht spätestens alle zwei Jahre in eine andere Wohnung mitten in der Stadt,wechselt Job, Freundinnen und Männer so häufig,dass ich oft nicht auf dem Laufenden bin.

Ihre spärlich eingerichtete Wohnung hat sie hauptsächlich mit großformatigen selbstgemalten Bildern geschmückt.Sie hat NUR unpraktische,schräge und teure Kleidung und ungefähr hundert Paar Schuhe.

Zu unseren mühsam zusammen-harmonisierten Familienfeiern(die immer in Danes schönem Haus stattfinden) erscheint sie mit einem jungen schwulen Bekannten und verschwindet vor dem Essen wieder oder sie kommt zum Essen, hat aber zufällig an diesem Tag ein Abführmittel nehmen müssen weil wieder irgendeine medizinische Untersuchung ansteht….

Dieses verrückte Huhn kann ich normalerweise nur wohldosiert ertragen-und deshalb bin ich verwundert,dass mich Danas behäbige Gemütlichkeit neuerdings einzuengen droht, während ich mich von Nillas filmreifen Unmöglickeiten inspiriert fühle.

Irgendwie lebt in beiden ein Anteil von mir-nicht nur genetisch…

Samstag, 11. Oktober 2008

fünfunddreissig Minuten hat meine Schwestér dazu gebraucht ,ihre vierjährige Tochter davon zu überzeugen,dass sie bei diesem Wetter nicht mit kurzen sondern nur mit langen Hosen ins Freie darf.Fünfunddreissig Minuten geduldiges Erklären,freundliches die Tür vor einem zornigen Kind in kurzen Hosen versperren,liebevolles das schreiende Kind in einen anderen Raum tragen bis sich das Kind dann schließlich davon überzeugen liess...und anscheinend gibt es jeden Tag eine neue ähnlich spannende Herausforderung.
Anstatt sie für ihre Geduld zu loben oder zu bewundern,erlaube ich mir anzumerken,dass das Kind eben die Zeit nutzt,die sie ihr dafür zur Verfügung stellt.
Ich selbst kann mich nicht erinnern jemals mehr Zeit als maximal drei Minuten für die Lösung eines derartigen Problemes gehabt zu haben.
Werktags jedenfalls nicht und einem freien Tag wäre mir die Zeit zu schade gewesen.
Ich hätte vielleicht den Mund halten sollen,aber meine Schwester macht in letzter Zeit wieder einen sehr gestressten Eindruck mit ihren drei Kindern; und offen gestanden ist es momentan auch nicht einfach(für mich) mit dieser Rasselbande irgendwas zu unternehmen,da diese Kinder wirklich sehr respektlos und fordernd sind...
Natürlich wurden meine Hinweise darauf,wie sie diese Respektlosigkeit durch ihr Verhalten fördert, mit beleidigtem Schweigen quittiert und für mich zeigt sich zum x-ten mal,dass ErzieherInnen und PsychologInnen sich am Schwersten darin tun,ihre eigenen Kinder zu erziehen!

Donnerstag, 9. Oktober 2008




1 Tag im Paradies:
heut gab es NUR gute Momente,Ausflüge und Nachrichten für mich:
ein Amt hat mir bewilligt,dass ein unsinniges und teures Bauwerk bis nächstes Frühjahr verschoben ist(erstmal ;)) es handelt sich um den Umbau unserer Hauskläranlage,
die Frauenärtzin hat bestätigt,dass mein Zellabstrich nach einem Jahr energetischer Behandlung wieder vollkommen in Ordnung ist(Gesundheit geht sowieso über alles),
der Steuerberater hat meine Ordentlichkeit gelobt (na ja ich musste es ihm schon aus der Nase ziehen,dass er neuerdings zufrieden ist),
ich hab einen wunderschönen Ausritt mit Zimtsternchen zu den Moorseen gemacht,mich endlich mit der herbstlichen Jahreszeit angefreundet
...und auf dem Heimweg einen Anruf von meinem Mann bekommen bei dem er mir mitteilte,dass er noch einen weiteren Tag bei seiner Schwester bleiben möchte.
Das ist sensationell,weil ich mich nicht daran erinnern kann,dass er jemals auch nur einen einzigen Tag zu seinem reinen Vergnügen weggefahren ist- ohne mich!!
Vielleicht ist das der von mir so ersehnte erste Schritt in ein bißchen mehr Selbstständigkeit von ihm.
Ich bin jedenfalls so begeistert,dass ich jetzt sofort meine Freundin abhole, um mit ihr in der Stadt einen drauf zu machen!

Dienstag, 7. Oktober 2008

"Großartige Nachrichten" hat ein alter Freund(56) gestern spätabends am Telefon angekündigt.
Noch bevor er ausgesprochen hatte,wusste,ahnte ich, welche großartigen Nachrichten er mir mitteilen wollte: er ist vor ein paar Tagen nochmal Vater geworden,mit seiner zweiten Frau,die schlappe zwanzig Jahre jünger ist als er.
Vor Jahren,als er noch mit seiner "alten"Familie zusammenlebte waren wir ein tolles zwei -Familienteam:die Männer ehemalige Studienkollegen,wir Frauen dicke Freundinnen, die abends immer heiser waren vom Erzählen und Bauchweh hatten vom vielen Lachen! Und wie hab ich Steffis schräge Geschichten und ihre Antenne für andere Welten und ihre Hellsichtigkeit nach unseren Treffen und gemeinsamen Urlauben immer vermisst,

wenn sie wieder weg waren!
Unsere vier Kinder, alle so ungefähr im gleichen Alter, bildeten eine wilde Horde und haben sich köstlich amüsiert.Damals.
Dass die Ehe der beiden in Brüche ging,hab ich noch mitgekriegt,auch verstanden,denn sie sind ganz verschiedene Charaktere.
Aber dass ER jetzt einfach eine neue Familie gründet,"weil das ja beim erstenmal nicht so hingehauen hat" das frisst mich jetzt irgendwie ziemlich an.
Vor allem, weil das mindestens der fünfte Mann in diesem Alter in meinem weiteren Umfeld ist,der "ES"einfach nochmal versucht.
Zufällig machte ich heute eine energetische Analyse und die sagte: Verunsicherung durch Zerstörung des väterlichen Vorbildes...

Montag, 6. Oktober 2008













AUSFLUG IN DEN SOMMER-FÜNF TAGE AM GARDASEE

Dienstag, 23. September 2008

In der Zeitung stand gestern,dass Inger Nilsson,die Filmdarstellerin von PIPPI LANGSTRUMPF sich von der Rolle distanzieren möchte. Sie ist eine erwachsene,reife Frau und hat mit der Pippi nichts mehr zu tun.
Was für eine Enttäuschung!!!

Offensichtlich hat sie nicht verstanden, dass Astrid Lindgren mit der Pippi Langstrumpf einen Archetypus lebendig werden ließ,der in jedem Menschen steckt, unabhängig von Alter und Geschlecht.
Die Pippi,das ist das Kind in uns allen,eine Energie,die entdeckt und gelebt werden will.
Das sieht Inger Nilsson nicht so,sie möchte als Schauspielerin Rollen von behäbigen fünfzigjährigen Kommisarinnen und anderen seriösen Figuren.
Astrid Lindgren hat die Pippi in sich leben lassen: noch als fast Achtzigjährige soll sie mit einer Freundin auf einen Apfelbaum geklettert sein.

Montag, 22. September 2008

Scharfsicht am Montagmorgen.
Ich bin kuurzsichtig.Alles was nicht weiter als einen Meter von meinen Augen entfernt ist, wird mit Adlerschärfe, mit Lupenaugen wahrgenommen.
Schön beim Zeichnen ,Lesen und Hantieren mit Mikroteilen.
Oft schon hab ich Leuten im Supermarkt die Aufschrift auf der Packung vorgelesen.

Der Rest der Welt verschwimmt in poetischem Weichzeichner.
Neuerdings hab ich so eine Brille,die randlos ,unspürbar und fast unsichtbar ist (raffinierterweise sind die dünnen Drahtbügel kupferfarben wie mein Haar)

Und heute morgen sehe ich:das grantige Gesicht von meinem morgenmuffeligen Mann(ich hätte lieber weiterhin geglaubt er würde lächeln),meine Lieblingskatze einen schönen toten Singvogel aus dem Garten tragen (ich hätte mir lieber eingebildet das Etwas wäre eine Maus),ich sehe meinen Mitarbeiter in einem über und über befleckten und schmutzigen Arbeitsanzug(am Montagmorgen!) und die Bäckereiverkäuferin hat keine Perle,sondern einen Pickel an der Nase!
So jetzt und reichts mir,ich nehm das Ding wieder ab und setz
es nur noch zum Autofahren auf.

Dienstag, 16. September 2008

am Wochenende tat ich das: Bewirtung und Service im Festzelt eines Seglerclubs bei dem ich neuerdings Mitglied geworden bin.
Eine lustige Erfahrung,nachdem es mir über vierzig Jahre gelungen war,mich erfolgreich vor jeglichem Vereinsaktivitäten zu drücken.Ich hab volle und leere Bierkrüge geschleppt,zweihundert Butterbrezeln geschmiert ,hundert Portionen Gulasch ausgegeben und nette Menschen kennengelernt, insbesondere zwei ebenfalls dort arbeitende Frauen.
Mein Knie ist natürlich wieder dick angeschwollen aber ansonsten hat mir die Aktion nicht geschadet.
Ich stelle fest,dass in diesem Seglerclub ne Menge Originale gibt(schwäb.=authentische Charaktertypen) und willige ein, unser altes Riesenwohnmobil, liebevoll BusHaus genannt gegen ein mittelgroßes älteres aber gepflegtes Segelschiff mit Kunststoffrumpf und Wasserliegeplatz zu tauschen.
Das ist seit Jahren der Herzenswunsch meines Mannes und eigentlich nicht erfüllbar gewesen,
und konnte jetzt nur durch das Auftreten und die Unterstützung eines alten und sehr einflußreichen Freundes plötzlich wahr werden.
Das BusHaus war in jahrelanger Kleinarbeit von uns beiden vollgestopft worden mit Klamotten,Unrat ,Hausrat und Konserven.
Ich hab' fast eine Nervenkrise gekriegt als plötzlich Käufer da standen,die es- leer natürlich- mitnehmen wollten...und so saß ich nach zwei Stunden ausräumen auf einem unsäglichen Haufen Unrat in meinem Büro, hatte wieder mal keine Zeit mich von dem schönen Mobil zu verabschieden, das nun einfach weggefahren wurde und nur die Erinnerung an so viele schöne Urlaube und Ausfahrten zurück gelassen hat.

Donnerstag, 11. September 2008



Altweibersommer
Vorgestern zischte ich mit Zimtsternchen zu den Moorseen,ein Altweibersommertag wie aus dem Bilderbuch.Er ist sehr wasserscheu und ich war stolz darauf ,ihn überumpelt und seinen flotten Trab erfolgreich durch mehrere Pfützen gelenkt zu haben.
Blöderweise konnte ich nicht genug kriegen von diesem Spiel-er schon -und so überquerte er die letzte Pfütze mit einem mächtigen Sprung.
..den konnte ich nur abfangen indem ich mein marodes Knie kurz fehlbelastete,es machte leise "Blopp" und war dann wieder eingekugelt.

Mir wurde gleichzeitig schwarz schwach und übel und ich hatte keinerlei Kraft mich auf dem Pferd zu halten...andererseits absteigen und acht Kilometer zum Stall hüpfen humpeln..oder mich mit dem Auto holen lassen...und das Pferd..?
Ich beschloß Zimtsternchen zu vertrauen.Er musste mich heimtragen,langsam und sachte.
Als ich mich entspannte ,schüttete mein Körper Endorphine aus,noch und nöcher.
Diese Glücksgefühle nach den Schmerzen kamen mir richtig abartig vor.

Der Mittwoch war dann ein Heul-und Humpeltag.
Das Knie doppelt so dick und ich musste doch an den Bodensee fahren,die angebotene Wohnung angucken.
Die Wohnung war obermuffig,in einem Urgroßelternhaus wo keiner Lärm machen darf und es nach Reinungsmitteln riecht.Die Einrichtung,die erstmal mit übernommen werden müsste so grauenvoll ,dass ich es nicht eine Minute dort aushalten würde!
Irgendwie machte mich die klare Erkenntnis,dass das nichts für uns ist ,stark und fröhlich.
Selten war ich so einig mit meinem Mann!
Gestern abend erhielt ich dann noch eine Bestrahlung von dem experimentellen Magnetfeldtherapiedings,das mein Mann gebaut hat, und heut kann ich wieder fast unbehindert laufen.
"Du musst dir einfach angewöhnen ,diese Knieschiene mit der gleichen Selbstverständlichkeit
beim Reiten zu tragen wie du auch den Sturzhelm aufsetzt!" riet meine kluge Tochter mir und ich werde mal wieder seufzend gehorchen.

Samstag, 6. September 2008


Hermine gießt den Garten.

Gestern traf ich den Schwiegervater zufällig in der Stadt.
Da er hungrig war und uns alle ständig mit seinem Übergewicht, bezw. mit dem Wunsch, letzteres zu reduzieren nervt,empfahl ich ihm :"Hol dir doch da drüben was ,an der Salattheke!"
Er holte sich: Wurstsalat,Nudelsalat ,Eiersalat,Heringsalat und Kartoffelsalat und sah sehr zu-frieden aus.

Donnerstag, 4. September 2008


Ich bin mit meiner jahrzehntealtenBeziehungs-und Familienkiste nicht en vogue in meiner individualistischen und emanzipierten Welt.
Mein Freundinnenkreis besteht mindestens zur Hälfte aus Singlefrauen und der Rest hat es sich zur Angewohnheit gemacht, sich grundsätzlich kritisch- lustig- spöttisch- unzufrieden über ihre "bessere Hälfte" und ihre Familie zu äußern.
Ich möchte nicht diskutieren ob Kritik oder Spott in den Leben dieser Frauen angebracht sind oder vielleicht sogar ein notwendiges Ventil darstellen.
Selbst habe ich vor einiger Zeit aufgehört die Existenz und den Sinn meiner Partnerschaft und Familie in Frage zu stellen und mich gleichzeitig auch dem allgemeinen Geschwätz vom Ärger mit der lieben Familie entzogen.
Wie in anderen Dingen des Lebens auch, wirkte es sich innerhalb der Beziehungen positiv und harmonisierend aus wenn ich ganz bewußt begeisterte Erwartungen und Energien einsetze.

Dienstag, 2. September 2008

Immer noch im Ereignisstrudel.Gestern hat mir eine Frau eine Wohnung in dem Ort angeboten,
in dem ich mich am liebsten aufhalte. Die Wohnung wäre so billig,dass ich sie durch Mieteinnahmen finanzieren könnte. Die Frau ist Hunde- und Pferdeliebhaberin und lebt in Amerika im gleichen Ort ,wo ich vor über 20 Jahren mal kurz gelebt hatte-wir hatten also gleich 'nen heißen Draht zueinander.
Leider verbindet mein Mann ganz andere Zukunftspläne mit dem möglichen Kauf dieser Wohnung-er will dann Haus und Geschäft hier aufgeben und mit mir in einer Zweizimmerwohnung am See leben.Hilfe!!(abgesehen davon,dass dann Kinder,Hunde,Pferde,Katzen und der hallenweise zusammengetragene Plunder hier woanders unterkommen müsste....)
Das hat mir heut' Nacht den Schlaf geraubt!
Seltsamerweise kommt mit dem Morgengrauen mein normaler Optimismus wieder durch und ich entscheide: wenn er das mit der Wohnung gleich wieder zur Schicksalsfrage macht,dann lass ich's lieber!!!

Montag, 1. September 2008

Im Strudel ständiger Veränderungen.Nichts bleibt, alles wandelt sich ständig,die Ereignisdichte ist fast unerträglich.
Wenige Tage nach Vaters Tod musste ich einen meiner Hunde einschläfern lassen,er war schon sehr lange sehr krank -trotzdem tat es mir sehr weh, denn er war mein ganz besonderer Liebling und hat mich nie ohne einen " Extrabussi" weggehen lassen.
Dann ist es seit einigen Tagen hochoffiziell dass mein Sohn im März nach Japan gehen wird,erst heute brachte DHL ein Dokument mit japanischen Schriftzeichen.
Meine mütterliche Hoffnung,dass der Bub ja nach einem Jahr zurückkommen könnte ,falls er es nicht aushält, hat sich auch zerschlagen:er geht mit seinen japanischen Wohltätern eine Art Vertrag ein,und muss sein Wort geben,dass er mindestens fünf Jahre dort studiert-würde er abbrechen hätten seine Fürsprecher dort ein Problem.
Er will natürlich gar nicht abbrechen,das war nur mein persönliches Hintertürchen.
Ich seh ein dass es eine großartige Chance für ihn ist,aber Abschied nehmen tut sehr weh!!!
Zimtsternchen und seine Freundin sind vor dem Urlaub in einen Bauernhof in der Nähe unserers
Geschäfts umgezogen-wie immer während der Sommerferien.
Dieses Jahr hab' ich allerdings beschlossen,die beiden noch für einige Monate dort zu lassen und meine Ausritte auf die Mittagspause zu legen.
Es bedeutet weniger Arbeit morgens und abends daheim ,aber auch kein Begrüßungsgewieher mehr wenn ich heimkomm'.Richtig ausgestorben ist mein daheim,denn die beiden Hunde kommen tags mit ins Geschäft in ihren Auslauf.
Einzig die Reitgegend hier versöhnt mich: alles gepflegte Graswege auf denen wir fetzen können, zauberhafte Heidelandschaften,einsame Moorseen-alles in der Mittagspause erreichbar
auch hier ist ein Naturschutzgebiet,auch hier treffe ich meist keinen Menschen.
Das Herbstgeschäft hat angefangen und ich beginne bereits die Wochenendevents vorzubereiten.Nach langjähriger Erfahrung betreibe ich einen absolut minimalistischen Aufwand und versuche wirklich nur die Leute mit meiner Werbung anzusprechen,die meine Kunden werden können und meine Produkte auch brauchen.
So stresst mich die ganze Sache nicht so und ich muss auch nur ein Wochenende im Geschäft
verbringen.


Donnerstag, 28. August 2008

28.8.08
Mein Schwesterchen besucht mich grad zum dritten mal in kurzer Zeit mit drei Kindern und zwei Hunden.Zwei ihrer Pferde sind bei meiner Freundin, wo die ganze Bande tagsüber eine Art Reitkurs macht.Morgens schlafen die noch,wenn ich das Haus verlasse aber abends, wenn ich heim komme gibts RAMBA-ZAMBA ohne Ende.
Die Kinder sind irgendwie antiautoritär erzogen,das heisst sie dürfen so ziemlich alles: toben,raufen,vor dem Fenster Fussball spielen,streiten ,zerfen, Lärm machen,durchs Fenster klettern anstatt durch die Tür gehen,meinem Sohn seine heiligen Sportgeräte benutzen,schmutzige Sachen überall und obendrauf liegen lassen etc.
Ich hab' eigentlich kein Problem damit, zu sagen was bei mir in meinem Haus stattfindet und was nicht.
Wirklich kompliziert wird die Situation dadurch,dass meine Schwester mir dabei regelmäßig über den Mund fährt:"Nun lass sie doch,die spielen nur,bist du aber nervig etc.."
leider war noch kein Minütchen da um das dem Schwesterchen mal unter vier Augen zu verklickern und vor den Kindern finde ich solche Gespräche pädagogisch unklug.
So sehr ich sie alle vier liebe,morgen Abend, wenn sie das Haus verlassen haben mach ich erst mal ein Fass auf!!!

Montag, 25. August 2008

25.8.8

Erquickt!Wir waren drei volle Wochen am Bodensee und jetzt bin ich richtig froh wieder daheim zu sein.

Es ist schön hier.

Vaters Tod hab ich verarbeitet- oder er hat mich verarbeitet.

Geweint am Mittag bei meinen Schwestern,am offenen Sarg,in seinem Haus daheim in seinem Garten ,bei der Trauerfeier,bei der Urnenbeisetzung und ALLE Fotoalben angeguckt(hunderte von Bildern).

Wir erhielten seinen handgeschriebenen letzten Willen in seiner schönen markanten Handschrift (Männer haben so selten schöne Handschriften!!!).

Er hat alles ordentlich aufgeführt,keine Zweifel offen gelassen, was besonders für meine Schwestern sehr wichtig war.

Sie sind sehr beruhigt,dass die Erinnerungsgegenstände aus unserer Familie weitgehendst wieder zu uns zurückkehren und ich bin beruhigt,dass er für mögliche Zankäpfel wie z.B.sein Auto eine weise und klare Regelung gefunden hat.

Ich bin froh,dass er auch diese Dinge auf die ihm eigene bockig unbeirrbare Art geregelt hat!

Allerdings-ohne mir einen Heiligenschein aufsetzen zu wollen-ich wäre auch damit zurecht gekommen ,wenn er in (nicht zu ihm passender)schwärmerischer Laune „ALLES“ an seine Stieftöchter vermacht hätte,denn beim Anblick seiner Asche wurde mir wieder mal ganz klar,dass sowieso nichts Materielles übrig bleibt , wenn wir von dieser Welt gehen.

Wieder geweint.Den Tod meiner Mutter vor 23 Jahren nochmal hochkommen lassen und wieder geweint.Sein ganzes Leben nochmal Revue passieren lassen.
Es war ein schönes Leben!
Das viele Weinen hat mich völlig aufgeweicht,durcheinandergewirbelt wie eine Welle und wieder an den Strand gespült.
Gereinigt und durchweicht.
Zuerst hab ich mich geschämt,als ich es merkte: der Tod des Vaters hat mich auch befreit.

Befreit von einem dunklen Geist,der wohl irgendwo in der Jugend meiner Mutter aufgetaucht ist,für Unglück ,Streit und Disharmonie und frühen Tod in ihrem Leben gesorgt hat und zu einem Anteil immer in meinem Vater weitergelebt hat und den er auf gewisse Weise an uns weitergereicht hat…
Es hat mich tief verstört ,als ich diese unglückliche Energie aufstöberte und ich fand erst wieder Trost, als ich anhand der Fotos und Erinnerungen feststellte,dass es auch schöne und glückliche Zeiten im Leben meiner Mutter und meinem Vater gegeben hat.

Ich habe auch verstanden,dass die zweite Frau meines Vaters und ihre Familie ihn teilweise für die zunehmende Traurigkeit und Finsternis der letzten Jahre mit meiner Mutter entschädigt hat.
Durch diese Einsicht kann ich auch die Abneigung gegen diese Frau ablegen und ihr freundlich begegnen.
Die Stimme ,die immer heimlich „Bleibt unglücklich!“ flüsterte, ist verstummt, als ich sie bemerkte!
Nun glaubte ich-etwas einfältig-meine Erkenntnisse und frohe Botschaft direkt an meine Schwestern weitergeben zu können.
Die jüngste Schwester lehnt meine Erkenntnisse ab und besteht weiterhin auf Feindseligkeit der Stiefmutter gegenüber.
Richtig übel hat es meine zwei Jahre jüngere Schwester erwischt: es scheint mir, als müsse sie die Probleme und Krankheiten der Mutter nochmal persönlich durchleben und hat sich schon verschiedenen grusligen Untersuchungen in diversen Krankenhäusern unterzogen. Sie reagiert ziemlich abweisend auf mich und sieht sogar Verrat in meiner Freundlichkeit der Stiefmutter gegenüber.

Die Gegenreaktionen meiner Schwestern zeigen mir, dass ich sie mit meinen Erkenntnissen zwar getroffen habe,dass sie es aber so nicht annehmen können und es vielleicht auch nie so für sie sein wird…

Montag, 14. Juli 2008

Mein Vater ist heute Nacht gestorben.
An plötzlichem Herzinfarkt nach einem Theaterbesuch zu Hause in seinem Bett.
Irgendwie genauso, wie er es sich gewünscht hatte.
Nachträglich erkennen wir in vielen seiner letzten Äußerungen, dass er seinen nahen
Tod irgendwie geahnt haben muss.
Ich kann's im Augenblick noch nicht fassen und bin ziemlich durcheinander.

Freitag, 4. Juli 2008

Papa,oder der letzte richtige Abenteurer

Gestern kam mein Vater aus Brasilien zurück und sein zögerliches "Jo" auf meine Frage ob's denn schön gewesen ist, brachte mich gleich auf die richtige Fährte:
schon am 2.Tag ist er in Recife schwer gestürtzt ,hat sich Platzwunden zugezogen ,einen Zahn ausgehauen und Prellungen am ganzen Körper zugezogen.
Trotzdem hat er irgendwie seinen "Plan" durchgezogen ,verschiedene Sehenswürdigkeiten, Freunde und Verwandte besucht , ist kreuz und quer durch Brasilien gereist und schließlich in Rio abgestiegen, wo er leider am vorletzten Tag nochmal so schwer stürtzte ,
dass er bewußtlos wurde und von lieben Menschen in ein Taxi verfrachtet und mit dem Notwendigsten versorgt wurde und erst in seinem Hotel wieder zu Bewußtsein kam.


Er behauptet, die Stürze kämen davon ,dass seine linke Hüfte durch einen mehrfach operierten
Bandscheibenvorfall und seine rechte Hüfte ,durch vier(!)maliges operatives Austauschen der Hüftgelenksknochen einfach schlecht koordiniert sind.
Er möchte nun in eine Laufschule gehen,die eine Physiotherapeutin anbietet.
Denn nächstes Jahr,obwohl seine Frau es noch nicht weiß ,will er wieder nach Brasilien reisen.
Er wäre dann 78 und ich glaube nicht,dass es nochmal klappt.
Aber trotzdem, er ist heute mein Held,denn dass er sich mit seinen vielen Handicaps
nochmal alleine auf so eine weite Reise getraut hat, das haut mich echt um.

Ich bin auch froh,dass er gesund-einigermassen-wieder heimgekommen ist und hab ihm erstmal verziehen,dass er mich nicht mitgenommen hat.

Mittwoch, 2. Juli 2008




Im Sommer wäre ich gern eines meiner Pferde!

Montag, 30. Juni 2008

KASPERTHEATER

Als engagierte Mutter kam mir damals alles ins Haus, was als pädagogisch wertvoll galt,
so auch das Kaspertheater und die dazugehörigen Puppen.
(Angeblich hab' ich meine Kinder damit ganz schön genervt,weil sie die Puppen
"voll doof" fanden...)
Beim Aufräumen fand ich sie kürzlich in einer alten Kiste.
Ich konnte mich der seltsamen Anziehungskraft dieser Püppchen nicht entziehen ,nahm sie
aus der Kiste und begann zaghaft damit zu spielen.
Prinzessin,Kasper,Zauberer,Hexe und Wolf- plötzlich hatten sie mir alle etwas zu sagen,
es war, als verkörperten sie Anteile von mir ,meinem Partner,meiner Familie,meinem Leben.
Ich erhielt Antworten auf Fragen und Einsichten in aktuelle Situationen,die mich glatt umgehauen haben!
Bei weiterem Nachdenken erkenne Zusammenhänge zu den Inhalten des Buches von Olaf Jakobsen "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" was ja viel von (Familien)-Aufstellungen handelt.
Ich weiß nichts über"Maskenarbeit" vermute aber dass es eine ähnliche Weise ist
unbewußten Prozessen,Energien,vielleicht auch Wesen Stimme und Gestalt zu verleihen wie ich sie mit meinem Kaspertheater entdeckt habe.
Im Prinzip können auch Knetfiguren und andere Objekte dazu dienen, diese Projektionen anzunehmen.
Ich hatte früher eine Abneigung gegen solche Spielchen,weil sie mich immer an das (für mich)
gruslige Tischerücken oder einfach Spuk erinnerten.
Jetzt stelle ich fest,dass ich-und andere vielleicht auch-im Alltag ständig solche Projektionen vornehmen aber halt nicht so bewußt.
(Indem ich mir z.B.vorzustellen versuche,was eine bestimmte Person,die ich grad' nicht erreichen kann zu einem bestimmten Problem sagen würde.Ich werde das jetzt bewusster angehen.Spannend!!!



Freitag, 27. Juni 2008

27.6.08

Um diese Jahreszeit ist es nicht“notwendig“, die Pferde auszureiten
um ihnen genügend frische Luft und Bewegung zu verschaffen:
sie sind
ja sowieso fast fast ständig auf der Weide.
Umso mehr genieße ich den
Luxus eines Ausritts am frühen Morgen,
mit Zimtsternchen,der jetzt ausgeglichen
-fast gemütlich-
zu reiten ist.

Wir inspzieren die Hochsitze des neuen Jägers:
anstatt der Freisitze,die
ich manchmal mit den Hunden gern benutzte
(nur ich bin da hoch gestiegen
natürlich)hat dieser Typ da richtige
kleine komplett verschlossene
Hütten auf Stelzen aufgestellt ,auch
noch mit dunkelbraunem giftigem(?!!)
Holzschutz angeschmiert!
Kein Wunder dass sich die Bauern aufregen,

wenn so ein „Gebäude“ plötzlich ungefragt auf ihre Wiese gestellt
wird!

Gestern traf ich noch Margaretha,die Ortsvorsteherin.
(wenn du bei uns in "der Wildnis" wirklich verwegene Mountainbiker
siehst,die den Berg hochklettern- oder runtersausen,oder wenn mir in
aller Hergottsfrühe eine einsame Marathonläuferin weitab jeglicher
Urbanisation begegnet,dann ist es meist die vierundfünfzigjährige
Margaretha- Hut ab!!)

Margaretha hatte auch schon Ärger mit dem Jäger.
Sie hat es gewagt, in seinem Revier einen großen Grillplatz mit originellen
Holzmöbeln errichten zu lassen.Das haben Zimtsternchen und ich uns
heute
morgen mal angeschaut:

der Königsthron .....mit herrlichem Weitblick über die Alb



Freitag, 20. Juni 2008

Der Jäger



Vorgestern erhielt ich einen unverschämten Brief.Vielleicht den unver-
schämtesten,den ich je erhalten hatte.Der neue Jagdpächter fordert
michauf, umgehend die Beweidung der Hangwiesen einzustellen,auf
denenmeine Pferde seit elf Jahren unbehelligt einen Teil des
Sommers verbringen.
Ich lehne den Beistand von Mann und Sohn ab und verabrede mich
mit diesem Jäger allein oben auf den Hangwiesen- am Ort des
Geschehens-möchte dieser unverschämten Person in die Augen sehen.
Ich dachte mir's schon:
Seine vorgeschobene Härte bricht,er wird nicht müde, mir seinen Zorn
darüber, sein neues Jagdrevier "eingezäunt" vorzufinden,erklären zu
wollen und sich für die Unmöglichkeit der brieflichen Kontaktaufnahme
in dieser Form zu entschuldigen.
Er ist menschlich gesehen nicht mal unsympathisch:direktes offenes
Lachen,ein Naturmensch,der sogar in persönlichem Kontakt mit dem
Kräuterschamanen Stoerl steht.
..soweit ich das schizophrene Verhalten eines Jägers überhaupt
verstehen kann,der Wildtiere ja hegt pflegt und anfüttert
-um sie dann schließlich doch abzuknallen...

Wir reden,verhandeln und treffen eine Abmachung über eine
eingeschränkte Beweidung diese Saison noch,die für uns beide
akzeptabel ist.

Trotzdem,als ich den Berg hinuntersteige wissen Minki und ich
(die Katze ,die mich begleitet hat),dass nichts mehr ist wie
es war.
Ich sollte eine der Nachbarweiden für meine Pferde pachten können,
denke ich gestern morgen als ich mit den Hunden über die Wiesen laufe.

Komisch,seit Jahren versuche ich durch Anfragen bei den Besitzern
und Bestellungen beim Universum erfolglos die Weide direkt an meinen
Garten angrenzend pachten zu dürfen.
Was jetzt kommt ist ziemlich unglaublich:
Gestern ruft die Erbin des Nachbargrundstücks an(hatte ich gar nicht
mitgekriegt, dass es jetzt einer Erbengemeinschaft gehört) und sagt:
"Sie hatten doch wegen des Flurstücks soundso schon mehrfach angefragt?
Ich denke wir sind jetzt soweit,dass wir es verkaufen wollen..
...haben Sie noch Interesse?"
Ähem,ich wollte es eigentlich pachten.
Es handelt sich um eine 2ha große Obstwiese teilweise Hanglage mit
sonnigen flachen Stellen und jungem und uraltem Baumbestand.
Traumhaft.
Und sicher auch eine größere finanzielle Investition.
"Ich könnte Zeburinder halten und wir könnten eine Besenwirtschaft
aufmachen" frohlockt mein Mann.Von der Hobbytierhaltung zum Halbprofi?
Hab' ich das gewollt?
Ich weiß noch nicht,wie sich das Ganze entwickelt nur eines
steht fest: nichts ist mehr,wie es war.