Dienstag, 30. Oktober 2007


29.10.07
Das Wochenende war voller Überraschungen.Am Samstag bekam mein
Mann sein Bobbycar(einen winzigen uralten Holder –Allrad Schlepper)
er fuhr fröhlich damit auf dem Hof auf und ab.
Ich war glücklich wie eine Mutter, die ihrem Kind ein richtig tolles wert-
volles Spielzeug schenken konnte.
Später half ich ihm die ausgeschnittenen Zweige und Dornengesrüppe
auf der Weide in einem prächtigen Feuer zu verbrennen.
Es war gleichzeitig mein ganz persönliches Samhain- Feuer und ich
gedachte meiner lieben Verstorbenen : diesmal besonders meiner
Mutter,die vor 22 Jahren mit knapp fünfzig verstorben ist.
Ich sags ungern, aber natürlich waren die Kinder ,die angeblich
„ jederzeit und gerne“ bei allenanstrengenden Garten-und Weide-
arbeiten helfen, wiedermal anderweitig unterwegs.
Das Feuer machte mich ziemlich durstig,ich erwischte etwas zu viel
kühles goldenes Bier und ging recht früh ins Bett…
Der Sohn wollte in dieser Nacht fünfhundert Kilometer von einem Wett-
kampf zum erstenmal selbst mitdem Auto heimfahren.
Er hat unser großes sicheres Auto dafür bekommen aber ich bin
doch so unruhig,dass ich mehrmals auf stehe und schließlich mindestens
eine Stunde im heißen Badewasser
bei Mondlicht verbringe.
Wenn ich versuche ihn zu „sehen“, erscheint immer das Bild der großen
weißen Limousinewie sie durch die Nacht flitzt,irgendwann
„ bleibt es stehen“ ich nehme ihn nicht mehr wahr,
aber verdammt,warum geht er nicht ans Telefon?
Später stellt sich heraus,dass er nachts bei seinem Cousin ein paar
Stunden Schlafpause eingelegt hatte…
Am Sonntag überkommt mich ein nie gekanntes Bedürfnis zu reinigen und zu ordnen.
Sogar Pferdestall,Sattelkammer und Abstellraum werden mit dem ultrastarken
Industriestaubsauger gereinigt.
Ich erfahre zum ersten mal in meinem Leben Glücksgefühle bei einer Reinigungsaktion.
Dass Ordnung und Sauberkeit heilbringende Energien verströmen können,
ist mir noch nie so bewußt geworden….
Am hellichten Sonntagmittag schlägt mein wohlgerittenes Pferd unter den Augen e einiger
verwunderter Spaziergänger ein paar Haken und zischt dann unvermutet los.
Beinah,aber nur beinah wäre ich runtergefallen!
Seltsamerweise habe ich kurz vorher gedacht:“ Hier hat er mich schon mal
runtergeworfen.Falls er es wieder versucht, werde ich mich mit der linken Hand
in den Sattel ziehen und mit der rechten versuchen ihn zu zügeln.“
Genauso hab ich’s dann gemacht.
Natürlich war es heute Morgen wiederrum eine Überraschung,dass das Pferd,das mich
gestern übermütig runterwerfen wollte ,heute so faul und lustlos dahinschlüfte,dass ich
richtig energisch antreiben musste.
Diese Herbst-Zeitumstellung ist so toll! Eine ganze Stunde Sonnenlicht bekomme ich
jetzt von sieben bis acht morgens dazugeschenkt! Danke!

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Als ich morgens aufwachte stand ein astreiner Freakbus neben unserem älteren Mobil.
Die Bewohner waren so authentisch wie ihr Fahrzeug :waschechte, in die Jahre gekommene Hippies.
Rudi wusch sich morgens in aller Öffentlichkeit am Brunnen, warf dann einen prüfenden Blick auf
uns- und schloß Freundschaft.
Seine Frau Trudi residierte im Bus auf einem Berg bunter Kissen und Decken und nahm anfangs nur mit ihrer schönen dunklen Stimme an unserer Geselligkeit teil.
Ich staunte nicht schlecht,dass Eine einfach schamlos am hellichten Tag im Bett liegen bleibt während die Welt um sie rumwuselt.
Als sie sich dann endlich erhob stand eine sehr füllige Frau vor mir ,mit bunten selbstbemalten Kleidern und einem breitkrempigen rosafarbenen Hut.
Sie hat Kunst studiert in München an der Akademie aber dann wurde sie Mutter.
Obwohl wir eigentlich aus diesem Alter raus sind, hat sie mir dann gleich noch erzählt,dass sie jede ihrer zwei Töchter fünfeinhalb Jahre lang gestillt hat.
Da stand ich,hibbelige halbe Portion neben dieser Frau und dachte heimlich daran, dass es mir gelungen war, das Stillen bei beiden Kindern irgendwie zu umgehen(natürlich waren es die Umstände,die mich damals davon abhielten) und sie erzählte stolz,dass sie fünfeinhalb Jahre lang gestillt hat,(macht zusammen elf!!!)
Mit ihrem konsequenten Hippiedasein haben die beiden ziemliche Verwirrung bei uns gestiftet,innerlich meine ich.
Sie leben einfach einen Traum,der durch und durch auch meiner ist , aber den so auszuleben ich
schlicht für nicht möglich gehalten habe.
Mit ihren Kindern haben die Beiden jahrzehntelang in einem Bus in Griechenland und wo's sonst warm und schön ist gelebt,ohne feste Jobs und ohne Verpflichtung.Trudi hat Bilder gemalt,die wurden in der Fußgängerzone verkauft, Rudi lebt von Gelegenheitsjobs.
Die kennen keinen Stress oder Angst vor der Zukunft und sind dabei die liebevollsten und lustigsten Menschen,die mir seit langem begegnet sind.
"ich glaub von dir kann ich viel lernen " sagte ich zu Trudi.Sie drückte mich gerührt an ihren enormen Busen und wir wurden dicke Freundinnen.

Dienstag, 23. Oktober 2007

An manchen Tagen denk ich,ich könnte auch mal in der Küche werkeln, backen kochen ,Vorräte
anlegen ,entsaften und sowas.
Gestern war so ein Tag.Und weil ich noch reife Quitten aus unserem Garten herumliegen hatte und einen Korb voller Walnüsse,den Eichhörnern abgetrotzt,suchte ich im Internet ein Rezept für Quitten.Eine Frau ,die wie eine tüchtige Hausfrau aussieht, hat tatsächlich fünfzig Rezepte für Quitten reingestellt.Ich hab mich spontan für eines der ersten entschieden -"gebackene Quitten"-und so hockte ich stundenlang unter den wohlgefälligen Blicken meines Liebsten (er mag es ,wenn ich auch mal sowas mache) in der Küche und schälte Walnüsse,zerkleinerte mit Hingabe Quittenteile,die ich vorher in der Backröhre gegart hatte und so weiter.
Es war sehr anstrengend,der Rücken tat mir weh und die Küche war komplett versaut.
Leider schmeckte das Ergebnis meiner Werkeleien genauso scheußlich wie es aussieht:
grümelig .bitter ,trocken ,hart ...was hab ich nur falsch gemacht? ....vermutlich alles...
Meine Schwester kam zufällig vorbei,lachte Tränen und schenkte mir eine Packung Biomüsliriegel:
"Damit du eine Idee davon bekommst, wie sowas aussehen könnte...".
Ich lass mich nicht verdrießen, hab noch eine ganze Kiste Quitten und neunundvierzig Rezepte zum Üben....

Montag, 22. Oktober 2007


22.10.07
Tagelang bin ich etwas abgehoben unterwegs gewesen.
Hab meine Umwelt mit meiner Lebensweisheit und meinen Tipps 
genervt und mich selber auch…..
Fast hab ich mir ein bißchen konkretere Realität in mein Leben gewünscht- 
dann kam mittwochs die knallharte Landung  mitten im Leben:
 nachdem ich in der Werkstatt ein Foto von einem abgeschlossenen Auftrag
 gemacht hatte, stürzte ich von der Leiter.
…und natürlich wieder auf dieses arme linke Knie ,das immer alle meine Tief-
flüge aushalten muss!
 Ich heulte vor Schmerz laut auf und jagte erstmal alle bedauernden und rat-
schlagenden Beobachter meines Mißgeschicks weg.
Auf schwäbisch heißt sowas : “ich hab einen bösen Fuß“.
Das hat mich veranlasst das Gegenteil zu tun und zu denken: 
anstatt auf das verletzte Körperteil zu schimpfen wendete ich mich liebevoll 
meinem geschwollenen Knie zu und schickte ihm heilende Energie. 
Donnerstags ist es dann sehr dick geworden, ich humpelte schrecklich ,holte
 die Krücken „vom letzten mal“ hervor und ließ mich fast überreden wieder zu 
dem netten Orthopäden zu gehen.
Doch zuerst gönnte ich meinem Körper,der jetzt überall weh tat eine Pause:
Am hellichten Nachmittag legte ich mich ins Bett,die Tochter musste Hunde
 und Pferde versorgen, die Küche blieb unaufgeräumt. 
Ich war ziemlich frustriert und hatte Mühe, überhaupt weiter an meiner 
Genesung mitzuwirken.
Als ich aber Freitagmorgen aufwachte, merkte ich sofort,dass eine 
Heilung über Nacht stattgefunden hatte:das Knie ist abgeschwollen ,ich humpelte 
fast gar nicht mehr,hatte überhaupt keine Schmerzen mehr.
Und seit Samstag reite ich schon wieder hinaus in diese eisigen Oktobermorgen, 
die Bäume stehen noch voll im leuchtendem Laub alles feierlich mit Schnee- 
und Eisgelitzer bestäubt…und kalt,saukalt ist`s…aber schön.
 

Mittwoch, 10. Oktober 2007

9.1.07

Silva Mind Kurs am Freitag und das ganze Wochenende über–jetzt bin ich wieder da.

Glücklich.Hab ein RESET gemacht und angefangen aufzuräumen: innerlich und äußerlich.

Dieser ZUGANG zu mir selbst war das, was ich die ganze Zeit gesucht hatte.Willkommen daheim!

Ganz kurz gefasst lernst du mit der Silva Mind Methode willentlich dein Gehirn in eine kontrollierte Alphafrequenz zu versetzen,die normalerweise kurz vor dem Einschlafen,in Trancereisen und beim Meditieren eintritt.Es ist die Frequenz auf der Tiere empfinden , kleine Kinder bis ungefähr vier Jahre und Shaolin-Mönche… zum Beispiel.(also nix unnatürliches)

Du kannst in diesem Zustand visualisieren, programmieren und löschen.

Es ist kreativ und lustig.gar nicht wichtig und vorgeschrieben wie du`s machen musst- eine pramatische Anleitung ohne jeden Firlefanz.

Ohne viel Theater löse ich mich von allerhand Problemen und scheinbaren Prägungen…nicht zu fassen, was alles möglich ist…es gibt kein ich-kann-nicht mehr, entweder ich will nicht oder ich will- und dann geht es auch.

Tägliche Übungen sind wichtig.Ich bin begeistert eingestiegen.

Montag, 1. Oktober 2007


1.10.07
Der Sohn war am Wochenende da.Nicht zu übersehen –riechen -hören:
männliches Parfüm in der Luft,laute Musik im ganzen Haus, dröhnendes Lachen,Schuhe und Klamotten in Yeti-Größe auf allen Böden, Treppen ,Geländern, Möbeln…
er selbst am Tisch mit Comic-Heft und Müsli, auf dem Sofa ,formatfüllend mit einem Buch oder in Trainingskluft mit Kampfschreien über alle Flure wirbelnd…einfach da..
faszinierend wie ein Mensch seine Aura so ausdehnen kann- und wie still und leer das Haus ist,wenn er wieder fort ist….


30.9.07

gestern kam der Freund der Tochter,das Haus wurde blitzblank geputzt(von ihr) und wir sollten was Leckeres kochen für ihn, egal was, er mag alles. Gemüseeintopf? Oh nein, Gemüse mag er nicht so..irgendwas mit Fleisch.
Gulasch? Nein, nicht schon wieder Gulasch…und keinen Reis, Reis hasst er noch mehr wie Couscous..!!!???..
..es gab Schweinebraten mit Knödeln und er verschlang eine riesige Portion…
kleine Ungerechtigkeit am Rande:
während sich dieser wirklich nette, fast tugendhaft anständige junge Mann
von sämtlichen männlichen Familienmitgliedern und deren Freunden argwöhnisch betrachten und befragen lassen musste,erhielt das ziemlich durchgekallte junge Mädchen, mit dem der Sohn eine zeitlang befreundet war, einfach nur das Attribut: ENTZÜCKEND !!…dabei hat sie mich echt Nerven gekostet mit ihren fünfundzwanzig Anrufen pro Tag oder indem sie nachts um zwei ums Haus schlich und sich nicht ums Hundegebell scherte…nicht dass ich sie nicht nett fand-aber es ist einfach ungerecht.
Mein Schwesterchen geht mir nicht aus dem Kopf:
Gnadenlos verteidigt sie ihre Egotrips mit fünf Pferden und ist sauer weil der Ehemann,der Gute völlig überarbeitet, nicht begeistert ist,dass sie noch ein sechstes, Sauteueres anschaffen will -ein richtig“ Gutes“ mit dem sie endlich Turniere reiten kann. Dabei hat sie ihm erst kürzlich einen zweiten Hund,den er nicht wollte, aufs Auge gedrückt und das kleine Scheusal knurrt wie zum Hohn immer wenn es IHN sieht! Ich gebe zu bedenken,dass von all ihren Freuden doch auch immer eine Menge Ungemach an ihm hängen bleibt,z.B.auf Urlaub verzichten weil der neue Hund nicht mitreisen kann oder zu irgendwelchen Spezialtierärzten mitfahren und dafür freinehmen, weil es ihr zuviel ist mit drei Kindern und einem verrückten Pferd im Hänger Hunderte von Kilometern über die Autobahn zu fahren…Probleme sind das,alle selbstgemacht….aber das lässt sie nicht gelten.

Spruch des Tages:Ich weiß,das andere Männer noch blöder sind,aber mir langt das- wenn ich noch ein Pferd will dann krieg ich es auch!.