Mittwoch, 31. März 2010


Immer, wenn ich so ein stressiges Wochenende (wie das vergangene )vor mir habe ,tröste ich mich damit,dass ich mir einrede, ich würde es mir in der darauffolgenden Woche besonders nett und gemütlich machen.
Natürlich weiß ich,dass das Gegenteil der Fall ist.
Die Kunden,die ich mit anstrengend aufwändigen Werbeaktionen herbeigelockt hatte, wollen jetzt mit Angeboten versorgt ,umworben und umtütelt werden.
Geschriebene Aufträge müssen "auf den Weg" gebracht werden...
Und die Verwandtschaft nervt mit Appellen an mein schlechtes Gewissen.
Besonders aus der Tantengeneration kommen gerade gehäuft diese moralisierenden Anrufe und Ansinnen.
Völliges Unverständnis,dass ich einfach weder Zeit noch Lust habe,mich darauf einzulassen.
Meine Tante Margret hat gestern eine halbe Stunde meiner kostbaren Zeit gestohlen um mir zu sagen,was leicht in einem Satz gesagt werden kann:"Schätzle,ich will die Wohnung in Spanien (die jetzt ihr ,mir und meinen Schwestern gemeinsam gehört)nicht verkaufen und Geld(was die Stiefmutter von uns verlangt) kann(will) ich euch auch keins geben"
Sie nennt mich nie beim Vornamen sondern sagt immmer "Schätzle" und gestern ist mir klargeworden warum meine Mutter sie eine "lahmarschige Schlafhaube" genannt hat.
"Schätzle" hat ziemlich genug!Wird Zeit,dass ich mal das Miststück rauskehre,das ihn mir steckt!!!

Mittwoch, 24. März 2010

Schade,es gibt grad' unglaublich viel zu erzählen bei mir,aber ich komm' nicht dazu,
denn: ES IST FRÜHLING.
Kunden kommen in Scharen,Telefon läutet ununterbrochen,zwei Mitarbeiter wollen
angeleitet werden,wochenends plane ich eine Hausmesse(Anzeigen schalten,Prospekte verschicken,Werkstatt dekorieren,neue Austellungsstücke aufstellen...)nebenher sollte ich mich weiter um den Verkauf des Waldhauses kümmern....
Die Schwägerin sagte:"Ist doch toll,wenn das Geschäft läuft."
Aber ich bin das nicht mehr gewöhnt.
Dieser Trubel,dieser Stress,das ist nicht mehr meins!

Sonntag, 14. März 2010

Patti Smith bezeichnet sich selbst in ihrem Buch "Just Kids" als "Prinzessin der Pisse"- ich bin erschüttert.
Meine kraftvolle Göttin,energiesprühende Zauberin ,deren Stimme, Musik, Lyrik mich auch nach dem paarhundertsten Anhören noch tief aufwühlt, kommt im Portrait in der neuesten Brigitte als ärmliches Frauchen 'rüber,das sich nur aus finanziellen Nöten überhaupt noch ins Licht der Öffentlichkeit stellt.Sam hat Recht.Ich wünschte,ich hätte das nicht gelesen!
(und dabei gebe ich nicht der konservativen Brigitte die Schuld,denn die Redakteurin hat sie nicht nur besucht sondern bezieht sich auf ihr Buch,ihre eigenen worte..)
Da fällt mir ein Gespräch mit dem Großvater ein,vor über dreißig Jahren,ich war noch ein Teenager.
Der Großvater,selbst Maler(sogar einst an der Kunstakademie ausgebildet),verehrte Picasso sehr,imitierte seinen(kubistischen) Stil und hatte damals ALLE Kunstbände im Haus und jedes Original, in seiner Nähe im Museum, besichtigt.
Ich las das Buch von Picassos "Abschnitts-Lebensgefährtin" Francoise Gillot und stellte meinen Großvater aufgebracht zur Rede:"Das war ein Macho und ein Mistkerl!Wie kannst du ihn verehren??!!"
Der Großvater antwortete:"Picasso hatte eine Antenne zum Großen Geist,der ihn mit unendlich vielen Ideen inspirierte,außerdem hatte er das handwerkliche Geschick und die Energie,ganz viel davon umzusetzen.Dafür bewundere ich ihn.
Ansonsten war er ein ganz normaler Mensch.Mit vielen unsympathischen Eigenschaften,
wie du gelesen hast.Wie kommst du nur drauf,dass es anders sein müsste??"
Ich mache mir ein Bild,ordne meinen Künstlern mir wünschenswerte Eigenschaften zu und bin entsetzt,wenn ich mit der Realität konfrontiert werde.
Trotzdem,so hab ich sie nicht sehen wollen,die Patti Smith.Göttin bleibt Göttin!

Dienstag, 9. März 2010


Indischer Playboy (Foto meiner Tochter aufgenommen in Pune,8.3.10)

Sonntag, 7. März 2010


Am Freitagmittag,bei Sonnenschein,kamen sie,die absolutenTraumkandidaten für unser Haus:
eine entzückende junge Pferdephysiotherapeutin mit Zopf und Nickelbrille.
Mit von der Partie war ihr sympathischer Mann,der ausnahmsweise keine dumme Fragen stellte und ihre Mutter, eine resolut-burschikose Fränkin,humorvoll und voll guter Ideen und praktischer Vorschläge an ihre Tochter gerichtet,die sie ehrfurchtsvoll "die Pferdeflüsterin" nannte.
Sie fanden alles toll:das Haus,den Stall,die Weide,die Katzen.
Der rote Kater zerlegte mitten im Hof eine Maus,so, dass wir über ihn drüber steigen mussten...eine gelungene Showeinlage:er hat noch NIEMALS selbst eine Maus gefangen,ich bin fast sicher,dass er auch diese der Kätzin abgejagt hat.
Leider gibt es bei dieser netten Familie auch eine Ungewißheit,die ich erst gestern erfahren habe:sie müssen zuerst noch ihr bisheriges Haus verkaufen...
So hatte mich der Samstag wieder mit neuen unsinnigen Auftritten von Hausinteressenten im Griff:
Ein Stadtehepaar im schicken Snowboard-Parterlook gestand mir,dass sie eigentlich
nur wegen ihrer zwei bösartigen Schäferhunde aufs Land wollten-natürlich war ihnen das Haus zu gross und die Weide völlig überfüssig.
Eine winzige, sehr hübsche junge Frau kam mit ihrem Partner:sie wollen das Anwesen mit ihren drei Tinker-Pferden(das sind kräftige Scheckenpferde) bewohnen und zeigten sich von allem sehr angetan.
Allerdings-weiß nicht warum-bezweifle ich,dass sie den Kaufpreis aufbringen werden.

Und dann dieses verpeilte deutsch-italienische Künstlerpaar:ich dachte mir meinen Teil schon,als sie zuerst mit ihrem Auto unten im Dorf im Schnee stecken blieben und dann auf den "falschen"Berg wanderten...
Aber nach stundenlangem Navigieren über deren Handy tauchten sie doch noch leibhaftig aus dem Schneesturm auf.Die Künstlerin sagte-sehr esoterisch-"das Haus muss uns finden,nicht umgekehrt" ihr italienischer Ehemann zog die Schuhe aus,nahm die Baskenmütze ab und ließ den unartigeren seiner zwei schwarzen Hunde durch unser Haus jagen.
Nicht nur die Katzen waren heilfroh, als sich diese Rabauken wieder auf den Weg machten...