Dienstag, 30. Dezember 2008

2008.Der Abschied von meinem Vater. Abschied von meiner Hoffnung, ich könnte ihm in diesem Leben doch noch etwas näher kommen. Abschied von den Plänen die wir noch zusammen hatten. Gespräche waren das und Fotos und Filme wollte er mir zeigen und eine gemeinsame Reise war ausgemacht.
Nach Brasilien, wo ich geboren bin und meine Eltern fünf Jahre gelebt haben. Dass ich mit nach Brasilien sollte, hab ich mir vielleicht auch nur selbst
ausgedacht.
Er hat diese letzte Reise jedenfalls alleine gemacht und ist wenige Tage nach seiner Rückkehr gestorben.
Mein Vater hat seit vierzig Jahren leidenschaftlich fotografiert und gefilmt.
Zigtausende Fotos ,Dias und Filme stapeln sich bereits bei uns.
Es scheint als könnten wir allen Etappen seines Lebens über den Blick durch die Kamera folgen.

Ich wollte einfach nicht glauben,dass er,der eigentlich immer einen Foto in der Hand hatte, ausgerechnet in seinem letzten Lebensjahr gar keine Bilder mehr gemacht haben sollte.
Ich suchte fieberhaft.
Wir hielten uns dabei nicht so hundertprozentig an seine Anweisung:
"Alle Daten unbesehen löschen!"

Je mehr ich mich mit seinem Leben beschäftigte, desto klarer wurde mir,wie wenig ich ihn wirklich kannte.Dass wir eben nur Zugang zu seinem Leben als immer noch trauernder Witwer,
treusorgender Ehemann und Vater bekommen haben- und auch da nur beschränkt.
Dass es Leidenschaften und Freundschaften in seinem Leben gab von den wir nichts ahnten.
Auch seine Frau nicht.
Kurz vor Weihnachten hab ich den Schatz gehoben: Eine winzige Kamera ist aufgetaucht
mit allen Fotos vom letzten Jahr.
Die Brasilienreise und seine allerletzten Tage.

Seine Frau hat mir ein Buch zugesteckt: Nachtzug nach Lissabon mit den Worten :
"Nimm es mit,ich glaube das hat er zuletzt gelesen."

Das passt wunderbar zusammen, diese Reise nach Lissabon und meine Reise durch Papas Fotos.
Ich bin ganz tief getröstet. Er hat so ein wunderschönes Leben gehabt. Ja auch Trauer durch den frühen Tod meiner Mutter und Schmerzen ,viele Krankenhausaufenthalte. Aber ganz viele
abenteuerliche und schöne Reisen .
So wie er oben auf dem Foto zu sehen ist, werde ich ihn in Erinnerung behalten,so hat er sich von dieser Welt verabschiedet:
An einem der schönsten Orte dieser Erde hat er sich von dieser Welt verabschiedet,mein Papa!

Es wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen.

Ich wünsch euch allen ein GUTES NEUES JAHR.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Das ist das Foto,das Sam bereits kommentiert hatte mit:"ihr braucht keinen Christbaum so strahlt ihr.."Meine Tochter meinte :"ihr seht darauf total beschwipst aus",deswegen hab ichs eigentlich wieder rausgenommen.Aber da Einige es wohl doch schon gesehen haben:auf diesem Foto seht ihr mich und meine Schwester Dane nicht beschwipst oder sonstwie betörnt sondern ganz normal erheitert. Ich kenn allerdings wenige Menschen mit denen ich immer so lachen muss,dass ich fast in die Hosen pinkle.Eigentlich nur meine Schwester und meinen Sohn.
Wir haben irgendwie den gleichen Humor.

Freitag, 19. Dezember 2008

Ich sass mit meiner Schwester Dane im Auto und sie meinte:
"Komisch eigentlich,fast alle Frauen,die ich kenne ,bestehen darauf irgendwas ganz besonders gut und toll zu können und versuchen immer wieder in dezenten Vergleichen darauf hinzuweisen.
Bei dir ist das anders,dir scheint jeglicher Ehrgeiz zu fehlen,ich hab noch nie mitgekriegt,dass du ein derartiges Vergleichsverhalten drauf hast-im Gegenteil, es ist dir fast schon bedenklich wurst es dir ist, wie du auf andere wirkst oder in deren Wertung abschneidest"
Ich sagte darauf:"Ja,vergleichen macht nur unzufrieden."...und wir mussten beide lachen.

Betrachtet meinen vorherigen Post also ungefähr so, wie Kvinna sich im ungünstigen Licht der Umkleidekabine gesehen hat: einen humorvollen Blick drauf werfen und eine andere Lampe anschalten.
Wie ich im Vergleich mit Anderen abschneide belastet mich nicht wirklich,das war eher Satire.

Das Päckchen,das ich im Leben mit mir rumtrage(trägt nicht JedeR eins mit sich rum? ) ist mein Mann,beziehungsweise die Krankheit meines Mannes.
Er leidet schon sehr lange an Depressionen und in der dunklen Jahreszeit bekommt dieser Zustand eine enorme Macht.
Da wir sehr eng zusammenleben führt er auch mich teilweise an Abgründe ,die an die Grenzen meiner Belastbarkeit gehen.
Natürlich denke ich auch daran ihn zu verlassen, aber das ist nicht so einfach.
Dagegen spricht,dass ich ihn liebe und dass ich auch sowas wie die" Sonne in seinem Leben" bin.
Verzwickte Situation ,aber es tut mir schon total gut, darüber schreiben zu können!


Dienstag, 16. Dezember 2008

Vergleichen macht unzufrieden. Mich.
Nach einem Wochenende bei meiner Schwester stelle ich fest,dass meine Schwester jünger, hübscher, wohlhabender und schlanker ist als ich. Ihr Ehemann ist lieber als meiner und der ganze Umgangston ist entspannter, liebevoller und geduldiger.
Ich hab mich prächtig erholt dort und bringe einige Denkanstösse mit nach Hause.
Auch das ist eine Frage des SETTING, wie ein Mensch das Leben empfindet.
Mein Mann und ich leben zum Beispiel scheinbar "das gleiche Leben".
Trotzdem findet er es überwiegend schrecklich und wie in einer Hölle, während ich mich eher als zufrieden bis glücklich empfinde und der allergrösste Anteil meiner Sorgen und Nöte direkt mit ihm zu tun hat.

Mittwoch, 10. Dezember 2008



alles eine Frage des "SETTINGS"
..
eines Winterabends vor ein paar Jahren -Schneematsch,widerlich und kalt-hatte ich sowas von keine Lust mit den Hunden raus zu gehen.
Alle anderen Familienmitglieder waren mal wieder durch andere äußerst wichtige Pflichten verhindert.Sind ja auch meine Hunde.Und einfach Türe aufmachen und raus lassen-wie das bei Generationen anderer Hunde funktioniert hatte-das läuft halt leider auch nicht.
Diese Hunde sind Schlittenhundmischlinge,irgendwie kräftiger, wilder,ungezogener als alle meine früheren Hunde.
Sie fangen sofort an zu jagen und sind dann nächtelang weg.
Oder sie zwicken einen Jogger,erschrecken schlittenfahrende Kinder oder beißen ein ältliches Hundchen tierklinikreif.Leider alles schon vorgekommen.
Jedenfalls wollen sie Herausforderung, Abenteuer , Aufgaben, Kontrolle,Spass.
Dann sind sie echt nett.
An besagtem Abend lag ein Buch von Nicolas Vanier auf dem Tisch. Ein Freund hatte es vorbeigebracht. Vanier beschreibt seine Abenteuer: mit Frau, Familie, Hundeschlitten und Pferden ist er durch Sibirien,Alaska,Kanada gereist.
Und plötzlich hat es "Bling" gemacht, bei mir.
Ich selbst hatte die Wahl entweder fröstelnd und angewidert mit Strassenschuhen und Wintermantel drei ungezogene Scheusale an der Leine ein paar Pflichtmeter den Waldweg entlangzuzerren-
ODER:den Kinderschlitten,die Hundegeschirrchen ,meinen Skianzug und die Moonboots zusammenzusuchen und draußen im Schneesturm mit den Hunden ein tolles Abenteuer zu erleben.
Natürlich klappt das nicht immer-oft genug sind Sofa und knisternder Ofen die größere Versuchung-aber oft genug hatte ich auch jede Menge Spass mit den Hunden draussen im Matsch oder mit Gummistiefeln durch gurgelnde Schmelzwasserbäche watend.
und der Glühwein danach schmeckt tausenmal süßer und der Ofen oder die Badewanne wärmen wie nie zuvor..

Montag, 8. Dezember 2008

Ein überirdisch schöner Sonnenaufgang.Danach versinkt alles im Nebel.Erst mittags wird's sonnig und warm.Die Tochter kommt und wir reiten eine kleine Runde zu den glitzernden Moorseen.
Der Mitarbeiter erscheint nochmal ,um den letzten Außenauftrag zu erledigen.
Danach fällt unser Betrieb in eine Art Winterschlaf,erst Anfang März geht's frühestens wieder richtig los.
Nur ich werde noch jeden Tag ein paar Stunden hier verbringen.
Um zu heizen und- falls vielleicht doch Kunden kommen.
Und um mir neue Konzepte und Ideen auszudenken,falls ich irgendwann mal wieder sowas wie
Schwung oder Energie verspüre.

Freitag, 5. Dezember 2008







KATZEN.ALLE MEINE KATZEN.

Mittwoch, 3. Dezember 2008




Zimtsterne.gebacken von meiner Tochter.

Dienstag, 2. Dezember 2008


IM Schneesturm bin ich geritten bis Zimtsternchens linkes Ohr voll Schnee war,dann musste ich
umdrehen und daheim war dann auch sein rechtes Ohr voll Schnee,der Rest sowieso.
Zuerst war er aufgeregt als wir durch die tausend tanzenden Schneeteufelchen jagten,dann
machte ihn das Stapfen durch den hohen Schnee so müd'.
Vielleicht sollte ich auch mal eine Pause einlegen-wenigstens bis Sattel und Klamotten ein wenig angetrocknet sind...und derweil mit einem Abenteuerbuch auf den Sofa sitzen.