25.11.08
VorWEIHNACHTSZEIT: so langsam wird mir klar,dass es auch diesmal kein Entrinnen geben wird.
Die Rollenverteilung in dieser dreitägigen Inszenierung ist eigentlich immer sehr einfach:
es gibt nur Opfer und jedeR versucht seine persönliche Lebenstragödie möglichst realistisch darszustellen.
Die Schwiegermutter hetzt sich und andere halb zu Tode,
der Schwiegervater frißt sich krank,
der Weihnachtsschwager inszeniert preußisch steif und fängt
irgendwann ganz schamlos an zu saufen –aus Frust weil wir nicht feierlich sind.
Von meinen Schwestern hat die Eine das Haus gewienert und den Braten vorbereitet,
die Andere bringt einen schwulen jungen Freund mit oder erscheint grüngesichtig und rülpsend weil sie ein Abführmittel eingenommen hat und sich auf eine Darmuntersuchung am nächsten Tag vorbereitet.
Am Ende sind immer Einige ganz enttäuscht und verletzt ,Einige sturzbesoffen und ALLE fix und fertig.
Was für eine reizende Familie!!!.
Das Beste ist immer:Jedes Jahr so um diese Zeit beginnen die Vorbereitungen
und die Verklärung: “Es war doch immer so schön,dieses Weihnachten zusammen!“
Aber am meisten hasse ich in dieser Zeit: mich selbst.
Weil ich es weder hinkriege dem ganzen zu entkommen noch einen eigenen Bezug oder Sinn für mich in diesem Fest entdecken kann.
Wenn auch mir klar ist ,dass ich nun doch wieder dabei bin, verfalle ich in eine Art Starre und lass' es mit mir geschehen.
Wie immer halt.