Donnerstag, 25. Februar 2010

Nach einem blauen Wochenende fällt es mir immer besonders schwer, mich wieder für die Alltagspflichten einspannen zu lassen.
Der Montag hatte auch noch ein paar spezielle Herausforderungen parat:die Stiefmutter schickte eine ihrer Töchter vor, um eine "kleine Vorauszahlung" auf das Erbe meines Vaters zu erbitten und Wednesday,die graue Hündin, bellte aus unerfindlichen Gründen stundenlang und raubte mir den Schlaf(wenn wirklich was ist,merken wir es daran,dass BEIDE HUNDE bellen!!!)
Der Dienstag bescherte mir ein größeres Erfolgserlebnis:seit Wochen bin ich in zähen Verhandlungen mit dem Besitzer des Nachbargrundstücks unseres zukünftigen Bauernhöfchens in Österreich und plötzlich, fast unerwartet, hat er die Verkaufsurkunde unterzeichnet.Wir mussten es erwerben,denn wenn Jäger dort eine Jagthütte hingestellt hätten oder ein Nachtklub hingekommen wäre, hätte ich dort nicht leben können.

So ist es jetzt aber besiegelt,in absehbarer Zeit wird nach Österreich umgesiedelt!

Ich hatte wohl erwartet,dass sich meine weiteren Probleme ebenfalls auflösen würden, wie Nebelschwaden in der Sonne und war bitter enttäuscht zu erfahren,dass sich meine einzigen Interessenten den Preis ,den ich für das Geschäft haben muss, nicht werden leisten können und dass in diesen Zeiten auch keine Bank sowas finanzieren würde.
Erleichterung kam mir heute Nacht in der Badewanne: es muss ja nicht die ganze Firma,Inventar,Haus UND Geschäft auf einmal verkauft werden!
Eine Idee für eine machbare Teil-übergangs vielleicht auch Pachtlösung ist gefragt!
Und heut',bei Sonnenschein war ich wieder optimistisch: es wird eine Möglichkeit geben.

Montag, 22. Februar 2010





Blauer Sonntag am Bodensee.Kurzes Entrinnen aus der Gletschereiswüste,die uns hier fest im Griff hat.Blauer Himmel,funkelnder See,wärmende Sonne,erste Vogelstimmen,VORFRÜHLINGSSTIMMUNG.

Freitag, 19. Februar 2010



Zimtsternchen und seine Freunde haben immer noch einen Riesenspass im Schnee.

Gestern setzte ich mich auf den gelben Kinderschlitten und die Hunde jagten, mit mir im Schlepptau,den vereisten Waldweg entlang.Das fetzt richtig!!
Da es momentan schon wieder fette Flocken schneit,wird mir dieses Vergnügen noch eine
Weile erhalten bleiben.

Dienstag, 9. Februar 2010


Traurige Erkenntnis:die zunehmende Tollpatschigkeit der
jüngeren Hündin Bärchen,die bei ihrem immer noch ungestümen
Temperament, irgendwie welpenmäßig-lustig rüberkommt hat bei genauem
Hinsehen eine ganz andere Ursache:es ist der Beginn einer Krank-
heit,die bei älteren (großen)Hunden vom Rücken aus, die Hinterläufe
lähmt.
Ich hab wohl schon eine ganze Weile "nicht so richtig hin-
sehen wollen..."

Freitag, 5. Februar 2010

Schreck am Abend: die Metzgerin hatte meinem Mann einen besonders
schönen Knochen geschenkt:"für die Hundchen".
(So ein Prachtexemplar mit dem Snoopy tagelang auf seiner Hütte liegt.)
Schön in zwei Hälften gesägt, brachte es der liebe Mann seinen
Hundchen,voller Freude, damit ein stundenlanges Kau-und Nagever-
gnügen bereiten zu können.
Doch WEH!Bärlein (die bernhardinergroße Hündin) schluckte den
Knochen wie einen Drops und bettelte, schwanzwedelnd, um weitere
Leckereien.Wednesday,die etwas Kleinere versuchte es ihr nachzumachen,
aber der Knochen blieb in ihrem geringfügig kleineren Schlund stecken.
Sie würgte, wand sich und wimmerte.Die Augen traten aus den Höhlen und ich
dachte verzweifelt
"Umdrehen,schütteln?Hilfe holen?Tierarzt,Feuerwehr? HILFE!!!"
Nach ein paar Sekunden,die mir wie Stunden vorkamen, voll unterirdischer
Würgegeräusche und grotesker Leibeszuckungen gelang es Wednesday tatsächlich,
den Knochen in ihren Magen zu befördern.
Sie wedelte fröhlich mit dem Schwanz und bettelte um einen weiteren Drops!

Dienstag, 2. Februar 2010




Die Maklerin (platinblonde Endfünfzigerin mit Intelektuellen-Hornbrille)
offenbarte mir heut' ihre neueste Furzidee: Sie will eine Art
"Tag der offenen Tür" in unserem Waldhaus veranstalten,wo sich "jeder
unverbindlich das Haus anschauen kann,den sowas irgendwie interessiert".

Bevor sie mit dieser Idee kam, hatte ich eigentlich Respekt vor ihrer langen
Berufserfahrung,jetzt bemühte ich mich, geduldig zu erklären: " Es ist sicher
kein Problem zu so einer "Hausanguckparty" den Hof voller Leute zu bekommen,
vielleicht möchten Sie auch noch Würste und Glühwein ausgeben,dann ist der
Erfolg garantiert!....vielleicht nicht mal eine schlechte Werbung für Ihre
Agentur,aber eine sinnlose Aktion um KÄUFER für unser Haus zu finden!!!"

Und dann fügte ich noch etwas selbstgefällig hinzu:"Gutes Marketing
konzentriert sich meines Wissens auf die wirklich als Käufer infrage
kommenden Interessenten"

Mittags musste ich mich über "meine" Bauern aufregen(denen ich Zimt-
sternchen zur Betreuung überlassen habe).
Der unverstellte Blick offenbart ein unglaublich fettes Pferd.
Das macht ihn nicht nur häßlich (ich hörte ein Kind sagen :"schau
das dicke Pony" !!!) und kurzatmig sondern kann sehr leicht zu Hufrehe
führen(einer chronischen Stoffwechselkrankheit die dem Krankheitsbild
von "Gicht" bei Menschen ziemlich ähnelt).
Von mir ins Kreuzverhör genommen,beteuern beide zum x-ten mal,dass sie ihm
eh schon WENIG zu fressen geben und versprechen auch zum x-ten mal nochweniger zu füttern.
Darauf kann ich mich jetzt nicht mehr einlassen.Ich bestelle sofort eine
Palette voll Sägespäne als Einstreu und sage "ab sofort gibts kein Stroh
mehr als Futter und genau eine Lage Heu morgens und abends.
Wenn es nicht klappt,muss ich ihn hier wegholen"drohe ich zum Schluss noch.
Als junges Mädchen im Reitstall fand ich diese "alten Zicken" ,die eine
ganze Reihe von Sonderbedingungen an die Stalltür ihres Lieblings geheftet
hatten,immer besonders ätzend.Jetzt seh' ich das anders.