Dienstag, 21. April 2009




Ich hab noch ein paar Tage im Frühling am See verbracht.
Unsere "dicken Hippiefreunde" Rudi und Trudi waren samt Tochter und Freakbus auch dabei.
Trudi lag den ganzen Tag in tausend geblümte Decken gehüllt im Wohnmobil und hat in Trance in die blühenden Bäume gestarrt.Wie ein Baby ,wie eine Kranke,Uralte ,Verrückte,Schamanin lag sie völlig selbstvergessen da und scherte sich nicht die Bohne um das, was um sie herum vorging.Sie erinnerte mich irgendwie an die ersten Bilder der Parteiversammlungen der Grünen,als ich erwachsene Menschen in bunten formlosen Pullovern wie Pantoffeltierchen auf dem Boden herumtreiben sah.
Ich bin sicher,Trudi lebt mein anderes,gegensätzliches ICH :ein von mir unverwirklichtes Leben als Übermutter,die jedes ihrer Kinder fünfeinhalb Jahre lang an ihrem enormen Busen stillte und heute noch MILCH als Lebenselixier täglich literweise konsumiert.Sie ist zeitlos,mit Kinderaugen,einem Gesicht ganz ohne Sorgenfalten -dabei so herzlich und lieb -macht mich innehalten und staunen,dass es sowas gibt.
(mich,die ich den ganzen Tag herumflitze und bei der eigentlich nichts schnell genug gehen kann,ich staune über die Frau,der alles immer noch zu schnell geht)

Dienstag, 14. April 2009





So war Ostern: mit lieben Freunden,am See.
Es gab ein neues apfelgrünes Besteck und endlich überall bunte Blumen und GRÜN.

Dienstag, 7. April 2009

Gestern Abend bei Susi.
Ihre kleine Tochter hat das weiße Pony geritten bis es k.o. war,dann ist sie noch eine halbe Stunde selbst wie ein Pony über die Hindernisse gesprungen.
Ihr Bruder mit den pinkfarbenen Haaren hat den alten Schäferkarren zum Hühnerstall umgebaut.
Irgendwie fühle ich mich dort immer wie in einem Arstrid Lindgren Film.


Donnerstag, 2. April 2009



Dieses Bild hab' ich nach einem Streit mit meinem Mann gemalt, indem er behauptete ich wäre voller Macken und Wähne.
Ich malte mich als Königin Mackiwahni auf einem Thron in meinem eigenen Reich.
Heut les ich bei Luisa ganz passend, "sie ist da Königin, wo sie ihren Arsch hinsetzt" und das hat mir sehr gut gefallen.
Übrigens hängt mein Bild jetzt im Zimmer eines japanischen Studentenwohnheims.
Ich war so gerührt von der Begeisterung meines Sohnes,dass ich es ihm sofort geschenkt habe.
(angeblich erzählt er seinen japanischen MitstudentInnen dort,so würde eine typische deutsche Mutter aussehen...)

Mittwoch, 1. April 2009

Spätnachts hatte mich der Vater an der Tür abgefangen(-das war vor ca 30 Jahren) er raunte beschwörend in mein Ohr:"Bitte sag unter allen Umstäden,dass ES gut aussieht!"
ES war die Frisur,oder besser Unfrisur,die er meiner Mutter mit der großen Küchenscherre geschnipselt hatte:ein kugelrundes Gesicht und die Schnittlauchfransensträhnen direkt unterhalb der Ohren gecuttet!
Beim besten Willen, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte-aber ich konnte nicht behaupten dass ES gut aussah,zumal die Mutter diesen unvorteilhaften Anblick bereits zeternd vor dem Spiegel kommentierte.
Wie ein Deja-vu Erlebnis fühlte es sich daher an,als die Tochter mich vorgestern an der Tür abfing und leise raunte:"Sag nix Blödes,er hat es so gewollt!" Ihr ahnt es schon,sie hatte ihrem Vater mit der großen Küchenschere die Haare geschnitten,fatzengrade Strähnen direkt unter den Ohren ... unvorteilhafter Anblick bei einem ziemlich runden Gesicht- und läßt sich nicht mal mehr zusammenbinden.
Ich versteh die Welt nicht mehr.Warum gehen Leute nicht einfach zum Friseur,wenn sie einen Haarschnitt wollen?Warum greifen andere zur Schere,wenn sie keine Friseure sind???