Mittwoch, 12. September 2007

12.9.07

Leider hab ich heut schon wieder ganz andere Sorgen,als ich mir`s gestern noch erträumen konnte: aus meinen Schiffsgeschichten,die ich ja abgeschlossen glaubte, ist nun doch noch eine verspätete aber womöglich rechtlich durchsetzbare Forderung bei uns eingegangen.
Da überkommen mich Gefühle von Ohnmacht und Zorn:WAAS, schon wieder Hab ich eine Einladung an das Universum ausgesprochen,dass alle, die da Geld brauchen sich bei mir bedienen sollen???
nichtschlafen,stechen in der Brust und Rechtsanwaltanrufen(-diesmal werd ich mich nicht auf mein moralisches Empfinden verlassen sondern erstmal fragen wie ich rechtlich dran bin.)
Diese Summe wird mir das Genick auch nicht brechen, aber es FRISST MICH an.
Irgendwann muss auch mal Schluss sein mit der Zahlerei!
Alles, was ich im Frühjahr erwirtschaftet habe,der ganze „Schuldenabbau“ ist durch diese blödsinnigen Schiffsgeschichten wieder zunichte gemacht worden!
Das ist bitter!!
Und natürlich fang ich wieder von vorne an, mich zu fragen was für eine lebensfremde Traumtänzerin ich da eigentlich bin.
Andere Leute schauen sich die Sachen erstmal genau an ,die sie gekauft haben –egal was ausgemacht ist- und wenn`s nicht der Beschreibung entspricht,dann zahlen sie ganz einfach nicht.Fertig...holen sich notfalls Rechtsbeistand um aus so`nem Vertrag wieder rauszukommen.
Und ich? Keine Ahnung,welcher Teufel mich reitet,dass ich sofort,arglos größere Summen abdrücke,als hätte ich`s über- ohne überhaupt zu hinterfragen und zu kontrollieren, ob die Sache in Ordnung ist,einfach bloss weil es "abgemacht" war und weil die Leute so „nett“waren.
Es ist diese „coole Art“,mit der ich mein Leben bisher regierte:dies und das nicht so verbissen sehen,mich über die eine oder andere Verordnung und den einen oder anderen Termin hinwegsetzen, dieses oder jenes zu verschlampern und dafür mit ganz viel Hingabe Vertrauen und Freundlichkeit mit den Menschen umgehen und auf diese Art auch manchen Patzer wieder ausbügeln.
Es hat bisher immer so funktioniert.Vielleicht wäre ich reicher und erfolgreicher
geworden,wenn ich mich korrekter, mißtrauischer und egoistischer verhalten hätte.
Bis vor kurzem hatte ich den Eindruck ich komme so klar.
Aber inzwischen hat sich eine Woge von Problemen über mir zusammengebraut- alles Folgen meiner Gutgläubigkeit oder vielleicht auch der Unfähigkeit, mir meine Rechte auch im privaten Bereich klar zu machen und auch dafür einzustehen-auch wenn das enttäuschend „unnett“ auf andere wirkt …

6 Kommentare:

sam hat gesagt…

Ausschnittsweise, bzw. kontoauszugsweise betrachtet stimmt das sicher, was Du sagst, dass die korrekten Ausrechner und Einforderer finanziell reicher sind.
Aber ich denk mir - wenn man mit einer materiell eher lässigen Natur gesegnet ist und daher mit Geld nicht wirklich "umgehn kann", wies so schön heisst, hat mans auch nicht nötig, reich zu werden.

Das Ding ist aber schon, zu unterscheiden ob man aus Gründen des Selbstwerts zu nix kommt (sich nicht fordern, nehmen trauen, nicht wirklich was zu bieten haben, nicht kleinkariert oder sonstwie sozial unschick dastehen wollen etc.) oder weils einem nicht so wichtig ist.
Im ersten Fall glaub ich, gehts an die Existenz, im zweiten einfach irgendwie immer weiter, d.h. basst scho...

kvinna hat gesagt…

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du eine bist, die 'draufzahlen muss, weil sie gefallen will. Nee, das glaube ich nicht...

Stela hat gesagt…

Hallo Sam und Kvinna,
bei mir treffen verschiedene Aspekte zu:
einmal hab ich immer latent ein schlechtes Gewissen weil ich halt schlampig und chaotisch bin.Ich muss immer aufpassen,dass ich nicht sofort in die Defensive gehe ,wenn mich jemand auf dieser Schiene anspricht.
Seit ich mir meiner Verhaltensweise bewußt bin ,versuche ich jeden "Angriff"erstmal zu prüfen.
Aus eben diesem Gefühl unterschwelliger Unkorrektheit kommt auch das Bedürfnis, Sachen immer gleich zu zahlen und Abmachungen unbedingt einzuhalten- auch wenn eine innere Stimme mich
mahnt die Umstände nochmal zu prüfen.Dieser Verhaltensweise hab ich z.B.die Schiffsprobleme zu verdanken:Hätte ich nicht vereinbarungsgemäß die ganze fette Summe gleich unbesehen aufs Konto eines Fremden mit vertrauenswürdiger Stimme überwiesen, sondern Selbigen zappeln lassen,bis ich das Schiff
anschauen kann-hätte ich es nicht
abgenommen und nicht bezahlt,auch Ärger gekriegt- ABER ganz viel Geld gespart....
weil diese folgenschwere Verhaltensweise kein Einzelfall ist
bei mir, muss ich mir einen Schutzmechanismus antrainieren,mir angewöhnen IMMER erstmal zu prüfen und zu überlegen bevor ich gebe,zahle oder gewähre...
Ich bin guter Hoffnung,denn im Geschäft hab ich das auch gelernt,
und mach alles ganz korrekt.
Komisch,dass es schwierig ist Erkenntnisse vom einen Lebensbereich in den anderen zu übertragen..
Stela,wieder etwas munterer

Sati hat gesagt…

Mensch, was bin ich froh, wenn das olle Schiff endlich im wieder im unendlichen Orean verschwunden ist.

"Komisch,dass es schwierig ist Erkenntnisse vom einen Lebensbereich in den anderen zu übertragen." Naja, vielleicht ist das auch ein Segen. So kannst du wenigstens allen neuen Situationen auch frisch, neu und aufgeschlossen begegnen - ohne direkt den Schutzpanzer der Vergangenheit klappern zu lassen - nur weil der Verstand bzw. die Erinnerung sagt "Ich weiß ganz genau, daß ich jetzt wieder reingelegt werden soll."

Ich finde es schöner, den Menschen grundsätzlich offen und mit Vertrauen zu begegnen. Auf die Nase fällt jeder mal. Das ist das Leben, glaube ich. Aufstehen, weitergehen.

Wer genau sagt, du wärst chaotisch und schlampig? Stimmt das so, ist es wirklich wahr? Ich dachte zum Beispiel bis vor kurzem, ich sei sehr faul, bis ich mir das mal genauer angesehen habe während meiner 60 Stundenwoche und im Hinblick auf den Job davor, der über die 60 Stunden hinausging.
Ganz zu schweigen von meiner Zeit, in der ich 15 Stunden am Tag getrommelt habe, wenn es ging.

Gruß, Anuja

der Gauzibauz hat gesagt…

Könnte in deinem Haushalt eine Jungfrau fehlen? Aber das ist auch nicht immer eine Abhilfe.

Wenn man nicht mehr drübernaus sieht mag man auch keine Kontoauszüge kontrollieren. Du hast es bis jetzt geschafft und! DU schaffst das auch weiterhin. Bedenke: GEBEN IST SELIGER ALS NEHMEN. So brauchst du dir kein Gewissen machen wenn du niemand übervorteilt hast.

sam hat gesagt…

Hm.
Gauzi, die letzten beiden Sätze können ganz schnell zum missverstandenem Gutmenschentum gereichen. Es kann durchaus zu jemandens Bestimmung sein, mehr zu nehmen als zu geben, wobei es gar nicht immer um Geld gehen muss.
Und auch mit Geben kann man jemanden "übervorteilen" - ihn in Pflicht nehmen, seinerseits zum Geber zu werden - unterschwellig. Muss gar nicht mit bewusster Absicht geschehen.
Nehmen finde ich oft schwerer als Geben und manche Geschenke sind mir unbehaglich und ich trenne mich lieber wieder davon um mich nicht beeinflusst zu fühlen.
Wennst selbständig bist, fühlst Du Dich Du solang in einem Haifischbecken, bis es Dir keine Angst mehr macht, Dir Deine Brocken zu sichern, so ist das zumindest bei mir.