"Alles eingelaufen" sagt die Tochter und deutet auf einen Stapel mit mehreren BHs und Jeans.
"es wird an dem verdammten Trockner liegen, ich häng' die Sachen künftig wieder auf!"
Wäsche aufhängen ist immer gut, denk ich , aber dass die Sachen nicht mehr passen, das könnte auch an der neuerdings erfolgenden Pilleneinnahme liegen oder an dem Stapel Vesperbrote, den sie -auch neuerdings, mit in die Schule nimmt.
Keine Frage, das Mädchen ist moppeliger geworden.
Gestern sagte sie zu ihrem Bruder, sie würde mehr wiegen als ich, obwohl sie kleiner ist.
Sie hat es also wahrgenommen.
Es ist ein verdammt heikles Thema, ich kenne leider so viele Mädchen mit Esstörungen verschiedener Art.
Einige sind darunter,die durch die Hormoneinnahme ziemlich dick geworden sind.
Ich selbst hab' mit der ersten Pille als junges Mädchen ungefähr sechs Kilo zugenommen.
Das war unproblematisch weil ich zuvor dünn gewesen war und das Gewicht auch später wieder verlor.
Ich möchte sie ihre eigene Form, ihren eigenen Weg finden lassen aber trotzdem zur Seite stehen ,wenn etwas nicht so läuft wie's soll.
In diesem Fall braucht sie meine Hilfe gar nicht und ich will ihr kein Problem einreden, das für sie vielleicht(noch ) gar keins ist.
Für mich selbst immer wieder überraschend, wie unerleuchtet ich mit solchen Dingen umgehe.
Bevor mir diese Veränderung an meiner Tochter aufgefallen ist, hätte ich behauptet,dass ich ein völlig entspanntes Verhältnis dazu habe, ob Eine nun dick oder dünn ist.
9 Kommentare:
Das ist es ja, Stela, warum ich mich so schwertue. Kinder zu haben erschüttert mich und mein Weltbild immer wieder bis in die Grundfesten. Und zwar seit sie ihren ersten Atemzug taten. Nichts stimmt mehr, nichts ist mehr so, wie es mal war. Weil frau plötzlich drei Blickwinkel hat, drei Richtungen, aus denen heraus sie fühlt: Selbst warst du mal Tochter, jetzt bist du Mutter und irgendwo dazwischen bist du Frau. Dieser ständige Dreiklang verändert die ganze Welt.
Danke Kvinna,das hast du auf den Punkt gebracht!
...es ist dieser unsägliche Anspruch an uns selber, es in JEDER dieser Rollen RECHT machen zu wollen!!!
Stela
Weißt du, versteh' mich jetzt nicht falsch, aber wenn eine sagt:"Die Kinder laufen so nebenher...", dann kriege ich immer das Heulen und frag' mich, was ich denn nur falsch mache?
Mich frisst es manchmal... obwohl ich immer glaube, mir meine Räume bewahrt zu haben und die Kinder abzunabeln wo es nur geht...
Hi Kvinna,nicht das Heulen kriegen!
Du machst das gut ,wie du z.B.die Kinder in die Betreung schickst bis 14:00 und dir so deinen Freiraum schaffst!!
Und außerdem sind sie ja echt noch klein,du machst das richtig,wenn du sie Stück für Stück auf eigene Beine stellst.
Ich KONNTE meinen Kindern keinen Taxidienst zu verschieden Aktivitäten anbieten, weil ich zu sehr geschäftlich engagiert war sonst hätte ich es auch getan.
Heut krieg ich Vorwürfe deswegen:"..ich wär so gerne ins Ballett, Turnen etc.gegangen"
Es prallt, ehrlich gesagt, an mir ab.Ich hatte die Ausrede,dass ich nicht konnte.
Allerdings hab ich auch Aktivitäten verweigert wo ich schon gekonnt hätte(Krabbelgruppe,Elternabend)
Da muss ich jetzt mit der "Schuld" leben,mich nicht gekümmert zu haben.
Kinder nehmen das, was du ihnen anbietest, voll in Anspruch,das ist auch richtig so.
Du musst für dich entscheiden was du geben willst oder kannst und auch mit den Reaktionen deiner Umwelt fertig werden.
Da gibts kein richtig und kein falsch jede ist da auf ihre eigene innere Stimme angewiesen.
Und keine Frage, Kinder SIND unterschiedlich in ihren Bedürfnissen.Das was sie BRAUCHEN und WOLLEN mit dem koordinieren was wir BRAUCHEN und WOLLEN ist der tägliche Tanz des Zusammenlebens!
Gestern nervte mich meine Tochter am frühen Morgen schon mit ihrer schlechten Laune und ihren tausend kleinen Botendiensten, die sie für mich hat:"Könntest du mal eben meinen Mantel suchen,meine Trinkflasche füllen,meinen Tee aufgießen,mich zum Bus fahren?"
Bin ich dafür um sechs aufgestanden um mir das zu geben???
Nein!Ich lasse sie mit ihren Wünschen allein und steig noch 'ne Runde aufs Pferd.
..ein bißchen schlechtes Gewissen
ist schon dabei...du siehst,es hört NIE auf und wir müssen da immer alleine durch(ihr Vater steht gleich gar nicht mit ihr auf)
Liebe Grüsse,Stela
Nee, das isses: Dienstmagd will ich nicht sein. Zwischen "lieblos" und "aufopferungsvoll" is' irgendwo eine ganz feine Linie, die "das richtige Maß" heißt. Schwierig, versteh' ich. Meine Kinder wissen ganz genau, welche Knöpfe sie bei mir drücken müssen.
Aber das mit den Krabbelgruppen: für mich waren die ein Rettungsanker. Gut, ich hab' mich niieee auf'n Spielplatz gehockt und Kinderwagen waren mir ein Gräuel. Aber in den ersten Wochen als Mutter brauchte ich DRINGEND Rat und Hilfe, das hab' ich dort durch Austausch bekommen.
Ich hatte solchen Schiss. Ich hab' das gebraucht.
Es gibt Sachen, die habe ich ausprobiert und für mich als unnütz befunden. Dazu gehören Stillgruppen, Krabbelgruppen, irgendwelche anderen Mutti-Kind-Aktivitäten, Babyschwimmen. Wer es braucht, bitteschön.
Ich habe es ausprobiert und einen dermaßenen Widerwillen entwickelt, dass ich es ganz schnell drangegeben habe.
Prinzipiell habe ich meinen Kindern den Staubzucker in den Allerwertesten gepustet, soweit es im Rahmen meiner Möglichkeiten lag.
Allerdings habe ich ihnen auch sehr schnell klar gemacht, dass ich weder "James" noch "Minna" auf der Stirn tätowiert habe.
In dem ich Kinder bekomme, gebe ich nicht das Recht darauf ab, ich zu sein.
Vielleicht kann ich als Entschuldigung anbringen, dass ich überwiegend alleinerziehend war und den ganzen Tag berufstätig.
Nach dem nachmittäglichen Einkauf haben Kind(er) und ich gespielt und waren zusammen, wenn ich gekocht habe oder irgendwas anderes gemacht. Den Haushalt im Schnellverfahren habe ich dann abends erledigt. Geputzt (bis auf so tägliche Sachen wie Waschbecken und Toilette) wurde nur Samstags.
Hat keinem geschadet, es herrschte immer Chaos aber es war eigentlich nie dreckig.
Meine Tochter, die große, sagte letztens noch zu mir:
immer wenn ich Ajax rieche, habe ich das Gefühl von 'es ist Samstag, alles ist sauber und Mami hat Zeit jetzt'
Vielleicht habe ich viele Dinge zu sehr abgewehrt oder geblockt, ich war auch nie das Muttertier, aber ich war immer für meine Kinder da, wenn sie mich brauchten. Und ansonsten habe ich fein mein Ding durchgezogen.
Ich glaube, es ist ein Unterschied, ob man mit den Kindern lebt oder für sie. Es ist einfach schwer, einen gesunden Mittelweg zu finden. Ich tu mich auch immer noch schwer damit, loszulassen, aber eher aus Pflichtgefühl raus, obwohl ich verstandesmäßig weiß, dass es Quatsch ist.
Nicht dass bei uns Friede Freude Eintracht herrscht, weit gefehlt. Gerade bei meiner Jüngsten muss ich täglich - TÄGLICH - um meine Freiräume kämpfen und zanken. Sie will es einfach nicht akzeptieren, dass ich stellenweise keine Lust habe, mich mit irgendwem zu unterhalten oder sonstwas, sondern glaubt immer noch, ich sei ihr persönlicher Alleinunterhalter.
Ja, mein Erstgeboner macht auch immer mich persönlich verantwortlich, wenn ER sich langweilt. ;)
Aber diesen Widerwillen gegen die schleichende Vermuttiisierung, den habe ich erst proportional zu meinem eigenen Wachstum entwickelt.
In gleichem Maße geht mir das Verständnis verloren für diejenigen, die so etwas brauchen - und das ist eigentlich nicht fair von mir.
Jedenfalls genießen Frauen, die da von vornherein drüberstehen, meinen größten Respekt! Auf diese Fähigkeit bin ich neidisch.
Total unreflektierte Grüße von einer, die immer noch wachsen muss! :)
Dir fehlt vielleicht einfach nur ein Paket LMAA *g*
Ich vermute bei mir eher, es kam durch die Umstände, in denen ich mich befand.
In den ersten beiden Lebensjahren habe ich beide Kinder betüttelt und betuckert. Spätestens dann musste ich aber auch wieder ins Berufsleben rein und zwar Vollzeit. Dh. ich war eben nicht nur Mutter, sondern eben auch der wirtschaftliche Alleinversorger. Was einem schon Kummer bereiten kann.
Vom Wesen her bin ich auch eher pragmatisch und ruppig veranlagt (manchmal, nicht immer) und das führte eben dazu, dass ich mein Privatleben (und damit eben auch die Kinder) genauso durchstrukturiert habe wie meinen Berufsalltag. Für mich damals die einzige Möglichkeit zu überleben.
Aber bei weitem nicht die Beste, wie ich finde. Es bleibt doch einiges auf der Strecke
Guten Morgen!
Also mich hat es GEWÜRGT wenn ich diesen mißbilligend- abschätzend dreinblickenden Haufen schwäbischer Mütter nur zu Gesicht kriegte,bei der "Mütterberatung"(1X)beim Abholen am Kindergarten jeden Tag.
Um nichts in der Welt hätte ich Teil dieser Gesellschaft sein wollen!
Das wurde erst besser bei den Elterabenden(=Mütterabende) im Gymnasium,da hab ich ein paar nette Frauen getroffen,die Leute schienen mir etwas offener.
Mir hat die Tagesmutter sehr geholfen, zu der ich meinen Sohn mit 1 1/2 Jahren 2mal die Woche brachte.
Sie war wie ich Ende zwanzig und hat einen sehr großen Haushalt mit Tieren und Kindern so cool und lässig geführt-unschätzbar was es mir und den Kindern gebracht hat.
Meinen kindern hat's dadurch dass ich immer berufstätig war und nicht viel Zeit hatte, an nichts gefehlt.
Es fand sich immer eine Tante,Opa,
Freundin,Einkindfamilie, die Zeit und Lust hatten, die Kinder mitzunehmen . Sie sind dadurch sehr schnell selbstständig und "organisiert" geworden.
Was in der Tat auf der Strecke geblieben ist, sind MEINE Erlebnisse mit den Kindern als sie klein waren...
Montagsgrüsse,Stela
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