25.8.8
Erquickt!Wir waren drei volle Wochen am Bodensee und jetzt bin ich richtig froh wieder daheim zu sein.
Es ist schön hier.
Vaters Tod hab ich verarbeitet- oder er hat mich verarbeitet.
Geweint am Mittag bei meinen Schwestern,am offenen Sarg,in seinem Haus daheim in seinem Garten ,bei der Trauerfeier,bei der Urnenbeisetzung und ALLE Fotoalben angeguckt(hunderte von Bildern).
Wir erhielten seinen handgeschriebenen letzten Willen in seiner schönen markanten Handschrift (Männer haben so selten schöne Handschriften!!!).
Er hat alles ordentlich aufgeführt,keine Zweifel offen gelassen, was besonders für meine Schwestern sehr wichtig war.
Sie sind sehr beruhigt,dass die Erinnerungsgegenstände aus unserer Familie weitgehendst wieder zu uns zurückkehren und ich bin beruhigt,dass er für mögliche Zankäpfel wie z.B.sein Auto eine weise und klare Regelung gefunden hat.
Ich bin froh,dass er auch diese Dinge auf die ihm eigene bockig unbeirrbare Art geregelt hat!
Allerdings-ohne mir einen Heiligenschein aufsetzen zu wollen-ich wäre auch damit zurecht gekommen ,wenn er in (nicht zu ihm passender)schwärmerischer Laune „ALLES“ an seine Stieftöchter vermacht hätte,denn beim Anblick seiner Asche wurde mir wieder mal ganz klar,dass
Es war ein schönes Leben!
Das viele Weinen hat mich völlig aufgeweicht,durcheinandergewirbelt wie eine Welle und wieder an den Strand gespült.
Gereinigt und durchweicht.
Zuerst hab ich mich geschämt,als ich es merkte: der Tod des Vaters hat mich auch befreit.
Befreit von einem dunklen Geist,der wohl irgendwo in der Jugend meiner Mutter aufgetaucht ist,für Unglück ,Streit und Disharmonie und frühen Tod in ihrem Leben gesorgt hat und zu einem Anteil immer in meinem Vater weitergelebt hat und den er auf gewisse Weise an uns weitergereicht hat…
Ich habe auch verstanden,dass die zweite Frau meines Vaters und ihre Familie ihn teilweise für die zunehmende Traurigkeit und Finsternis der letzten Jahre mit meiner Mutter entschädigt hat.
Durch diese Einsicht kann ich auch die Abneigung gegen diese Frau ablegen und ihr freundlich begegnen.
Die Stimme ,die immer heimlich „Bleibt unglücklich!“ flüsterte, ist verstummt, als ich sie bemerkte!
Nun glaubte ich-etwas einfältig-meine Erkenntnisse und frohe Botschaft direkt an meine Schwestern weitergeben zu können.
Die jüngste Schwester lehnt meine Erkenntnisse ab und besteht weiterhin auf Feindseligkeit der Stiefmutter gegenüber.
Richtig übel hat es meine zwei Jahre jüngere Schwester erwischt: es scheint mir, als müsse sie die Probleme und Krankheiten der Mutter nochmal persönlich durchleben und hat sich schon verschiedenen grusligen Untersuchungen in diversen Krankenhäusern unterzogen. Sie reagiert ziemlich abweisend auf mich und sieht sogar Verrat in meiner Freundlichkeit der Stiefmutter gegenüber.
Die Gegenreaktionen meiner Schwestern zeigen mir, dass ich sie mit meinen Erkenntnissen zwar getroffen habe,dass sie es aber so nicht annehmen können und es vielleicht auch nie so für sie sein wird…
5 Kommentare:
Hi Stela,
schön dass Du so lange urlauben konntest!
Zu Deiner Familiengeschichte fällt mir auf: so baut sich halt jede ihre Art von Schutz (oder was sie dafür hält...)
Ich kenn das auch von mir.
Zwar nicht eine fortbestehende Feindseligkeit, aber doch den Genuss der Ruhe, den ein völliger Kontaktabbruch verschafft.
Aber schön, dass Du Dich hast bewegen lassen und neue Ecken gekriegt hast. Ist ja nicht so einfach in der eigenen Sippschaft.
Grüsse,
Sam
Ach Stela - erstmal schön, dass Du ins Bloggerland zurückgekehrt bist!
Ist es nicht verflixt schwer, die eigenen Erkenntnisse nicht 1/1 weitergeben zu können, und zuschauen zu müssen, wie es sich geliebte Menschen so schwer machen können?
Ein schwacher Trost ist nur, dass sie uns dabei auch bloß zugucken können.
Liebe Grüße Juansi
Hallo Stella!
Ich bin froh, dass ich dergleichen noch nicht erlebt habe. Aber irgendwann kommt das auf jeden von uns zu, obwohl ich, wie gut, keine Geschwister habe. Mein Dauerfreund J. kann davon ein sattes Lied singen...
Grye Owl
...die "Neue" im Blog
Morgen zusammen!
Ich lerne dass MEINE Art mit dieser Erfahrung zurechtzukommen für andere nicht unbedingt nützlich,nicht einmal verständlich sein muss.
Es tut mir weh,meine jüngere Schwester in Krankheiten und Schwierigkeiten verheddert zu sehen
und dabei abgewiesen zu werden, ihr zu helfen (wobei ich doch den Schlüssel für ihr Glück in den Händen zu halten glaube).Sie ist mir auf eine Art sehr ähnlich geht aber ganz anders mit ihren Anlagen und ihrem Leben um.Ich hab sie oft als "mein anderes Ich" gesehen und sehne mich sehr nach Harmonie zwischen uns.
Auch wenn es schwierig war und ist-ich bin froh Schwestern zu haben.
Auch mit den Geschwistern meines Mannes und deren Familien gibt es immer wieder sehr intensive Begegnungen-sowohl negative,als auch positiv-innige.
Ich glaube wir führen ein ziemlich aktives Familienleben,das ist mir auch erst jetzt so bewußt geworden.
Ich schau nachher mal bei dir vorbei,Grye Owl,schön dass du mich besucht hast.
Stela
Hallo Stela,
schön, dass du wieder da bist. Sagte ich das schon ? *g*
Ich freue mich für dich, dass du die Möglichkeit hattest, dich richtig durchzulüften und zu sortieren.
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