Dienstag, 23. September 2008

In der Zeitung stand gestern,dass Inger Nilsson,die Filmdarstellerin von PIPPI LANGSTRUMPF sich von der Rolle distanzieren möchte. Sie ist eine erwachsene,reife Frau und hat mit der Pippi nichts mehr zu tun.
Was für eine Enttäuschung!!!

Offensichtlich hat sie nicht verstanden, dass Astrid Lindgren mit der Pippi Langstrumpf einen Archetypus lebendig werden ließ,der in jedem Menschen steckt, unabhängig von Alter und Geschlecht.
Die Pippi,das ist das Kind in uns allen,eine Energie,die entdeckt und gelebt werden will.
Das sieht Inger Nilsson nicht so,sie möchte als Schauspielerin Rollen von behäbigen fünfzigjährigen Kommisarinnen und anderen seriösen Figuren.
Astrid Lindgren hat die Pippi in sich leben lassen: noch als fast Achtzigjährige soll sie mit einer Freundin auf einen Apfelbaum geklettert sein.

9 Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Stela!
Meine Großmutter liebe die "Pippi" und erzählte mir immer ihre Geschichten, als ich noch klein war.
Sie war auch so eine lebendige Frau,....bis zum Schluß.
Nur war ich damals noch zu jung, um zu begreifen........
Liebe Grüße
Rosi

kvinna hat gesagt…

Nuja, welcher Schauspieler möchte schon gern ein Berufsleben lang auf eine seiner ersten Rollen reduziert werden?

Aber ich verstehe, was du meinst. Das Kind in sich, das haben manche schon verloren, wenn sie eigentlich noch Kinder sind.

Sehr schön in manchen Berufen zu sehen: die Jungs, die mit mir die Banklehre gemacht haben, sind zum Teil schon mit Schlips um den Hals und Stock im Arsch geboren worden. Dito die Mädchen mit Feinstrumpfhosen... ;))))

Stela hat gesagt…

Hallo zusammen,
kürzlich auf einer Familienfeier waren die Kids (unter zehn) stark gelangweilt.
Nach kurzem Zögern stellte ich meine Schachtel mit bunter Knete (die ich oft dabei habe)zur allgemeinen Verfügung.Fast alle -auch die Erwachsenenhaben begeistert zugeGRIFFEN."Sehr nett von dir,dass du extra was zur Unterhaltung der Kinder mitgebracht hast" und"ha,ha machst du jetzt "therapeutisches Kneten""... waren die Kommentare.
Schade,dass "kindisch" eigentlich ein Schimpfwort ist und dass es "therapeutische Gründe" braucht,dass Erwachsene sich sowas trauen.
Ich hab Kinder in der Familie
die rufen "Igitt!" wenn sie Fingerfarben sehen und "zu gefährlich!",wenn ich sie mit auf einen Baum locken will.Also ich find' das bedenklich.
Stela

Anonym hat gesagt…

Hallo Ihr Lieben,

meine Mutter hat immer "kindisches Ei" zu mir gesagt.

Ich liebe Feuerwehren, Playmobil und meine Plüschtiere (z.B. ein wunderschöner Chinesischer Glücksdrache mit dem Namen "Fortune".

Vor drei Jahren hat mir ein Mann gesagt, dass er es peinlich findet, dass eine 36 jährige Frau sowas mag! Und wer redet als Erwachsener schon mit Plüschtieren und Teekannen!?! So würde man überhaupt nicht erkennen was ich intelektuell könnte.

Das hat mich damals sehr verletzt.

Jetzt bin ich da durch, und ich lerne immer mehr Menschen kennen mit denen ich stundenlang spielen kann!

Herzliche Grüße,

Ulrike

Stela hat gesagt…

...und gerade diese obervernünftigen
Typen haben ja oft auch ihr "Spiel- zeug" ,ob das jetzt ein Motorrad ist oder ein Auto an dem rumgebaselt und gewienert wird...nur ist das etwas ganz anderes.
Meine Umwelt reagierte anfangs auch befremdet,als ich in "aller Öffentlichkeit"malte,knetete oder in mein Tagebuch schrieb.
Aber die Ansichten ändern sich,inzwischen gibt es in jeder Dorfvolkshochschule "Selbstverwirklichungskurse"(freies Malen,Töpfern etc)und wir genießen die "Künstlerfreiheit" denn Künstler dürfen glücklicherweise alles.
...und ich lerne auch immer mehr Menschen kennen,mit denen ich spielen kann.
Die uns nicht verstehen oder behindern müssen aussortiert werden,soweit das geht.
Für mich sind diese kindischen Aktivitäten Medizin oder Magie gegen Depressionen oder das Älterwerden-werde bin ich eine Weile daran gehindert,dann fühle ich mich von einem Energistrom abgeschnitten.
Stela

kvinna hat gesagt…

Ha! Wir haben immer ein Mau-Mau dabei, nützlich, wenn irgendwo gewartet werden muss oder es sonstwie langweilig wird. Je simpler das Spiel, desto direkter und unkomplizierter der Spaß damit. Dito Memory und Mensch-ärgere-dich nicht.

Was das Spielzeug des Obervernünftigen angeht: das wird ja auch noch mit bitterem Ernst bespielt...

Sati hat gesagt…

Ich verstehe die Frau sehr gut - was vorbei ist, ist vorbei.
Ich habe hier in meiner Geburtsstadt in den 45 Jahren, die ich nun nominal unterwegs bin, schon sehr viele verschiedene Leben gelebt, die sich selbst überlebt haben, die ich überlebt habe und mit denen ich heute überhaupt nicht mehr identifiziert bin.
Wenn mir also ständig irgendwas entgegengebracht würde, was ich mal vor 20 Jahren gelebt habe - wüßte ich einfach, daß mein Gegenüber in der Vergangenheit lebt. Und ich will mich weiterentwickeln. Wichtige Erfahrungen sind integriert - und wenn nicht, kriege ich sie eh nochmal wieder in anderen Geschichten im neuen Leben präsentiert.

Und zu der oft angeführten Heroisierung der inneren Kinder schreibe ich vielleicht mal was mehr in meinem Blog. Es muß nämlich inzwischen in diversen Kreisen für so einiges herhalten und erscheint mir manches Mal wie ein Vorwand für durchaus infantiles Gebaren von Menschen, die ansonsten im Leben den Anspruch an andere erheben, als Erwachsene ernstgenommen werden zu wollen.

In den vergangenen Monaten treffe ich ohnehin nur noch Kinder - die einfach ein paar Jahre bzw. Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Und solange diese nicht nach außen hin so tun, als seien sie klug und erwachsen, finde ich das auch ganz in Ordnung so.

Übrigens habe ich nichts gegen Spiel, im Gegenteil, ich spiele selbst sehr gerne und nehme das meiste im Leben durchaus nicht ernst. Nicht einmal mich selbst.

Es gibt ein differenziertes Buch zum Thema von Stephen Wolinsky, er schreibt über die "dunkle Seite des inneren Kindes" und die durch frühe Kindheitsmuster verschleierte Wahrnehmung, die uns uns diese alten Wesensanteile oft darbieten.
Ich glaube, von der Seite ist es jedoch nur für wenige interessant, da es halt nicht wirklich romantisch ist. Wie zum Beispiel Stofftiere oder andere (Barbie...)Puppen oder Pferde mit Punkten oder oder oder ...

Frohes Spielen weiterhin,
Sati

Gabriela B. Lopes hat gesagt…

Hallo Zusammen,

ja, ich oute mich auch als Pipi Langstrumpf-Fan! Was die nicht alles durfte und anstellte in der Villa Kunterbunt. Eine 50-Jährige als Pipi, kann ich mir indes nur schwer vorstellen.

Aber ich stimme Stela zu. Ich möchte jetzt nicht das "innere Kind" definieren. Doch es ist schon interessant, einmal einen Tag lang zu versuchen, als Kind durch die Welt zu gehen. Das heisst jetzt nicht, nichts ernst nehmen, nur rabautz machen oder alles mögliche anzustellen. Ich denke da eher daran, wie Kinder, sagen wir mal, unter 10 Jahren, die Welt wahrnehmen. Sie entdecken sie noch. Sie legen andere Schwerpunkte. Für den vierjährigen Sohn einer Nachbarin, war neulich beispielsweise völlig egal, dass das ganze Haus geweisselt wurde. Was ihn beeindruckt hatte war, dass seine Mutter bei der Gelegenheit auch einen Baumstamm angemalt hatte, so wie sie es im Süden auch machen, zum Schutz gegen die Sonne. Stolz erzählte er mir, er wohnt in einem Haus, IN dem es einen angemalten Baum gibt. Oder Kelvin, der den Bauch der Katze ganz genau inspiziert hat, und dann beschied, dass Katzenbäuche wahnsinnig schnell heilen. Er hatte eine Narbe im Bauch der grossen Katze gesucht, weil er glaubte, dass sich der Bauch öffnet und die Katzenbabies daraus "raussteigen". Oder ein Kind, das so versunken sein kann ins Spielen, dass es drum herum nichts mehr wahrnimmt. Was für eine Konzentrationsfähigkeit! Ein Kind, das einem Schmetterling hinterherläuft, zum Regenbogen laufen oder die Ringe im See einfangen will, die von einem Steinwurf ausstrahlen. Entdecken, Ausrpobieren, andere Wertigkeiten setzen und auch mal die Sichtweise ändern. Das vergessen wir leider im "Alltag" immer wieder. Und das hat uns die Astrid Lindgren mit ihren tollen Büchern und Verfilmungen wunderschön dargebracht. Michel aus Lönneberg, war auch so einer meiner Favoriten...

Liebe Grüsse
Gabriela

Anonym hat gesagt…

ahjo
keine erwartet dass die schauspielerin noch mit zwei verschiedenen strümpfen rumhüpft
aber spannend wäre doch zu sehen wie pippi heute als kommisarin wäre
der fehler ist die schauspieler mit der rolle zu identifizieren
und die die sich zu sehr mit ihren rollen identifizieren sterben früh...

danke für den anstoß nochmals mit der knete ich kann sie förmlich riechen und geh morgen gleich los welche besorgen
was hab ich die geliebt
und was hat meine mutter sie gehasst wegen der runtergefallenen krümel die sich überall rumtraten
lg birgit