Samstag, 11. Oktober 2008

fünfunddreissig Minuten hat meine Schwestér dazu gebraucht ,ihre vierjährige Tochter davon zu überzeugen,dass sie bei diesem Wetter nicht mit kurzen sondern nur mit langen Hosen ins Freie darf.Fünfunddreissig Minuten geduldiges Erklären,freundliches die Tür vor einem zornigen Kind in kurzen Hosen versperren,liebevolles das schreiende Kind in einen anderen Raum tragen bis sich das Kind dann schließlich davon überzeugen liess...und anscheinend gibt es jeden Tag eine neue ähnlich spannende Herausforderung.
Anstatt sie für ihre Geduld zu loben oder zu bewundern,erlaube ich mir anzumerken,dass das Kind eben die Zeit nutzt,die sie ihr dafür zur Verfügung stellt.
Ich selbst kann mich nicht erinnern jemals mehr Zeit als maximal drei Minuten für die Lösung eines derartigen Problemes gehabt zu haben.
Werktags jedenfalls nicht und einem freien Tag wäre mir die Zeit zu schade gewesen.
Ich hätte vielleicht den Mund halten sollen,aber meine Schwester macht in letzter Zeit wieder einen sehr gestressten Eindruck mit ihren drei Kindern; und offen gestanden ist es momentan auch nicht einfach(für mich) mit dieser Rasselbande irgendwas zu unternehmen,da diese Kinder wirklich sehr respektlos und fordernd sind...
Natürlich wurden meine Hinweise darauf,wie sie diese Respektlosigkeit durch ihr Verhalten fördert, mit beleidigtem Schweigen quittiert und für mich zeigt sich zum x-ten mal,dass ErzieherInnen und PsychologInnen sich am Schwersten darin tun,ihre eigenen Kinder zu erziehen!

3 Kommentare:

kvinna hat gesagt…

Die EIGENEN Kinder zu erziehen ist IMMER am schwersten, egal vor welchem Berufsbildungshintergrund. Das hat mit Betriebsblindheit zu tun, denke ich. Oder das Ding in der Bibel: der Splitter im Auge des Nächsten und der Balken im eigenen Auge.

Sagt eine, die genau weiß, wie "Anderleuts" Kinder erzogen werden müssen ;)))

Gabriela B. Lopes hat gesagt…

Hallo Stela,
ich kann ja nicht mitreden, wie mir immer wieder unterlegt wird. tue es aber trotzdem. immerhin lebe ich ja nicht ausserhalb dieser welt, sondern mittendrinnen und mit nachbarskindern, die seltsamerweise bei mir genau das einhalten, was sie zu hause nie tun würden: schuhe draussen ausziehen, hände vor dem essen waschen, nach dem essen gemeinsam den tisch abräumen... Klar, einer fremden gegenüber respekt zu zollen ist einfacher, als es der mutter gegenüber zu tun. Ich hätte jedenfalls auch nicht die geduld, mich 35 minuten lang auf einen kampf einzulassen.

ganz liebe grüsse in das herbstliche paradies...

Gabriela

minal_mono hat gesagt…

Ich diskutiere nicht ewig rum.Bin aber auch insgesamt von Walddorf und Bio kilometerweit entfernt.