Vergleichen macht unzufrieden. Mich.
Nach einem Wochenende bei meiner Schwester stelle ich fest,dass meine Schwester jünger, hübscher, wohlhabender und schlanker ist als ich. Ihr Ehemann ist lieber als meiner und der ganze Umgangston ist entspannter, liebevoller und geduldiger.
Ich hab mich prächtig erholt dort und bringe einige Denkanstösse mit nach Hause.
Auch das ist eine Frage des SETTING, wie ein Mensch das Leben empfindet.
Mein Mann und ich leben zum Beispiel scheinbar "das gleiche Leben".
Trotzdem findet er es überwiegend schrecklich und wie in einer Hölle, während ich mich eher als zufrieden bis glücklich empfinde und der allergrösste Anteil meiner Sorgen und Nöte direkt mit ihm zu tun hat.
6 Kommentare:
Hallo, Stela! Klare Worte.
Schon mal den Begriff "Vergleichshölle" gehört? Vergleichen ist der schnelle Weg dorthin - und außerdem auch so sinnlos. Würde ich meine äußere Situation mit den vielen scheinbar erfolgreichen Menschen vergleichen ... sähe es nicht besonders gut für mich aus. Aber was hätte das mit meinem Leben zu tun?
Was hält dich bei ihm oder anders gefragt: Welchen Vorteil bringt dir das Verweilen in dieser Konstellation? Es muß ja einen geben ... zum Beispiel kannst du dich als glücklicher im Vergleich (s.o.) empfinden. Das war eine kreative Frage ... nicht mit der Erwartung auf eine Antwort im Blog verbunden.
Gruß, Sati
hallo stela,
irgendwie gehts mir beim lesen deines blogs nicht so gut. ich erlebe dich als tolle, kreative, tatkräftige ..etc. frau. warum bist du mit dir nicht zufrieden??
.. und du bist nicht dafür verantwortlich, wenn es deinem mann nicht gut geht.
liebe grüße
ingrid
Ich muss gerade an das gnadenlose Licht in der Umkleidekabine vom Kaufhaus im Winter denken: nie bin ich so blass, fett, ungepflegt und trockenhäutig wie dort.
Stela, du bist nicht deine Schwester. Du bist nicht dein Mann. Mach' eine andere Lampe an.
Liebe Stela,
du kommt rüber als ein sehr fantasievoller und liebenswerter Mensch. Warum willst du dich mit anderen vergleichen?
Darüber hinaus: auch du als Schwester kannst immer nur VOR die Fassade schauen.
Vielleicht findet deine Schwester ihren Mann irgendwie langweilig? Oder sie bewundert dein kreatives Chaos?
Ich habe aufgehört, mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin ich. Basta.
Habe da noch ein anderes Beispiel:
als ich 18 war, war ich eigentlich optisch recht niedlich, ich war ganz gut in der Schule und eigentlich war so ziemlich alles okay.
In der Ballettklasse war eine Klassenkameradin von mir, die ich zutiefst beneidete. Sie war die Klassenbeste (ihre schlechteste Note im Abizeugnis war eine 1- in Sport), sie konnte wunderbar tanzen und überhaupt. Dazu noch eine ausgesprochen liebenswerte Persönlichkeit. Aber eines konnte sie nicht: singen. Ich Stimme war schon etwas..äh.... wie eine Kreissäge. Nicht melodisch.
Ich unterhielt mich eines Tages mit ihrer Mutter und sagte ihr, wie sehr ich ihre Tochter beneiden würde. Worauf die Mutter lachte und sagte: sie ist so, sie kann alles und will auch alles perfekt können. Aber sie kam nach einem Schulkonzert zur Mutter und sagte: ich würde alle meine guten Noten wegwerfen, ich würde alles geben, wenn ich nur einmal ein einziges Lied mit so viel Seele singen könnte wie Sabine.
Was lernen wir daraus? Nicht nur, dass ich gut singe *g*, sondern dass oftmals die Menschen, die man selbst glühend bewundert und/oder beneidet an einem selbst etwas bewundern oder beneiden.
Und jetzt mach dir einen Tee, klopf dir auf die Schulter und sag ganz laut: ich bin gut so wie ich bin
:-)
Gute Gedanken da über mir.
Ich möchte noch hinzufügen: es kommen auch wieder andere Stunden!
LG, Sylke
haha - nur wer eine jüngere,(ein bisschen) dünnere, begabtere, temperamentvolle Schwester hat, versteht was du sagst - und das hat nichts damit zu tun, dass man sich selbst nicht gut findet. Als ich gestern meiner Schwester zusah, wie sie gleichzeitig jodelt und mit den Fingern Mudrenwechsel übt, hats mich erst irritiert und dann hab ich gedacht "die ist einfach ganz anders als ich". Ich bin ich. (Oder mia san mia, wie der Bayer sagt).
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