
Hab meine Schiffchen aufs Trockene gebracht- willkommen in Absurdistan!!
Immer wieder bannen mich die bizarren Fotos von den gestrandeten Kähnen am ausgetrockneten Aralsee in Russland .(der Sohn hatte sie für ein Referat auf den Rechner geladen)
Die Bilder erinnern mich an unsere Schiffe- momentan zwei-die entweder noch nicht fertig gestrichen sind oder keinen Wasserliegeplatz bekommen und so-zweckentfremdet
und bizarr auf dem Trockenen liegen.
Sie erinnern mich an meine Lebenssituation voll bizarrer Möglichkeiten,die an den
Unwegsamkeiten des Lebens vertrocknen.
Nachts liege ich wach und grüble:soll ich das Haus behalten wegen der netten Veranda ,weil die Kinder von irgendwo in der Welt für geschätzte zwei Wochen pro Jahr in den heimatlichen Hafen kommen möchten, um hier in dieser Küche mit dem Papa zu kochen oder mit dem Hund auf ihren Lieblingsberg zu laufen? Weil ich doch hoffe, irgendwann hier mit Kindern oder Enkelkindern oder überhaupt einen Platz und ZEIT für diesem Traum zu haben:
mit Hunden,Katzen, Schafen,Kühen, Hühnern ,Pferden und Ponies.........
Aber auf diese vage Vermutung hin ein definitiv zu großes Haus jahr(zehnte)lang zu erhalten? Würde ich das Haus verkaufen, wäre ich endlich wieder schuldenfrei.
Könnte viel reisen und bräuchte nicht mehr viel zu arbeiten.
Allerdings gibt es noch das hier-Leben außerhalb der Freizeit-da das Geschäft ja weiter erhalten bleiben muss(weil wir von irgendwas leben und die Kinder bis zum Ende ihrer Ausbildung unterstützen müssen....)
Wo ist dann die Küche zum Kochen und das Schlafzimmer mit Ostfenster?
Soll ich mich im Geschäftsgebäude etwa wieder auf ein staubiges Besenkammerleben wie vor der Hausrenovierung einstellen?
Das will ich KEINESFALLS .!
Im Sommer könnte ich hier auch in einem Zelt leben,aber sollte ich im Winter dieses Geschäft hier weiter betreiben,dann brauche ich dazu eine Wohnung mit:
Küche und Schlafzimmer und Gastzimmer(-für Kinderbesuche) alles voll heizbar
und ein Bad mit einer Wanne,die sich jederzeit mit heißem Wasser füllen lässt!
8 Kommentare:
Dieses verstandesmäßige Grübeln darüber, wie es weitergehen soll habe ich in den vergangenen Monden - wieder des inneren Wissens, daß es zu nichts führt außer mehr Schmerz - zu Genüge betrieben - mit dem Effekt, daß meine Situation hier immer absurder und unmöglicher wurde. Offensichtlich "un-erträglich", in vielerlei Hinsicht. Und das Akzeptieren der Tatsache, daß sich eben gerade nichts ändert und auch nicht wirklich ändern läßt, weil das Leben die Dinge noch nicht in eine andere Richtung, nicht einmal in irgendeine Bewegung setzt - war eine echte Geduldsprobe. In den besten Momenten mußte ich lachen über den Unsinn in alldem, doch diese waren eher rar.
Ich sehe es sAlles, was ich bisher glaubte - wird weichgeklopft. Lang unterdrückte Gefühle und Muster kommen in der Zwangsstarre ans Licht. Ich staune, was ich alles mit mir herumtrage, von dem ich gar nicht ahnte, daß es in mir schwelt. Es ist nicht so, daß die Erkenntnis mir das äußere Leben wirklich verschönert hat - aber ich weiß das alles "irgendwie innen drin" zu schätzen. Es muß wohl genau so sein, wie es jetzt ist. Und auch unsinnige und längst überholte Träume zeigen sich als ebendies: Längst überholt.
Ja, ich möchte auch endlich in ein neuen Leben gehen - aber die Vorbereitung darauf läuft viel länger, als es mir lieb gewesen wäre. Trotzdem sehe ich "irgendwie" ein, daß auch diese zeit eine sehr wichtige für mich ist. Ich trage noch soviel "Unerlöstes" (Ungelöstes, Ungesehenes) mit herum ....
Das Foto von dem geisterschiff finde ich recht gruselig. Als ich in Guinea/Westafrike war, lagen dort auch überall vor der Küste riesige verrostete Geisterschiffe einfach so im Meer herum und mich hat es vor Ihnen gegruselt. Als Jugendliche las ich mit faszinierendemm Gruselgefhl "Das geisterschiff" von B. Traven - kennst du das? Habe zwar alles vergessen - aber ich erinnere mich noch an die Faszination.
Liebe Grüße und alles, was du dir wünschst,
Sati
Es heißt "Das Totenschiff" ... ich lese gerade nochmal die Handlung ....
stela:
die worte könnten abgewandelt von mir stammen - keine lösungen in sicht. das einzige, was ich schaffe, es tangiert mich immer weniger. und die täglichen kleinen schritte mache ich halt.
ganz liebe grüsse
ingrid
und vielleicht ist das leben in absurdistan ein tolles??? das beste mögliche??
Liebe Sati,
hammerhart,dass auch du gerade durch so einen Prozeß ,so eine Situation einer anstehenden scheinbar notwendigen Veränderung gehst-und irgendwie stockt alles.
Aus tausend Gründen.Veränderung scheint notwendig ist aber irgendwie
nicht möglich,noch nicht Zeit dafür-was weiß ich.
Ich les mich durch die Blogs überall ist es ähnlich.
Steht das doch in den Sternen-ist das die Zeitqualität?
Liebe Grüsse,Stela
@Ingrid
es ist sicher der erste Schritt,dass es eineN nicht mehr so tangiert.
Zen-mässiges Loslassen halt.
Auch den Druck loslassen dass etwas getan,gelöst und verändert werden muss.
Absurdistan annehmen.Oft bewegt sich genau dann was,wenn es mir wirklich
WURST ist.
Heut wurde mir ein Wasserliegeplatz
für das große rote Schiff am Bodensee angeboten....
noch mehr liebe Grüsse;stela
Liebe Stela,
oh ja! Ich konnte gar nichts mehr tun. Nicht mal "Sterben-Wollen" ging! Ich hielt mein ganzes Leid fest. Dann hatte ich keine Kraft mehr. Die Hand mußte loslassen. Und es schwemmte mich in mein neues Leben. Ich tat nichts mehr und kam an.
Folgenden Text habe ich gerade bei Sam gelassen:
Hier meldet sich die aus Ruinen auferstandene Ulrike!
Nach Räumungsklage, Wellensittich -Auswilderung und einem mittelgroßen Berg Schulden wohne ich jetzt 150 m von der alten Wohnung entfernt, habe mehr Platz, weniger Mietkosten, eine bessere Sicht (Berge, Fernsehturm und wilder Wein), den tollsten Vermieter der Welt, Traumnachbarn, Liebesknistern zwischen meinem Nachbarn und mir, einen Garten am Haus (baue Gemüse und Blumen an), wundervolle alte und neue Freunde (manche alte aussortiert) ...
Ich zeige meine Aggressionen offen, beende unproduktive Geschäftsbeziehungen, liebe mich!!!!!
Und gestern habe ich einen riesigen Auftrag bekommen, der Spaß macht und viiiiel Kohle einbringt!!!!
Mein neues Motto: Erst die Freude, dann das Vergnügen!
Vielleicht kann ich Euch damit Mut machen!
Das Leben kümmert sich um das Leben!
Oh Ulrike,das ist so schön, von dir zu lesen!(Hab leider erst heute zufällig mal wieder runtergescrollt...)
"wie Phoenix aus der Asche" musste ich denken als ich deine Abenteuer las!
Mit deinen zwei neuen Mottos kannst du mir sehr viel Mut machen.
DANKE!!!
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