von Möchtegerneselzüchtern, Pseudokameltreibern , Walderemiten in Spe und sonstigen Stadtneurotikern handelt meine Gesellschaftsstudie "ein Haus im Wald verkaufen" an der ich momentan schreibe, um die auf meiner Lebensbühne vorgeführten Theaterstückchen festzuhalten und zu verarbeiten...
Tatsächlich hat sich was verändert,seit wir vor achtzehn Jahren unser vorheriges Haus verkauften(eine historische Wassermühle) und unser derzeitiges Haus kauften.
Damals kamen genau drei Interessenten und ein seltsames Paar hat die Mühle dann gekauft:
Er: braungebrutzelter siebzigjähriger Mountainbikefahrer (zu dieser Zeit noch eine Seltenheit),sie: eine vierzigjährige sehr spröde wirkende Bankmanagerin, die gar nicht aus Stuttgart wegziehen wollte.Die Story, sie wären ein Liebespaar, haben sie extra für uns erfunden.
Diese Mühle war meine Heimat,meine Liebe.
In der Stadt aufgewachsen,fühlte ich mich wie am Ende des Regenbogens angekommen, in der Erfüllung meiner Kindheitsträume vom Leben auf dem Lande.
Damals,Ende zwanzig.
Die Bitten meines Mannes,dass er nicht für den Rest seines Lebens der Diener eines
eines uralten renovierungsbedürftigen Hauses bleiben wollte, ignorierte ich zwei Jahre lang.Dann kündigte sich ein Sanierungsbedarf an,der unsere Möglichkeiten weit überstieg.
Viele Jahre hat mich die Vorstellung nicht losgelassen ich könnte irgendwann wenn ich "alt wäre und Geld hätte" wieder in dieses geliebte Mühlhaus ziehen.
Bis ich vor ca drei Jahren noch einmal unverhofft dort an der alten Mühle vorbeikam.
Das Anwesen hatte inzwischen den Besitzer gewechselt.
Offensichtlich bewohnte es jetzt eine Familie,mit Kindern und Pferden,die es verstanden, Haus und Hof so in Schuss zu halten,wie ich es mir nur nur hatte
erträumen können.
Erst bei diesem Anblick konnte ich die alte Mühle loslassen.Jetzt, wo ich wusste,dass das Haus seine Bewohner gefunden hat.
Aber ich bin abgeschweift.Eigentlich wollte ich von dem Edelhippie berichten,der das
Waldhaus zuletzt besichtigt hat:Langer Zopf und freakiges Batikhemd, aber mit einem
sehr teuren Mercedes Wohnmobil dahergefahren kommen.
Er sagte verschwörerisch, das Geld läge bereit und er würde nur zum Vergnügen arbeiten-nicht wegen dem Verdienen,das hätte er nicht nötig.Unser Haus hat seiner Meinung nach nur einen Fehler:man kann die Sonne nicht im Westen untergehen sehen,weil dort ein Berg ist.
Der Sonnenaufgang und die Morgensonne können das nicht ausgleichen.Leider.
Weil er den Garten sehr bezaubernd fand bekam er sogar noch selbstgemachte Maultaschen von uns serviert.
Ich bin trotzdem guter Dinge,dass es ganz bald was wird:eine andere Familie,von Anfang an interessiert, hat inzwischen ihr eigenes Haus verkauft und neue Verhandlungen begonnen.(Leider nicht die entzückende Pferdephysiotherapeutin)
1 Kommentar:
Vielleicht könnte der Hippie sich ja einen Sonnenuntergang in der richtigen Himmelsrichtung kaufen...
Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein :O)
Grüße
Oona
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