Sonntag, 16. Januar 2011

Samstagmorgen: eine Witwe in ihrem Schloß besucht.
Dabei dachte ich, ich kenne jeden Winkel des Nachbardorfs!
Diese Pracht hat mich umgehauen:riesiger Garten mit
Jugenstilbasin für Koikarpfen,weiße Villa luftig
und großzügig mit Hallenbad, Whirlpool,antiken Sandsteinlöwen,
Kristall-Lüstern und Kirchturmuhr als Tischplatte.
Geschmackvoll, wie in diesen teuren Ambiente Bildbänden.
Teure Pralinen und köstlicher Espresso.
Traurig schöne tapfere Frau!
Ich spüre die Anwesenheit des braungebrannten sympathischen
Sportsmannes,der fröhlich vom Foto auf dem Kamin runterlacht.
Und ich spüre,wie sehr er hier fehlt!
Spätnachmittags Spaziergang mit Abenteuerer und Hund.
Alpenleuchten gen Süden,unglaublich allfarbener Sonnenuntergang.
Streitgespräche,Vorwürfe.
Unsere Zukunft ist nicht gut überlegt.
Nein ist sie nicht!Was,wenn wir doch den vollen Steuersatz
zahlen müssen und der Währungscrash den Rest schluckt,die Kinder
brauchen noch drei Jahre Geld und wir sitzen altersarm in unserer
Ruine in Österreich und können keine Renovierung zahlen?
Der Himmel brennt und er schreit.
Ich geh' ins Dorfhallenbad und schwimme, kühle und reinige meinen
Geist, indem ich schwimme bis mein Kopf ganz leer ist und ich nur
noch Blubbern höre und alle Gedanken und Sorgen fort sind.
Später "Kirschblüten" von Doris Dörrie angeguckt.
Älteres Ehepaar ,Tod,Vergänglichkeit,Perspektiven Sinnsuche und
aneinander vorbeileben,Sohn in Tokio...seltsame Paralellen zu
meinem Leben,hat mir gerade noch gefehlt.

10 Kommentare:

noschoko hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
noschoko hat gesagt…

und das klingt nach rosamunde pilcher... alles zeichnen bitte!

schönen sorgenfreien sonntag!
lg u

planet112 hat gesagt…

ich wünsche dir, dass du dich immer wieder freischwimmen kannst :)

Oona hat gesagt…

Manchmal klatsch einem der Himmel auf den Kopf... gut das Du das Schwimmen als Möglichleit in dem Moment überhaupt erkennen konntest. Wertschätzen tut gut. Finde ich.

Der Film von Doris Dörrie ist aber auch so schon bewegend und irgendwie hart genug. In so einer Stimmung drückt die Tiefe des Film auf das ohnehin schon schmerzende Herz.

Ich wünsche Dir, daß der Sonntag heute etwas - nur ein kleines bißchen - heller ist.
Ganz herzlichen Gruß
Oona

meinwald hat gesagt…

Ich denke, ein Neuanfang ist immer schwer. Ich habe das einige Male schon gemacht, aber alleine. Zu Zweit wird alles verdoppelt, die Träume,aber auch die Ängste...Dazu noch die"heutige Zeit" die schon eine geraume Weile alles vermischt, verändert, neu Aufmischt...und so richtig weiss am Ende niemand mehr, welche Richtung wir einschlagen werden. Ich weiss nicht wie die Grundstimmung in Deutschland ist, aber hier haben selst meine Teenager-Kinder vorgestern festgestellt, wie negativ und verlohren die Menschen wirken.
Am Ende ist das Wichtigste, dass wir nicht unsere Träume verlieren, ohne dabei zu vergessen, sie zu realisieren. Vorausplanen kann man eh nur sporadisch, man weiss nie, was das Leben noch an Überraschungen bereithält...
Sonnige Grüsse aus dem Süden!!!

sam hat gesagt…

Guten Mittag Stela,

Dir wird immer was einfallen und Deine Kinder sind stark, gesund und lebenstüchtig. Ihr habt Land! und auch in einer Ruine kann man wohnen (da spreche ich aus Erfahrung)

Zuviel Infos einholen, zuviel Internet lesen, darüber zuviel ins Grübeln kommen - das alles überlagert Deine eigene bisherige Lebenserfahrung - und denk doch mal, was Du bisher alles schon gestemmt hast.
Die vielen angstvollen Stimmen haben eben oft noch nichts gestemmt und sind deswegen so ängstlich, das kann so schleichend und unbemerkt anstecken, das glaubt man gar nicht.

Dann wirds doppelt schwer, jemand mitzuziehen und immer die Förderliche, Mütterliche, die Kümmerin zu sein die gefälligst das Lebendige in der Beziehung, den Zuspruch und Rat zu liefern hat. Das ist auch so eine Rolle, in die man schleichend reingerät - und am Ende bist natürlich Du "schuld", wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit schiefläuft, die andern hamms ja immer gleich gewusst - und wenn Du so richtig gut zugeritten bist in diesem Selbst- (eigentlich Fremd-) verständnis, glaubst Du das am Ende noch selber.

Ich weiss nicht, ob man damit so Knall auf Fall aufhören kann, wenn man verheiratet ist, dafür hab ich kein Gefühl. Aber es mal sorum zu betrachten schadet bestimmt nicht.

Aber schon bezeichnend, gell, wie man in Sorgenzeiten Kondition aufbaut :)

Gruss, Sam

Schwemmholz hat gesagt…

ach wie schön, etwas zu haben, bei dem der kopf soo frei wird!

schaue immer wieder mal gerne hier vorbei!

liebe traunseegrüße, karin

Wildgans hat gesagt…

nie langweilig-
nie
nein
gut so!

Stela hat gesagt…

Vielen Dank für eure Kommentare-alle!!!Es gibt mir SO viel,mich mit euch austauschen und besprechen zu können!Danke erstmal für eine beantwortung werde ich erst später Zeit haben,jetzt muss ich noch etwas arbeiten...Stela

MizThreefivesix hat gesagt…

Bei mir hat auch gleich der Pilcher-Knopf geblinkt,eigentlich gemein weil man an dem wirklichen Schmerz dieser Witwe vorbeigeht.
Und du! kannst du nicht dein Geld in die Ruine stecken bevor der Währungscrash (der sowieso nicht kommen wird) alles frisst?
du musst nicht antworten - nur so ein Gedanke.