Montag, 10. März 2008

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

(Gedicht von Eichendorff,Bild von mir ,nach einem Spaziergang durch die Nacht gemalt.Inzwischen steht der Teppich wieder säuberlich zusammengerollt neben der Tür und ich sitze montagsmunter an meinem Schreibtisch.)

Donnerstag, 6. März 2008

6.3.08

Telefonieren ist eine weibliche Kunst.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit schnappe ich den Hörer und rufe an :meine Schwestern, meine Schwägerin ,meine Tante , meine Freundinnen und meine Tochter(obwohl ich sie jeden Tag sehe).

Mein persönlicher Rekord liegt bei dreieinhalb Stunden für ein einzelnes Gespräch.

Mein Mann deutet dieses Verhalten als Sucht und hat schon verschiedene Ansätze gemacht mir einzureden,dass ich dabei Energie verliere,Zeit verplempere etc.
Klar gibt es Telefongespräche ,die einen irgendwie fertig machen.
Als meine Schwester unglückliche Liebschaften hatte, zum Beispiel,nach diesen Gesprächen war ich oft fertig-auch wenn wir über anderes gesprochen hatten.(sie ist grad glücklich liiert)

Gestern hab ich etwas leicht verrücktes getan.Ich hab eine „wildfremde“ Frau angerufen. In Brasilien. Gabriela.

(Das geht mit einer Vorwahl www.tariftipp.de )

Ihr schönes Bayrisch hat mich ebenso begeistert wie ihr mitreißendes Lachen.So toll!
Nach Brasilien telefonieren.
Also das ist ziemlich so, wie dort hinzureisen.Auf jeden Fall hab ich den Freudenfunken von diesem erbaulichen Gespräch den ganzen Tag noch in mir gespürt.

Schlagartig wurde mir klar warum die meisten Männer telefonierende Frauen verabscheuen:weil es eine Welt ist,die sich ihnen verschließt.

Es ist ausser Telepathie die einzige Möglichkeit den Raum zu überwinden.Eine magische Handlung,ohne Hintergedanken,umweltfreundlich und überhaupt nicht teuer.

Lasst uns miteinander telefonieren!

Mittwoch, 5. März 2008

die Moorseen,heut' Mittag


der erste Blick auf (damals)unser Schiff Walnuss vor knapp einem Jahr


ein Stück Ostsee

5.5.8 in der Mittagspause bei den Moorseen gewesen mit Bärin.
Mit Geländewagen Hund und Fahrrad den gesperrten Waldweg entlang gefahren, vor den Sumpfwiesen geparkt und die fünf Kilometer Trampelpfad heftig strampelnd bezwungen.
Eisiger Wind,Wolken und Sonne.
Die Moorseen sind ein Stückchen Paradies.
In dieser trockenen steinigen Heidelandschaft gibt’s eigentlich kein Wasser.
Eine seltsame Ähnlichkeit stelle ich zwischen der Schärenlandschaft in Südschweden und diesen Moorseen fest.
Ich träume noch ein paar Minuten vom Wasser und vom Sommer und von dem unglaublichen ersten Blick auf damals unsere Walnuss in Schweden.
Das war ziemlich genau vor einem Jahr.
Ich werde wieder kommen,aber jetzt muss ich zurück.
Leider sieht das Auto aus, wie nach einem Offroad-Turnier.
Den fragenden Blick vom Mitarbeiter ignoriert.Wird besser sein,wenn ich mich da später mal mit einem Eimerchen zu schaffen mache….

Montag, 25. Februar 2008

"Alles eingelaufen" sagt die Tochter und deutet auf einen Stapel mit mehreren BHs und Jeans.
"es wird an dem verdammten Trockner liegen, ich häng' die Sachen künftig wieder auf!"

Wäsche aufhängen ist immer gut, denk ich , aber dass die Sachen nicht mehr passen, das könnte auch an der neuerdings erfolgenden Pilleneinnahme liegen oder an dem Stapel Vesperbrote, den sie -auch neuerdings, mit in die Schule nimmt.
Keine Frage, das Mädchen ist moppeliger geworden.
Gestern sagte sie zu ihrem Bruder, sie würde mehr wiegen als ich, obwohl sie kleiner ist.
Sie hat es also wahrgenommen.
Es ist ein verdammt heikles Thema, ich kenne leider so viele Mädchen mit Esstörungen verschiedener Art.
Einige sind darunter,die durch die Hormoneinnahme ziemlich dick geworden sind.
Ich selbst hab' mit der ersten Pille als junges Mädchen ungefähr sechs Kilo zugenommen.
Das war unproblematisch weil ich zuvor dünn gewesen war und das Gewicht auch später wieder verlor.
Ich möchte sie ihre eigene Form, ihren eigenen Weg finden lassen aber trotzdem zur Seite stehen ,wenn etwas nicht so läuft wie's soll.
In diesem Fall braucht sie meine Hilfe gar nicht und ich will ihr kein Problem einreden, das für sie vielleicht(noch ) gar keins ist.
Für mich selbst immer wieder überraschend, wie unerleuchtet ich mit solchen Dingen umgehe.
Bevor mir diese Veränderung an meiner Tochter aufgefallen ist, hätte ich behauptet,dass ich ein völlig entspanntes Verhältnis dazu habe, ob Eine nun dick oder dünn ist.

Montag, 18. Februar 2008

18.2.08

Gelegentlich an sonnigen Wintertagen verbrachte ich die Mittagspause in einem Stehcafe an der Dorfstrasse,wo seit einiger Zeit Tisch und Stühle für die Hartgesottenen und die Raucher vor der Tür stehen.

In der Sonne, an der Strasse sitzen mit einem Milchcafe und einer Desertbanane, das sind zwanzig Minuten Urlaub, da kann ich echt mal kurz abtauchen.

Leider haben sich neuerdings ein paar Dorfschnallen von meinem Beispiel anstecken lassen.

Eine hat sich schwuppdich-eh ich michs versah- den leeren Stuhl geschnappt und beschlossen mir Gesellschaft zu leisten.

So musste ich jetzt sämtliche Kraft aufwenden um deren schlechte Energie und uninteressanten Klatsch nicht bis zu mir durchdringen zu lassen.
Statt „Straßencafe in Paris –Träumereinen“ hab ich mir den Mund beim schnellen Trinken verbrüht und meine Kräfte mit Abwehren verausgabt.
In Zukunft laufe ich mittags wieder mit dem Hund über die Wiesen,da kann mir sowas nicht passieren!!
Der Liebste hat seine beim Ebay zusammengesteigerte Musikanlage mit Sythesizer und allem komplett und sitzt jetzt abends im Bücherzimmer,wo er all das aufgebaut hat und erzeugt glücklich schräge Töne.

Ich widerstehe seinen Bitten unbedingt ins Nebenzimmer zu kommen und „es doch auch mal zu probieren“.
Es freut mich,dass er,der so lange Zeit in seinem Leben fast professionell Musik gemacht hat, endlich wieder einen Weg zur Musik gefunden hat- aber selbst zu spielen macht mich gar nicht an.
Ich hab auch eine Entdeckung gemacht:ich hole mir die guten Stockmar-Wachsfarben-die so lecker nach Bienenwachs riechen-lege ein Papier auf die eingeschaltete Speisen-Warmhalteplatte und los geht’s-
H
EMMUNGSLOSES MALEN -sag ich nur.
Die Farben leuchten und verfließen –es macht so Spaß,ich kann gar nicht genug kriegen davon.

So sitzen wir grad’ idyllisch Abend für Abend ,Wand an Wand und Jede/r macht für sich seine tollen kreativen Entdeckungen.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Lebenspläne....

Was hab' ich diese deutsch-griechische Familie aus dem Nachbardorf um ihren pradiesischen Lebenswandel beneidet: Ganze zwei Vormittage in der Woche hat Vater Janis auf dem Wochenmarkt in der Stadt einen Marktstand mit griechischen Spezialitäten aufgebaut.Wenige Stunden zusätzlich hat es gebraucht, bis er und seine Frau Marga Oliven und Käse etc.eingelegt und die Waren vorbereitet hatten.Den Rest der Woche verbrachten sie mit ihren drei Kindern auf ihrem kleinen Bauernhof mit Gemüsegarten,eigenen Hühnern,Schweinen, Schafen und drei Eseln.
Es gab sogar einen werbewirksamen Zeitungsartikel mit Foto von der ganzen Familie samt griechischem Marktstand und Eseln!
Leider hat Janis letzten Herbst von einem Feinkostladen erfahren, der sich in der Stadt in der Nähe des Marktplatzes befindet und vom Vorbeitzer altershalber und weil er sich nicht mehr gelohnt hat aufgegeben werden sollte.
Da hat Janis kurzerhand und ohne seine Familie zu Rate zu ziehen- zugeschlagen-insgeheim hat er angeblich schon immer einen Feinkostladen gewollt und das Geld vom Markthandel ist ihm auch zu knapp geworden, jetzt wo die Kinder größer sind.
Für den Umbau des Ladens mit schönen Naturholzregalen wurde ein Kredit aufgenommen und dann gings los.
Als ich Marga kürzlich traf, schaute sie sehr verdrießlich drein. Der Gewinn des Ladens geht komplett für die Tilgung des Kredits drauf.Jeden Tag sitzt eines oder mehrere Familienmitglieder von 9 bis 18 Uhr in diesem Laden und die Einnahmen reichen grad für den Kredit!
Da bleibt keine Zeit mehr für Hühner und Schafe , sogar die geliebten Langohren wurden aus Zeitmangel verkauft!
Ich schreib das auf, weil ich in letzter Zeit ständig solche Geschichten in meinem Umfeld erlebe,
und weil meine eigene Geschichte ja auch so ähnlich verlief.
Ich hatte ein "freies Leben" bin früher zu meinen Kunden hin gefahren, hab mir meine Zeit selbst einteilen können und einen schönen Sonnentag oder mehrere einfach frei genommen.
Das ging niemanden was an und das hat auch niemand mitbekommen.
Ich machte mir nicht klar,was es bedeutet, ein Ladengeschäft mit festen Öffnungszeiten zu haben, welche Abhängigkeit dann entsteht ,wenn du Bankkredite brauchst, um Umbauten oder Maschinen zu finanzieren.
Es gibt einen Weg zurück , den gehe ich grad.
Das ist aber viel langwieriger und mühsamer, als es gewesen wäre , sich VORHER alle Konsequenzen klar zu machen und sich zu fragen: WILL ich das wirklich?
Heut frag ich eher andersrum:
WIE soll mein Leben denn aussehen und WIE komme ich dahin?
Also meine lieben Feinkosthändlerinnen,Goldschmiedinnen,Galeristinnen, Boutiquebesitzerinnen und Heilpraktikerinnen, die ihr wie ich (unglücklich) jeden Tag von neun bis achtzehn Uhr oder vielleicht von acht bis neunzehn Uhr und samstags auch noch , in euren selbstgemieteten Ladengeschäften sitzt und auf Kundschaft wartet, während draußen die Sonne lacht, lasst uns gemeinsam den Weg zurück antreten.
Zusammen wird uns schon was einfallen: ein Weg aus der täglichen Tretmühle in ein spannendes unabhängiges nicht untätiges Geschäftsleben!!!

Samstag, 9. Februar 2008

Heute habe ich mich bei DIESEM Kaktus entschuldigt.
Seit Jahren vegetierte er in meinem Büro 'rum, steckte seine dürren unattraktiven Stecken in die Luft. Mehrfach stürzte er schon von der Fensterbank und dezimierte seinen hochgewachsenen Wildwuchs selbst wieder und mehrfach war er auf dem Weg zum Kompost -und wurde aus Mitleid wieder zurückgebracht.
UND JETZT DIESE BLÜTEN....
Sie versüßen mir momentan meinen Alltag im Büro.
Angesichts meiner absoluten Leere in der Kasse habe ich mich dazu entschlossen,den Geldfluss wieder in Gang zu bringen und Kunden und Arbeit ZU RUFEN.(Luisas Buch "STEINREICH"bietet sinnvolle Anregungen)
Dabei musste ich entdecken,dass ich meine innere Einstellung zum Kundenfluss schleunigst überarbeiten musste.
Wenn Eine wie ich in ihrem Geschäft sitzt und tief im Herzen davon träumt, endlich wieder heim zu dürfen und mit Hunden und Pferden über die Berge zu flitzen und das an einem Montagmorgen schon-
ich mein, WIE soll sich da jemand ANGEZOGEN fühlen?
Meine eigene UNLUST scheint mir ein großes Hindernis zu sein.
Deshalb stelle ich mich jetzt erst mal mitten auf den Hof an jedem Morgen und brülle, so laut ich kann: WILLKOMMEN,LIEBE KUNDINNEN!
Dann betrete ich die Geschäftsräume und entferne alles ,was diese Einladung stört.
Ich rolle einen imaginären roten Teppich für meine Kundinnen aus!
Mein komplettes Büro hab ich letzte Woche so entrümpelt und einen großen Sofa hinterhergeschmissen(eine Gabe von bösen Menschen-war überfällig)
(ich empfehle dazu das Buch "simplify your Life"-Danke Sam,deinetwegen hab ich es erst gelesen)
"ES"funktioniert. Natürlich.
(nebenbei hab ich auch noch ein paar nichtmagische Aktionen gestartet, z.B.
Prospekte und Anzeigen losgeschickt etc....)
Die Kunden kommen und kaufen. Genauso,wie ich mir das gewünscht habe.
Heimlich arbeite ich allerdings an einem Plan Geld+ Energie anzulocken ohne mich auf diese Art dafür zur Verfügung stellen zu müssen.