Freitag, 20. Juni 2008

Der Jäger



Vorgestern erhielt ich einen unverschämten Brief.Vielleicht den unver-
schämtesten,den ich je erhalten hatte.Der neue Jagdpächter fordert
michauf, umgehend die Beweidung der Hangwiesen einzustellen,auf
denenmeine Pferde seit elf Jahren unbehelligt einen Teil des
Sommers verbringen.
Ich lehne den Beistand von Mann und Sohn ab und verabrede mich
mit diesem Jäger allein oben auf den Hangwiesen- am Ort des
Geschehens-möchte dieser unverschämten Person in die Augen sehen.
Ich dachte mir's schon:
Seine vorgeschobene Härte bricht,er wird nicht müde, mir seinen Zorn
darüber, sein neues Jagdrevier "eingezäunt" vorzufinden,erklären zu
wollen und sich für die Unmöglichkeit der brieflichen Kontaktaufnahme
in dieser Form zu entschuldigen.
Er ist menschlich gesehen nicht mal unsympathisch:direktes offenes
Lachen,ein Naturmensch,der sogar in persönlichem Kontakt mit dem
Kräuterschamanen Stoerl steht.
..soweit ich das schizophrene Verhalten eines Jägers überhaupt
verstehen kann,der Wildtiere ja hegt pflegt und anfüttert
-um sie dann schließlich doch abzuknallen...

Wir reden,verhandeln und treffen eine Abmachung über eine
eingeschränkte Beweidung diese Saison noch,die für uns beide
akzeptabel ist.

Trotzdem,als ich den Berg hinuntersteige wissen Minki und ich
(die Katze ,die mich begleitet hat),dass nichts mehr ist wie
es war.
Ich sollte eine der Nachbarweiden für meine Pferde pachten können,
denke ich gestern morgen als ich mit den Hunden über die Wiesen laufe.

Komisch,seit Jahren versuche ich durch Anfragen bei den Besitzern
und Bestellungen beim Universum erfolglos die Weide direkt an meinen
Garten angrenzend pachten zu dürfen.
Was jetzt kommt ist ziemlich unglaublich:
Gestern ruft die Erbin des Nachbargrundstücks an(hatte ich gar nicht
mitgekriegt, dass es jetzt einer Erbengemeinschaft gehört) und sagt:
"Sie hatten doch wegen des Flurstücks soundso schon mehrfach angefragt?
Ich denke wir sind jetzt soweit,dass wir es verkaufen wollen..
...haben Sie noch Interesse?"
Ähem,ich wollte es eigentlich pachten.
Es handelt sich um eine 2ha große Obstwiese teilweise Hanglage mit
sonnigen flachen Stellen und jungem und uraltem Baumbestand.
Traumhaft.
Und sicher auch eine größere finanzielle Investition.
"Ich könnte Zeburinder halten und wir könnten eine Besenwirtschaft
aufmachen" frohlockt mein Mann.Von der Hobbytierhaltung zum Halbprofi?
Hab' ich das gewollt?
Ich weiß noch nicht,wie sich das Ganze entwickelt nur eines
steht fest: nichts ist mehr,wie es war.

Montag, 16. Juni 2008



Mittwochmorgen bin ich noch mit meiner Tochter ausgeritten,sie war
gesund und fröhlich.Als ich abends von der Arbeit heimkam lag sie
im Bett: Bauchweh und Erbrechen.Hatte sie schon ein paarmal.
Ging mit Zäpfchen nach ein paar Stunden immer wieder weg.
Meine 2 Hausärzte haben auch nix besseres gewußt.
Diesmal wars schlimmer,stärkere Schmerzen und sie gingen nicht
mehr weg -trotz Zäpfchen.
Sohn und ich brachten sie nachts ins Krankenhaus.
Im Morgengrauen schickte man uns wieder heim."Magendarminfekt,
das kann schon ziemlich weh tun"
diagnostizierte der junge überforderte Notarzt.
Donnerstag weiter Bauchweh.Abends verlangte sie Salzstangen
und Cola.Immer noch Bauchweh.Freitagmorgen weckt sie mich
ganz früh.Hat die ganze Nacht vor Schmerzen nicht schlafen können.
Sie wird zu ihremHausarzt gebracht.Der schickt sie mit Nachdruck
nochmal ins Krankenhaus.
Die junge Ärtzin der chirurgischen Notaufnahme entscheidet
innerhalb von 30 Sekunden:"Hochakute Blinddarmentzündung
-wird schnellstmöglich operiert"
Freitagabend nach der OP konnte ich sie nochmal besuchen,
sie war sehr erleichtert,hat ein bißchen Fußball geguckt.
Gottseidank,mein armes Kind!!!!
Nur ein kleiner Schnitt am Bauch,aber der Blinddarm war
angeblich kurz vor dem Durchbruch.
Morgen darf sie vermutlich wieder heim.
Obwohl insgesamt 4 Ärzte auch nicht gleich die richtige Diagnose
stellten rauf ich mir die Haare:
Warum hab' ich ihre Schmerzen nicht ernster genommen,warum
meine Ängste vor jeglichen Operationen vor meine Intuition gestellt
,die in Bildern immer wieder zu mir sagte:
"das ist wie Kolik bei einem Pferd".
(sorry,bei mit kranken Tieren hab ich irgendwie mehr Erfahrung)

Jetzt muss ich an die Geschichte einer Mutter denken,die ihr Kind bei
einer schweren Mittelohrentzündung nicht mit Antibiotika behandeln
ließ sondern selbst mit Kräutern und Homöopathika herumdokterte-
mit fatalen Folgen:das Kind bekam einen Gehirnabszeß und trägt
einen bleibenden Gehirnschaden davon.
Eigentlich weiß ich,dass es bei aller notwendigen Kritik an der
konventionellen Medizin eben auch notwendige und erfolgreiche
Eingriffe gibt für die keine alternativen Behandlungsmethoden bekannt
sind-jedenfalls mir nicht,das ist der springende Punkt.
Ich kenne mich ja nicht wirklich aus, sondern habe ein gefährliches Halbwissen.
Das will ich lernen:meine Kompetenzen nicht mehr überschreiten,
Augen und Ohren aufmachen und auf meine innere Stimme hören.
(mein Schwesterchen hat es gestern mal wieder treffend auf den Punkt gebracht:
"Lass die Hobby-Schamanin nicht wieder mit dir durchgehen!!!"



Dienstag, 10. Juni 2008

www.bendecho.de/1d3d5089b9-handy-popcorn
An alle Handy-Benutzerinnen:ein einfacher Versuch zum Nachmachen.
Du brauchst dazu: 3-oder 4 eingeschaltene Handys und eine Handvoll Maiskörner,die Sorte,die es als Popcornmais fertig zu kaufen gibt.
Die Handys werden sternförmig angeordnet,das obere Teil jeweils nach innen,so ,dass in der Mitte eine maximal faustgroße Fläche frei bleibt.An diese Stelle legtst du die Maiskörner.
Jetzt alle Handys anrufen....nach ca 30 Sekunden beginnen die ersten Maiskörner sich zu Popcorn zu verwandeln....faszinierend.
Fazit: sich ein Handy ans Ohr zu halten muss wohl ähnliche Wellen wie eine Mikrowelle direkt in unser Gehirn befördern.
(Ich hab diesen Versuch bei You-tube gesehen,konnte aber die Adresse nicht abschreiben oder kopieren,ich such's nochmal und versuch es zu verlinken,denn ich möchte ,dass möglichst viele Menschen damit konfrontiert werden,was so ein Handy tatsächlich für Wellen aussendet.
Seit ich das gesehen habe ,telefoniere ich nur noch mit Headset!)


Montag, 9. Juni 2008


Samstag im verzauberten Feen-Garten meiner Lieblingsschwägerin.Alles blüht,ist nass vom vom Regen das Licht der Fakeln spiegelt sich tausendfach.
Die Männer gucken Fußball.
Leben wie im Märchen.Dankbarkeit.
(Komisch jedesmal wenn ich Kopfschmerzen oder ein anderes Leiden hatte -zum Glück sehr
selten-dann kommt,wenn es vorbei ist so ein unglaubliches Glücksgefühl über mich,paradiesisch irgendwie)

Freitag, 6. Juni 2008


Als ich mit meinem gelben Pickup voller Strohballen den Berg hochflitzte sah ich die Gemüse-Hilde mit ihrem blauen Pickup voller Blumen ,Gemüse und Setzlinge, oben um die Kurve biegen und mir entgegenkommen.Zwei Frauen in zwei Kleinlastwägen,beide etwas zu rasant unterwegs,
ein ekelhaftes Krachen, zwei kaputte Aussenspiegel und zwei sehr dumme Gesichter.
"So'n Scheiß!Jede zahlt ihren Schaden selber?!?"schrien wir beide gleichzeitig-erleichtet
dass so wenig kaputt war.
So nett und so einfach ist das manchmal zu entwirren,wenn zwei Frauen aneinander rasseln!!!
Ganz anders geschah es kürzlich:
Leider schaute ich nicht in den Aussenspiegel sondern nur hinten, raus als ich schnell den Hof verlassen und mal eben mit einem geschickten Manöver rückwärts im Hof wenden wollte.

Leider hat mein Mann sein Auto -völlig unüblich -unten im Hof stehen lassen und leider gibt es in diesem Kleinlastwagen einen fiesen toten Winkel,den ich bis dahin noch nicht kannte.

Es tat einen ganz gräßlichen Rums,der Kleinlastwagen hatte gar nix,aber das "schöne"Auto
war hinten ,Kotflügel und Lampe, ganz zerknüllt.
Obwohl ich es ihm ganz feinfühlig beibrachte, kriegte mein Mann einen Herz-Heulanfall und richtete einige sehr häßliche Worte an mich.

Bezifferte den Schaden auf ca 2.500€ Werkstattreparatur-vermutlich nicht schlecht geschätzt- besorgte die Teile dann aber für 100,00€ und verrichtete ein Karrosseriebauermeisterstückchen indem er den Schaden frisch lackiert fast unsichtbar machte.

Versteht sich von selbst,dass ich während den Tagen seiner Reparaturarbeiten ausnahmsweise Interesse und Bewunderung für die detailierten Berichte seiner aufregenden Erfahrungen mit Mehrkomponentenspachtel und anderen technischen Finessen zeigte!

Schade,dass er bei solchen Heldentaten nicht auch noch freundlich bleiben kann oder nett,
dann würde ihm vermutlich die verdiente Dankbarkeit und Bewunderung entgegenfluten...

Ich hab übrigens nie behauptet, eine besonders gute Autofahrerin zu sein!

Mittwoch, 4. Juni 2008


Doch,ich hab's getan.In Ermangelung eines richtigen Sees entsann ich mich, bei innerer und äußerer Gewitterstimmung an diesen Gumpen mitten im Wald.
Die Schlurgbrühe (Begriff meiner Tochter für dunkelgrüne dickflüssige Gewässer)ist brusttief und ich konnte 2-3 Längen schwimmen bis ich mich völlig in dem Seegemüse verheddert hatte.
Das kurze Glücks-und Erfrischungsgefühl machte mein Steuerberater wieder zunichte, indem er mir erneute Vorhaltungen über das Chaos in meinem Büro machte und ich meinte dabei verhaltene Schadenfreude und Genugtuung in der Stimme meines personifizierten freudschen Überichs zu vernehmen.
.Ja sicher,da fragt ihr zurecht warum ich diesem Energieräuber nicht endlich den Laufpass gebe,wo er mich doch immer wieder so runterzieht.
Aber das ist wie in einer langjährigen Partnerschaft:man hat so viel zusammen erlebt,er macht es wirklich günstig,er muss oft wirklich leiden weil er jedem Zettel hinterherjagen muss...und überhaupt Büroarbeit ist deshalb so schlimm für mich, weil mir nirgendwo der Spiegel meiner eigenen Unfähigkeit so gnadenlos vor Augen gehalten wird.
Ich komme dabei wirklich jedesmal an den Punkt wo ich mich verzweifelt frage wieviel Anpassung denn nun eigentlich von einem Menschen(mir) vom Leben abverlangt werden kann,dass ich wieder und wieder die erniedrigende Suche nach sinnlosen Kontoauszügen und Belegen anfangen muss.Und jedesmal begreife ich nach einer gründlichen Durchwühlung sämtlichen Büroinhaltes nach einem erneuten rührend- zaghaften Versuch, hier irgendsowas wie eine Ordnung hineinzubringen,dass es mir nichts nutzt ,zu klagen und mich darauf zu berufen,
dass ich andere Dinge besser kann und lieber tu als Büroarbeit zu machen (Kunden beraten zum Beispiel)und so bin ich der Schlurgbrühe meiner Büroarbeit entstiegen und versuche daran zu reifen.