Montag, 25. August 2008

25.8.8

Erquickt!Wir waren drei volle Wochen am Bodensee und jetzt bin ich richtig froh wieder daheim zu sein.

Es ist schön hier.

Vaters Tod hab ich verarbeitet- oder er hat mich verarbeitet.

Geweint am Mittag bei meinen Schwestern,am offenen Sarg,in seinem Haus daheim in seinem Garten ,bei der Trauerfeier,bei der Urnenbeisetzung und ALLE Fotoalben angeguckt(hunderte von Bildern).

Wir erhielten seinen handgeschriebenen letzten Willen in seiner schönen markanten Handschrift (Männer haben so selten schöne Handschriften!!!).

Er hat alles ordentlich aufgeführt,keine Zweifel offen gelassen, was besonders für meine Schwestern sehr wichtig war.

Sie sind sehr beruhigt,dass die Erinnerungsgegenstände aus unserer Familie weitgehendst wieder zu uns zurückkehren und ich bin beruhigt,dass er für mögliche Zankäpfel wie z.B.sein Auto eine weise und klare Regelung gefunden hat.

Ich bin froh,dass er auch diese Dinge auf die ihm eigene bockig unbeirrbare Art geregelt hat!

Allerdings-ohne mir einen Heiligenschein aufsetzen zu wollen-ich wäre auch damit zurecht gekommen ,wenn er in (nicht zu ihm passender)schwärmerischer Laune „ALLES“ an seine Stieftöchter vermacht hätte,denn beim Anblick seiner Asche wurde mir wieder mal ganz klar,dass sowieso nichts Materielles übrig bleibt , wenn wir von dieser Welt gehen.

Wieder geweint.Den Tod meiner Mutter vor 23 Jahren nochmal hochkommen lassen und wieder geweint.Sein ganzes Leben nochmal Revue passieren lassen.
Es war ein schönes Leben!
Das viele Weinen hat mich völlig aufgeweicht,durcheinandergewirbelt wie eine Welle und wieder an den Strand gespült.
Gereinigt und durchweicht.
Zuerst hab ich mich geschämt,als ich es merkte: der Tod des Vaters hat mich auch befreit.

Befreit von einem dunklen Geist,der wohl irgendwo in der Jugend meiner Mutter aufgetaucht ist,für Unglück ,Streit und Disharmonie und frühen Tod in ihrem Leben gesorgt hat und zu einem Anteil immer in meinem Vater weitergelebt hat und den er auf gewisse Weise an uns weitergereicht hat…
Es hat mich tief verstört ,als ich diese unglückliche Energie aufstöberte und ich fand erst wieder Trost, als ich anhand der Fotos und Erinnerungen feststellte,dass es auch schöne und glückliche Zeiten im Leben meiner Mutter und meinem Vater gegeben hat.

Ich habe auch verstanden,dass die zweite Frau meines Vaters und ihre Familie ihn teilweise für die zunehmende Traurigkeit und Finsternis der letzten Jahre mit meiner Mutter entschädigt hat.
Durch diese Einsicht kann ich auch die Abneigung gegen diese Frau ablegen und ihr freundlich begegnen.
Die Stimme ,die immer heimlich „Bleibt unglücklich!“ flüsterte, ist verstummt, als ich sie bemerkte!
Nun glaubte ich-etwas einfältig-meine Erkenntnisse und frohe Botschaft direkt an meine Schwestern weitergeben zu können.
Die jüngste Schwester lehnt meine Erkenntnisse ab und besteht weiterhin auf Feindseligkeit der Stiefmutter gegenüber.
Richtig übel hat es meine zwei Jahre jüngere Schwester erwischt: es scheint mir, als müsse sie die Probleme und Krankheiten der Mutter nochmal persönlich durchleben und hat sich schon verschiedenen grusligen Untersuchungen in diversen Krankenhäusern unterzogen. Sie reagiert ziemlich abweisend auf mich und sieht sogar Verrat in meiner Freundlichkeit der Stiefmutter gegenüber.

Die Gegenreaktionen meiner Schwestern zeigen mir, dass ich sie mit meinen Erkenntnissen zwar getroffen habe,dass sie es aber so nicht annehmen können und es vielleicht auch nie so für sie sein wird…

Montag, 14. Juli 2008

Mein Vater ist heute Nacht gestorben.
An plötzlichem Herzinfarkt nach einem Theaterbesuch zu Hause in seinem Bett.
Irgendwie genauso, wie er es sich gewünscht hatte.
Nachträglich erkennen wir in vielen seiner letzten Äußerungen, dass er seinen nahen
Tod irgendwie geahnt haben muss.
Ich kann's im Augenblick noch nicht fassen und bin ziemlich durcheinander.

Freitag, 4. Juli 2008

Papa,oder der letzte richtige Abenteurer

Gestern kam mein Vater aus Brasilien zurück und sein zögerliches "Jo" auf meine Frage ob's denn schön gewesen ist, brachte mich gleich auf die richtige Fährte:
schon am 2.Tag ist er in Recife schwer gestürtzt ,hat sich Platzwunden zugezogen ,einen Zahn ausgehauen und Prellungen am ganzen Körper zugezogen.
Trotzdem hat er irgendwie seinen "Plan" durchgezogen ,verschiedene Sehenswürdigkeiten, Freunde und Verwandte besucht , ist kreuz und quer durch Brasilien gereist und schließlich in Rio abgestiegen, wo er leider am vorletzten Tag nochmal so schwer stürtzte ,
dass er bewußtlos wurde und von lieben Menschen in ein Taxi verfrachtet und mit dem Notwendigsten versorgt wurde und erst in seinem Hotel wieder zu Bewußtsein kam.


Er behauptet, die Stürze kämen davon ,dass seine linke Hüfte durch einen mehrfach operierten
Bandscheibenvorfall und seine rechte Hüfte ,durch vier(!)maliges operatives Austauschen der Hüftgelenksknochen einfach schlecht koordiniert sind.
Er möchte nun in eine Laufschule gehen,die eine Physiotherapeutin anbietet.
Denn nächstes Jahr,obwohl seine Frau es noch nicht weiß ,will er wieder nach Brasilien reisen.
Er wäre dann 78 und ich glaube nicht,dass es nochmal klappt.
Aber trotzdem, er ist heute mein Held,denn dass er sich mit seinen vielen Handicaps
nochmal alleine auf so eine weite Reise getraut hat, das haut mich echt um.

Ich bin auch froh,dass er gesund-einigermassen-wieder heimgekommen ist und hab ihm erstmal verziehen,dass er mich nicht mitgenommen hat.

Mittwoch, 2. Juli 2008




Im Sommer wäre ich gern eines meiner Pferde!

Montag, 30. Juni 2008

KASPERTHEATER

Als engagierte Mutter kam mir damals alles ins Haus, was als pädagogisch wertvoll galt,
so auch das Kaspertheater und die dazugehörigen Puppen.
(Angeblich hab' ich meine Kinder damit ganz schön genervt,weil sie die Puppen
"voll doof" fanden...)
Beim Aufräumen fand ich sie kürzlich in einer alten Kiste.
Ich konnte mich der seltsamen Anziehungskraft dieser Püppchen nicht entziehen ,nahm sie
aus der Kiste und begann zaghaft damit zu spielen.
Prinzessin,Kasper,Zauberer,Hexe und Wolf- plötzlich hatten sie mir alle etwas zu sagen,
es war, als verkörperten sie Anteile von mir ,meinem Partner,meiner Familie,meinem Leben.
Ich erhielt Antworten auf Fragen und Einsichten in aktuelle Situationen,die mich glatt umgehauen haben!
Bei weiterem Nachdenken erkenne Zusammenhänge zu den Inhalten des Buches von Olaf Jakobsen "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" was ja viel von (Familien)-Aufstellungen handelt.
Ich weiß nichts über"Maskenarbeit" vermute aber dass es eine ähnliche Weise ist
unbewußten Prozessen,Energien,vielleicht auch Wesen Stimme und Gestalt zu verleihen wie ich sie mit meinem Kaspertheater entdeckt habe.
Im Prinzip können auch Knetfiguren und andere Objekte dazu dienen, diese Projektionen anzunehmen.
Ich hatte früher eine Abneigung gegen solche Spielchen,weil sie mich immer an das (für mich)
gruslige Tischerücken oder einfach Spuk erinnerten.
Jetzt stelle ich fest,dass ich-und andere vielleicht auch-im Alltag ständig solche Projektionen vornehmen aber halt nicht so bewußt.
(Indem ich mir z.B.vorzustellen versuche,was eine bestimmte Person,die ich grad' nicht erreichen kann zu einem bestimmten Problem sagen würde.Ich werde das jetzt bewusster angehen.Spannend!!!



Freitag, 27. Juni 2008

27.6.08

Um diese Jahreszeit ist es nicht“notwendig“, die Pferde auszureiten
um ihnen genügend frische Luft und Bewegung zu verschaffen:
sie sind
ja sowieso fast fast ständig auf der Weide.
Umso mehr genieße ich den
Luxus eines Ausritts am frühen Morgen,
mit Zimtsternchen,der jetzt ausgeglichen
-fast gemütlich-
zu reiten ist.

Wir inspzieren die Hochsitze des neuen Jägers:
anstatt der Freisitze,die
ich manchmal mit den Hunden gern benutzte
(nur ich bin da hoch gestiegen
natürlich)hat dieser Typ da richtige
kleine komplett verschlossene
Hütten auf Stelzen aufgestellt ,auch
noch mit dunkelbraunem giftigem(?!!)
Holzschutz angeschmiert!
Kein Wunder dass sich die Bauern aufregen,

wenn so ein „Gebäude“ plötzlich ungefragt auf ihre Wiese gestellt
wird!

Gestern traf ich noch Margaretha,die Ortsvorsteherin.
(wenn du bei uns in "der Wildnis" wirklich verwegene Mountainbiker
siehst,die den Berg hochklettern- oder runtersausen,oder wenn mir in
aller Hergottsfrühe eine einsame Marathonläuferin weitab jeglicher
Urbanisation begegnet,dann ist es meist die vierundfünfzigjährige
Margaretha- Hut ab!!)

Margaretha hatte auch schon Ärger mit dem Jäger.
Sie hat es gewagt, in seinem Revier einen großen Grillplatz mit originellen
Holzmöbeln errichten zu lassen.Das haben Zimtsternchen und ich uns
heute
morgen mal angeschaut:

der Königsthron .....mit herrlichem Weitblick über die Alb