Zimtsternchen und ich entdecken jeden Tag unbekannte neue Landschaften.
Eines Tages gibt es kein ZURÜCK mehr für uns,dann folgen wir diesen verschlungenen Pfaden ins Märchenland.
Wie Goldmarie und Pechmarie kommen mir meine beiden Schwestern gelegentlich vor:
Dane,die jüngste von uns Dreien lebt in einem prallen kleinen Paradies:liebevoller Ehemann, drei süße wilde Kinder alle in Walddorf-einrichtungen,zu Essen gibt’s nur liebevoll Gekochtes aus dem Bioladen und die Klamotten kommen samt und sonders aus dem Waschbär-Versand oder ähnlichen Läden,(bis auf die Cowboystiefel zum Reiten natürlich)…die Erfüllung dieser Klischees ließe sich unendlich fortsetzen…
Zu Dane hatte ich immer schon ein enges Verhältnis,sie ist acht Jahre jünger und ich mag besonders die Ruhe ,die sie ausstrahlt.
Nilla,meine zwei Jahre jüngere Schwester hat dagegen etwas absolut Beunruhigendes:sie ist seit zehn Jahren geschieden, zieht spätestens alle zwei Jahre in eine andere Wohnung mitten in der Stadt,wechselt Job, Freundinnen und Männer so häufig,dass ich oft nicht auf dem Laufenden bin.
Ihre spärlich eingerichtete Wohnung hat sie hauptsächlich mit großformatigen selbstgemalten Bildern geschmückt.Sie hat NUR unpraktische,schräge und teure Kleidung und ungefähr hundert Paar Schuhe.
Zu unseren mühsam zusammen-harmonisierten Familienfeiern(die immer in Danes schönem Haus stattfinden) erscheint sie mit einem jungen schwulen Bekannten und verschwindet vor dem Essen wieder oder sie kommt zum Essen, hat aber zufällig an diesem Tag ein Abführmittel nehmen müssen weil wieder irgendeine medizinische Untersuchung ansteht….
Dieses verrückte Huhn kann ich normalerweise nur wohldosiert ertragen-und deshalb bin ich verwundert,dass mich Danas behäbige Gemütlichkeit neuerdings einzuengen droht, während ich mich von Nillas filmreifen Unmöglickeiten inspiriert fühle.
Irgendwie lebt in beiden ein Anteil von mir-nicht nur genetisch…