Gestern schleppte ein junger Mann ein schweres verhülltes Etwas in meine
Werkstatt.
Als er das Tuch wegnahm, kam die überdimensionale Büste einer finster dreinblickenden Alten zum Vorschein.
"Das ist meine Mutter.Ich habe für mich und meine Brüder je einen Abguss
gemacht" erklärte er keuchend
"Von Ihnen hätte ich jetzt gern einen Marmorsockel,damit sie über den Teich,
durch den Garten zu unserem Haus blicken kann"
"Wenn Sie mir helfen das zu verhindern, bekommen Sie von mir eine schöne
Belohnung" sagte seine hübsche Begleiterin,als er uns nicht hören konnte
und tippte auf ihren Geldbeutel.
"Das würde mir noch fehlen, daß die Alte aus dem Jenseits in meinen schönen
Garten glotzt!"
Die Belohnung wollte ich nicht,aber ich machte dem jungen Mann glaubhaft,
dass ein derartiges Kunstwerk möglicherweise nicht frostsicher ist und daher
besser in einem Innenraum,z.B.seinem eleganten Büro plaziert wäre.
Einsichtig trug er das gute Stück schließlich wieder hinaus und seine
Begleiterin sagte mitfühlend: "Die wird er wohl noch eine Weile
mit sich rumschleppen müssen..."
Mittwoch, 11. November 2009
Sonntag, 8. November 2009
Wende?
Gestern flitzten wir an den Bodensee um unser Schiffchen
für einen Interessenten,der extra mit dem Flugzeug von
Hamburg kommen wollte, ein wenig nett herzurichten.
Gleich bei der Ankunft verstrickten wir uns in heftige
Meinungsverschiedenheiten:
Während er davon überzeugt war,daß zuallererst der
Riss in der Persenning( das ist die Spezialplane mit der
Schiffe abgedeckt werden) genäht werden müsse, wollte
ich zuallererst die Persenning entfernen (ein fleckig-
unansehliches Ding,das sowieso ersetzt werden muss)ich
wollte das Schiff gründlich reinigen und polieren um es
dem Interessenten möglichst attraktiv zu machen.
Die Mühe des Persenning-Zusammenlegens scheute ich nicht
-er aber schon.
Irgendwann gab ich nach und stieg grummelnd die Leiter
hoch,um mit der scharfen Spezialnadel und einem Seglerfaden
den Riss zu nähen.
Wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung!
Als ich fast fertig war, rief dieser Interessent auf dem Handy
an- und sagte den Termin ab.
Seltsamerweise waren wir beide erleichtert,daß das schöne
Schiff nun doch nicht verkauft wird.
Und überhaupt,was soll das?
Scheinbar sind weder Waldhaus noch Geschäft oder Schiff derzeit
verkaufbar.
Da muss der neugekaufte Vierseithof in Österreich halt noch ein
bißchen warten, bis wir weiter restaurieren und dorthin ziehen
können....bei einem achthundert Jahre alten Gemäuer wird es
auf ein zwei Jahre nicht ankommen.
Diese Erkenntnis nimmt mir allen Stress.
Vielleicht werden wir im Frühjahr doch Kamerun Schafe hier
halten,vielleicht wird die Tochter doch zuerst nochmal hier
einziehen....
Der Banker sagt das geht,ist überhaupt kein Problem.
Wir haben beschlossen,die Dinge so laufen zu lassen wie sie
kommen und es geht mir schon viel besser mit dieser Erkenntnis!
Gestern flitzten wir an den Bodensee um unser Schiffchen
für einen Interessenten,der extra mit dem Flugzeug von
Hamburg kommen wollte, ein wenig nett herzurichten.
Gleich bei der Ankunft verstrickten wir uns in heftige
Meinungsverschiedenheiten:
Während er davon überzeugt war,daß zuallererst der
Riss in der Persenning( das ist die Spezialplane mit der
Schiffe abgedeckt werden) genäht werden müsse, wollte
ich zuallererst die Persenning entfernen (ein fleckig-
unansehliches Ding,das sowieso ersetzt werden muss)ich
wollte das Schiff gründlich reinigen und polieren um es
dem Interessenten möglichst attraktiv zu machen.
Die Mühe des Persenning-Zusammenlegens scheute ich nicht
-er aber schon.
Irgendwann gab ich nach und stieg grummelnd die Leiter
hoch,um mit der scharfen Spezialnadel und einem Seglerfaden
den Riss zu nähen.
Wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung!
Als ich fast fertig war, rief dieser Interessent auf dem Handy
an- und sagte den Termin ab.
Seltsamerweise waren wir beide erleichtert,daß das schöne
Schiff nun doch nicht verkauft wird.
Und überhaupt,was soll das?
Scheinbar sind weder Waldhaus noch Geschäft oder Schiff derzeit
verkaufbar.
Da muss der neugekaufte Vierseithof in Österreich halt noch ein
bißchen warten, bis wir weiter restaurieren und dorthin ziehen
können....bei einem achthundert Jahre alten Gemäuer wird es
auf ein zwei Jahre nicht ankommen.
Diese Erkenntnis nimmt mir allen Stress.
Vielleicht werden wir im Frühjahr doch Kamerun Schafe hier
halten,vielleicht wird die Tochter doch zuerst nochmal hier
einziehen....
Der Banker sagt das geht,ist überhaupt kein Problem.
Wir haben beschlossen,die Dinge so laufen zu lassen wie sie
kommen und es geht mir schon viel besser mit dieser Erkenntnis!
Dienstag, 3. November 2009
..die letzten wärmenden Sonnenstrahlen,wunderbare Ausritte mit
Zimtsternchen.
Heut' ist er zum allersersten Mal über einen wassergefüllten
Graben gesprungen-na ja der Graben war an dieser Stelle nur
eine Handbreit breit und das Wasser ein fadendünnes Rinnsal.
Trotzdem!
Im Waldhaus könnte ich vor Wonne grad den ganzen Tag schnurren:
wir haben nämlich die Ölheizung in Betrieb genommen und hier
ist es ÜBERALL mollig warm.
Bisher hatten wir uns aus ökoklogischen und Sparsamkeitsgründen
mit einer Holzpelletsheizung und den ganzen damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten(Pellets herumschleppen-Ofen jeden Tag
aussaugen UND entrußen) bei maximal lauwarmer Wärme selbst
gequält.
Heut morgen ertappte ich mich dabei, zu denken, wie wenig
verlockend mir das
provisorisch zwischen kalten und staubigen Kartonagen einzurichtende
Schlafgemach im Werkstattgebäude dagegen erscheint, in das wir
weichen müssen, sobald das Waldhaus verkauft ist.
Mag sein,dass ich mit diesen Gedanken mögliche Hauskäufer verscheuche.
Jedenfalls tut sich grad nix,die Zeit scheint still zu stehen,
ich versuche, das zu genießen.
Zimtsternchen.
Heut' ist er zum allersersten Mal über einen wassergefüllten
Graben gesprungen-na ja der Graben war an dieser Stelle nur
eine Handbreit breit und das Wasser ein fadendünnes Rinnsal.
Trotzdem!
Im Waldhaus könnte ich vor Wonne grad den ganzen Tag schnurren:
wir haben nämlich die Ölheizung in Betrieb genommen und hier
ist es ÜBERALL mollig warm.
Bisher hatten wir uns aus ökoklogischen und Sparsamkeitsgründen
mit einer Holzpelletsheizung und den ganzen damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten(Pellets herumschleppen-Ofen jeden Tag
aussaugen UND entrußen) bei maximal lauwarmer Wärme selbst
gequält.
Heut morgen ertappte ich mich dabei, zu denken, wie wenig
verlockend mir das
provisorisch zwischen kalten und staubigen Kartonagen einzurichtende
Schlafgemach im Werkstattgebäude dagegen erscheint, in das wir
weichen müssen, sobald das Waldhaus verkauft ist.
Mag sein,dass ich mit diesen Gedanken mögliche Hauskäufer verscheuche.
Jedenfalls tut sich grad nix,die Zeit scheint still zu stehen,
ich versuche, das zu genießen.
Sonntag, 25. Oktober 2009
Samstag wurde ich zur bäuerlichen Freundin geschickt, zwei eigens für
meine Familie geschlachtete und gerupfte Gänse abzuholen.
Obwohl diese Tiere wirklich ein schönes "artgerechtes" Gänseleben
hatten macht es mich eher traurig,sie nun nicht mehr morgens beim
Wegfahren in dem kleinen Tümpel hinter dem Haus der Bauernfamilie
beobachten zu können.
Ich wollte es kurz machen,legte das Geld auf den Küchentisch und wankte
beladen,in jeder Hand einen schweren Korb mit je einer Gans drin tragend,
in Richtung Tür.
Da hielt meine Freundin mir ohne jede Vorwarnung ein großes, sehr
farbiges Foto direkt unter die Augen und sagte fröhlich:
"Schau mal,das wollte ich dir schon lange mal zeigen:es ist ein Foto von
dem Geschwür,das mir letzten Herbst aus dem Unterleib operiert wurde.
Die Ärzte haben es direkt bei der OP gemacht.Ist es nicht fantastisch?"
Der Boden wurde komisch weich unter meinen Stiefeln und ich kriegte keine
Luft mehr in der völlig überhitzten Küche.
Krampfhaft hielt ich die beiden Körbe umklammert als ich wie gelähmt schwer
auf einen blitzartig untergeschobenen Stuhl fiel.
Glücklicherweise ist der Bauer auch noch Sanitäter und bevor ich's richtig
mitbekam ,öffnete er mit der einen Hand geschickt meinen Mund und schüttete
mit der anderen einen Schluck feurigen Obstbranntwein(selbstgebrannt)
hinein.
Es reichte zum Aufstehen und aus der Küche wanken.
Beim Hinausgehen hörte ich noch, wie zu seiner Frau sagte:"Ich weiß auch nicht,
sie ist heuer so zimperlich geworden..."
meine Familie geschlachtete und gerupfte Gänse abzuholen.
Obwohl diese Tiere wirklich ein schönes "artgerechtes" Gänseleben
hatten macht es mich eher traurig,sie nun nicht mehr morgens beim
Wegfahren in dem kleinen Tümpel hinter dem Haus der Bauernfamilie
beobachten zu können.
Ich wollte es kurz machen,legte das Geld auf den Küchentisch und wankte
beladen,in jeder Hand einen schweren Korb mit je einer Gans drin tragend,
in Richtung Tür.
Da hielt meine Freundin mir ohne jede Vorwarnung ein großes, sehr
farbiges Foto direkt unter die Augen und sagte fröhlich:
"Schau mal,das wollte ich dir schon lange mal zeigen:es ist ein Foto von
dem Geschwür,das mir letzten Herbst aus dem Unterleib operiert wurde.
Die Ärzte haben es direkt bei der OP gemacht.Ist es nicht fantastisch?"
Der Boden wurde komisch weich unter meinen Stiefeln und ich kriegte keine
Luft mehr in der völlig überhitzten Küche.
Krampfhaft hielt ich die beiden Körbe umklammert als ich wie gelähmt schwer
auf einen blitzartig untergeschobenen Stuhl fiel.
Glücklicherweise ist der Bauer auch noch Sanitäter und bevor ich's richtig
mitbekam ,öffnete er mit der einen Hand geschickt meinen Mund und schüttete
mit der anderen einen Schluck feurigen Obstbranntwein(selbstgebrannt)
hinein.
Es reichte zum Aufstehen und aus der Küche wanken.
Beim Hinausgehen hörte ich noch, wie zu seiner Frau sagte:"Ich weiß auch nicht,
sie ist heuer so zimperlich geworden..."
Freitag, 23. Oktober 2009
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Schad' eigentlich; je mehr in meinem Leben passiert desto weniger
find' ich die Zeit (darüber) zu schreiben.
Ich versuchs trotzdem: Die Tochter hat mich verlassen.Ist selbst bereits
glücklich in Indien angekommen und hat ihren Volontärinnenjob als Lehrerin
in einem Projekt für sehr arme Dorfkinder angetreten.
Ich bin von der supercoolen Mutter zur jammernden Heulsuse mutiert.
Überlegte ob ich eine Website für verlassene Mütter gründen sollte.
Es ist hart, meine liebe Tochter und Gefährtin,die
einfach ALLES weiß und ALLES kann und so voller Liebe und Wärme ist, nun
auf der anderen Seite des Planeten zu wissen!
Sie hat mir noch ein tolles Abschiedsgeschenk gemacht:einen MP3 Player
MIT Einweisung und anspornenden Worten: "ich wäre ziemlich entäuscht,wenn du das nicht in den Griff kriegten würdest"...und ich kriegte es in den Griff!
Eine ganze Nacht lang hab ich schamlos meine Lieblingsschnulzen runtergeladen
und jetzt kann ich sie hören wann und WO immer ich will: auf Zimtsternchens Rücken im Wald, in der Badewanne(vorsichtig) und während der ungeliebten Büroarbeit.
Fremde Menschen inspizieren unser Haus,begutachten es als ihr mögliches
neuen Domizil-bisher warwn noch keine da,die ich mir als Bewohner vorstellen
könnte.
Gestern hat eine nett-verrückt klingende Hundezüchterin angerufen.Sie hat immer so 7-12 Schäferhunde in allen Grössen und sucht dringend was weit ausserhalb.
sollte sie dort einziehen würden sich die Bewohner unten im Dorf sicher bald nach den beiden einsamen Stimmchen unserer Hunde zurücksehnen...
find' ich die Zeit (darüber) zu schreiben.
Ich versuchs trotzdem: Die Tochter hat mich verlassen.Ist selbst bereits
glücklich in Indien angekommen und hat ihren Volontärinnenjob als Lehrerin
in einem Projekt für sehr arme Dorfkinder angetreten.
Ich bin von der supercoolen Mutter zur jammernden Heulsuse mutiert.
Überlegte ob ich eine Website für verlassene Mütter gründen sollte.
Es ist hart, meine liebe Tochter und Gefährtin,die
einfach ALLES weiß und ALLES kann und so voller Liebe und Wärme ist, nun
auf der anderen Seite des Planeten zu wissen!
Sie hat mir noch ein tolles Abschiedsgeschenk gemacht:einen MP3 Player
MIT Einweisung und anspornenden Worten: "ich wäre ziemlich entäuscht,wenn du das nicht in den Griff kriegten würdest"...und ich kriegte es in den Griff!
Eine ganze Nacht lang hab ich schamlos meine Lieblingsschnulzen runtergeladen
und jetzt kann ich sie hören wann und WO immer ich will: auf Zimtsternchens Rücken im Wald, in der Badewanne(vorsichtig) und während der ungeliebten Büroarbeit.
Fremde Menschen inspizieren unser Haus,begutachten es als ihr mögliches
neuen Domizil-bisher warwn noch keine da,die ich mir als Bewohner vorstellen
könnte.
Gestern hat eine nett-verrückt klingende Hundezüchterin angerufen.Sie hat immer so 7-12 Schäferhunde in allen Grössen und sucht dringend was weit ausserhalb.
sollte sie dort einziehen würden sich die Bewohner unten im Dorf sicher bald nach den beiden einsamen Stimmchen unserer Hunde zurücksehnen...
Dienstag, 6. Oktober 2009
ich hab ein bißchen übertrieben...nicht nur bei den Farben.
Das ist ein Bitt-Bildchen für alle die,die mir jetzt erst mal Geld leihen müssen, damit ich nicht zur Bank muss.(meine Familie)
Und meine Nerven beruhigt es auch,abends noch ein bißchen malen.
Es ist ein großartiger Umbruch,alles soll verkauft werden: das Haus im Wald,
das rote Schiff,das kleine Wohnmobil,der Geländewagen und tausenderlei Hausrat und Unrat mehr,den wir in unserem neuen Leben nicht mehr brauchen.
Ich hab den Turbolader eingeschaltet ,selbst mit Zimtsternchen reit' ich fast nur noch Galopp.Wenn ich dann so durch den Wald brezle,und jedesmal einen
neuen wunderbaren Weg entdecke,dann frag ich mich allen Ernstes: wozu braucht ein
Mensch eigentlich Haus und Hof und tausend Sachen,die nur fesseln und beschweren?
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