Mittwoch, 28. November 2007


28.11.07

gestern zu viel Glühwein getrunken,und mir daraufhin
selbst eine total alkoholfreie Zeit geschworen.
Ich werd alkoholfreies Bier kaufen um meine Gelüste
in den Griff zu kriegen.
Nach häßlichen Auseinandersetzungen mit meinem Liebsten
vorgestern und gestern kam
Nachmittags/abends die Versöhnungsphase.
Wir müssen uns um Zusammenhalt bemühen,Auseinandertriften
passiert von selber.
Er sagt noch, meine derbe Ausdrucksweise würde ihn stören
Das finde ich lustig,weil ich eigentlich ihn öfter als ausgesprochen
derb und roh erfahre .
Ich weiß,daß er eigentlich nicht so ist und
auch einen differenzierteren Wortschatz hat.
Auf diesen Hinweis fällt ihm nicht viel ein….
Leider hat er gestern –
animiert durch meinen Glühweinkauf-auch zu viel getrunken.
So stieg ich nach mehreren Glühweinmixgetränken noch ins
Auto und holte die Tochter bei der theoretischen Fahrstunde ab!!!!
Später gabs Harry Potter auf Englisch.
Es kann tatsächlich auchSpass machen zusammen einen schönen Film
anzugucken!(hatte ich fast vergessen)
Heut morgen Ausritt mit Zimtsternchen und Bär
(meiner Lieblings-hündin),die sogar der Versuchung Fuchs und Rehe
zu jagen widerstanden hat.
Saukalt wars aber eine verzauberte stille Schneelandschaft.
Ich bin doch nicht mehr sicher ob ich von hier weg an den Bodensee
ziehen will. Zimtsternchen muss mich wieder bis ganz unten tragen,
denn jetzt tut, wie zum Hohn, mein anderes Knie weh.
Hoffentlich tut dem Pferd nicht bald auch was weh!!
Wir sind grad gute Kameraden,die gern einen netten auch gemütlichen
Ausflug zusammen machen.
Das Gefühl ich müsste ihm mit feurigen Morgenritten Mucken und Husten
austreiben ist verschwunden
Es war jetzt ein paarmal einfach entspannend und schön.

Hab heute mit meinem Vater telefoniert.Er sammelt "Punkte" für eine
Brasilienreise.
Er weiß es nicht,aber damit sammelt er auch Hoffnungspunkte für mich,
denn wenn er wirklich nochmal geht,dann geh ich mit.
Im Geschäft bin ich sehr faul.Es ist derart kalt.
In der Mittagspause gibt’s Gymnastik gegen Müdigkeit und Faulheit,
eine Gemüseteigtasche gegen Hunger,ein bißchen Malen mit meinen neuen
Stiften fürs Vernügen und Russische Vokabeln auf die Ohren als
Hirntraining.
Nacher werde ich meinen "Telefonverkaufsjob" wieder aufnehmen.
Mein Grosshändler hat eine Winterverkaufsaktion angezettelt auf die
Ich meine Kunden telefonisch aufmerksam machen muss,
mit Säuselstimme.
(Diese Aufgabe hab ich mir selbst gestellt,da meine Kunden
zugeschickte Werbung unbeachtet in den Papierkorb werfen,
wie die meisten Menschen)
Ich freu mich schon auf die Zeit wo ich garnix tue,ich denk mal das fängt
im Dezember an.

Donnerstag, 22. November 2007

22.11.07
Eine seltsame Verwandlung konnte ich beim letzten Besuch meiner
altvertrauten Frauenärztin-Praxis feststellen: Erstmal war die Praxis
ungewohnt leer,die Helferinnen, normalerweise ein schnatternder
Hühnerhaufen bewegten sich ruhig,hatten sogarZeit für ein paar
Freundlichkeiten...nein,Sie müssen nicht warten,sie kommen sofort dran..
gedämpftes Licht,zum Räucherstäbchenanzünden und Frau Doktor
schließlich ,die ich eigentlich nur mit fliegenden Schürzen von
Untersuchungsstuhl zu Untersuchungsstuhl hetzend kenne,saß heute
entspannt vor mir,in ziviler Kleidung, ein liebenswürdiges Lächeln im
Gesicht.Sie schien richtig Lust auf ein Gespräch zu haben und fragte
dies und das,lobte sogar meinen schönen Pullover.
Als ich mich fragte ,was hier auf einmal los war wurde mir plötzlich klar,
dass ich mich verändert hatte,nicht die Praxis:
Vor ein paar Wochen war ich ,weil die Kosten der gesetzlichen
Krankenkassemir zu hoch waren in eine günstigere private gewechselt.
Ich hatte jetzt also hier meinen ersten Auftritt als Privatpatientin.

Mittwoch, 21. November 2007

20.11.07

Schneeglitzernde Morgen,federleichte Ausritte auf Zimtsternchen,
dem Gesunden ,Leichtfüssigen.
Allerdings bringen mir die verzauberten Wintermärchen mir auch
Mühsal und Sorgen ins Haus: Pferde tränken heißt jetzt Eimer schleppen,
ausmisten und füttern geht nur mit Eispickel und Schlitten.
Die Katzen sind ins Haus gezogen und haben mir beigebracht ihr
Katzenklo picobello sauber zu halten.
Ihrem Bewegungsdrang verschaffen sie in lustigen Raufereien
mit viel Geschrei und Scherben Luft.
Obwohl sie reichlich gefüttert werden ,stehlen sie, was ihnen unter
die Nase kommt.
Für meine Hunde mit Schlittenhundgenen ist dieser Schneesegen
natürlich absolutes Lieblingswetter.
Im Geschäft hat uns der Schnee mitten in dringend notwendigen Fassaden-
arbeiten überrascht.
Das Baugerüst steht vereist im Schnee und kostet jeden Tag Geld ,
ein Mitarbeiter ist krank und mein Mann,nicht fit und nicht höhensicher,
steigt nun jeden Tag an dessen Stelle jammernd und schimpfend da hoch.
Es ärgert mich,dass ich zwei Aufträge,für die ich nochmal gut kassieren könnte
bei diesem Wetter nicht ausführen kann.
Aber eigentlich ist dieses Wetter für die Jahreszeit gar nicht unnormal auf der Ostalb.
Ungewöhnlich war der hingegen der letzte Winter ganz ohne Schnee und Frost..
Erstaunlich,dass ein einziger warmer Winter die Leute so in der Planung
ihrer Außenarbeiten durcheinander bringen kann: überall sind Handwerker vom Winter-
einbruch überrascht worden,ich sehe Maler Gipser und Fassadenbauer im Schneesturm…

Ich lese gerade ein superinteressantes Buch:Frauenkörper,Frauenweisheit.
Es geht dabei um Frauenkrankheiten.Die Autorin vermittelt eine mir überraschend
ungewohnte Sichtweise einer ganzheitlichen Medizin.

So sieht sie zum Beispiel bei einer an der Gebärmutter erkrankten Frau das Bild eines
Menschen,der Sorgen und seelische Verletzungen weggesteckt,eingesteckt hat.

Dienstag, 30. Oktober 2007


29.10.07
Das Wochenende war voller Überraschungen.Am Samstag bekam mein
Mann sein Bobbycar(einen winzigen uralten Holder –Allrad Schlepper)
er fuhr fröhlich damit auf dem Hof auf und ab.
Ich war glücklich wie eine Mutter, die ihrem Kind ein richtig tolles wert-
volles Spielzeug schenken konnte.
Später half ich ihm die ausgeschnittenen Zweige und Dornengesrüppe
auf der Weide in einem prächtigen Feuer zu verbrennen.
Es war gleichzeitig mein ganz persönliches Samhain- Feuer und ich
gedachte meiner lieben Verstorbenen : diesmal besonders meiner
Mutter,die vor 22 Jahren mit knapp fünfzig verstorben ist.
Ich sags ungern, aber natürlich waren die Kinder ,die angeblich
„ jederzeit und gerne“ bei allenanstrengenden Garten-und Weide-
arbeiten helfen, wiedermal anderweitig unterwegs.
Das Feuer machte mich ziemlich durstig,ich erwischte etwas zu viel
kühles goldenes Bier und ging recht früh ins Bett…
Der Sohn wollte in dieser Nacht fünfhundert Kilometer von einem Wett-
kampf zum erstenmal selbst mitdem Auto heimfahren.
Er hat unser großes sicheres Auto dafür bekommen aber ich bin
doch so unruhig,dass ich mehrmals auf stehe und schließlich mindestens
eine Stunde im heißen Badewasser
bei Mondlicht verbringe.
Wenn ich versuche ihn zu „sehen“, erscheint immer das Bild der großen
weißen Limousinewie sie durch die Nacht flitzt,irgendwann
„ bleibt es stehen“ ich nehme ihn nicht mehr wahr,
aber verdammt,warum geht er nicht ans Telefon?
Später stellt sich heraus,dass er nachts bei seinem Cousin ein paar
Stunden Schlafpause eingelegt hatte…
Am Sonntag überkommt mich ein nie gekanntes Bedürfnis zu reinigen und zu ordnen.
Sogar Pferdestall,Sattelkammer und Abstellraum werden mit dem ultrastarken
Industriestaubsauger gereinigt.
Ich erfahre zum ersten mal in meinem Leben Glücksgefühle bei einer Reinigungsaktion.
Dass Ordnung und Sauberkeit heilbringende Energien verströmen können,
ist mir noch nie so bewußt geworden….
Am hellichten Sonntagmittag schlägt mein wohlgerittenes Pferd unter den Augen e einiger
verwunderter Spaziergänger ein paar Haken und zischt dann unvermutet los.
Beinah,aber nur beinah wäre ich runtergefallen!
Seltsamerweise habe ich kurz vorher gedacht:“ Hier hat er mich schon mal
runtergeworfen.Falls er es wieder versucht, werde ich mich mit der linken Hand
in den Sattel ziehen und mit der rechten versuchen ihn zu zügeln.“
Genauso hab ich’s dann gemacht.
Natürlich war es heute Morgen wiederrum eine Überraschung,dass das Pferd,das mich
gestern übermütig runterwerfen wollte ,heute so faul und lustlos dahinschlüfte,dass ich
richtig energisch antreiben musste.
Diese Herbst-Zeitumstellung ist so toll! Eine ganze Stunde Sonnenlicht bekomme ich
jetzt von sieben bis acht morgens dazugeschenkt! Danke!

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Als ich morgens aufwachte stand ein astreiner Freakbus neben unserem älteren Mobil.
Die Bewohner waren so authentisch wie ihr Fahrzeug :waschechte, in die Jahre gekommene Hippies.
Rudi wusch sich morgens in aller Öffentlichkeit am Brunnen, warf dann einen prüfenden Blick auf
uns- und schloß Freundschaft.
Seine Frau Trudi residierte im Bus auf einem Berg bunter Kissen und Decken und nahm anfangs nur mit ihrer schönen dunklen Stimme an unserer Geselligkeit teil.
Ich staunte nicht schlecht,dass Eine einfach schamlos am hellichten Tag im Bett liegen bleibt während die Welt um sie rumwuselt.
Als sie sich dann endlich erhob stand eine sehr füllige Frau vor mir ,mit bunten selbstbemalten Kleidern und einem breitkrempigen rosafarbenen Hut.
Sie hat Kunst studiert in München an der Akademie aber dann wurde sie Mutter.
Obwohl wir eigentlich aus diesem Alter raus sind, hat sie mir dann gleich noch erzählt,dass sie jede ihrer zwei Töchter fünfeinhalb Jahre lang gestillt hat.
Da stand ich,hibbelige halbe Portion neben dieser Frau und dachte heimlich daran, dass es mir gelungen war, das Stillen bei beiden Kindern irgendwie zu umgehen(natürlich waren es die Umstände,die mich damals davon abhielten) und sie erzählte stolz,dass sie fünfeinhalb Jahre lang gestillt hat,(macht zusammen elf!!!)
Mit ihrem konsequenten Hippiedasein haben die beiden ziemliche Verwirrung bei uns gestiftet,innerlich meine ich.
Sie leben einfach einen Traum,der durch und durch auch meiner ist , aber den so auszuleben ich
schlicht für nicht möglich gehalten habe.
Mit ihren Kindern haben die Beiden jahrzehntelang in einem Bus in Griechenland und wo's sonst warm und schön ist gelebt,ohne feste Jobs und ohne Verpflichtung.Trudi hat Bilder gemalt,die wurden in der Fußgängerzone verkauft, Rudi lebt von Gelegenheitsjobs.
Die kennen keinen Stress oder Angst vor der Zukunft und sind dabei die liebevollsten und lustigsten Menschen,die mir seit langem begegnet sind.
"ich glaub von dir kann ich viel lernen " sagte ich zu Trudi.Sie drückte mich gerührt an ihren enormen Busen und wir wurden dicke Freundinnen.

Dienstag, 23. Oktober 2007

An manchen Tagen denk ich,ich könnte auch mal in der Küche werkeln, backen kochen ,Vorräte
anlegen ,entsaften und sowas.
Gestern war so ein Tag.Und weil ich noch reife Quitten aus unserem Garten herumliegen hatte und einen Korb voller Walnüsse,den Eichhörnern abgetrotzt,suchte ich im Internet ein Rezept für Quitten.Eine Frau ,die wie eine tüchtige Hausfrau aussieht, hat tatsächlich fünfzig Rezepte für Quitten reingestellt.Ich hab mich spontan für eines der ersten entschieden -"gebackene Quitten"-und so hockte ich stundenlang unter den wohlgefälligen Blicken meines Liebsten (er mag es ,wenn ich auch mal sowas mache) in der Küche und schälte Walnüsse,zerkleinerte mit Hingabe Quittenteile,die ich vorher in der Backröhre gegart hatte und so weiter.
Es war sehr anstrengend,der Rücken tat mir weh und die Küche war komplett versaut.
Leider schmeckte das Ergebnis meiner Werkeleien genauso scheußlich wie es aussieht:
grümelig .bitter ,trocken ,hart ...was hab ich nur falsch gemacht? ....vermutlich alles...
Meine Schwester kam zufällig vorbei,lachte Tränen und schenkte mir eine Packung Biomüsliriegel:
"Damit du eine Idee davon bekommst, wie sowas aussehen könnte...".
Ich lass mich nicht verdrießen, hab noch eine ganze Kiste Quitten und neunundvierzig Rezepte zum Üben....

Montag, 22. Oktober 2007


22.10.07
Tagelang bin ich etwas abgehoben unterwegs gewesen.
Hab meine Umwelt mit meiner Lebensweisheit und meinen Tipps 
genervt und mich selber auch…..
Fast hab ich mir ein bißchen konkretere Realität in mein Leben gewünscht- 
dann kam mittwochs die knallharte Landung  mitten im Leben:
 nachdem ich in der Werkstatt ein Foto von einem abgeschlossenen Auftrag
 gemacht hatte, stürzte ich von der Leiter.
…und natürlich wieder auf dieses arme linke Knie ,das immer alle meine Tief-
flüge aushalten muss!
 Ich heulte vor Schmerz laut auf und jagte erstmal alle bedauernden und rat-
schlagenden Beobachter meines Mißgeschicks weg.
Auf schwäbisch heißt sowas : “ich hab einen bösen Fuß“.
Das hat mich veranlasst das Gegenteil zu tun und zu denken: 
anstatt auf das verletzte Körperteil zu schimpfen wendete ich mich liebevoll 
meinem geschwollenen Knie zu und schickte ihm heilende Energie. 
Donnerstags ist es dann sehr dick geworden, ich humpelte schrecklich ,holte
 die Krücken „vom letzten mal“ hervor und ließ mich fast überreden wieder zu 
dem netten Orthopäden zu gehen.
Doch zuerst gönnte ich meinem Körper,der jetzt überall weh tat eine Pause:
Am hellichten Nachmittag legte ich mich ins Bett,die Tochter musste Hunde
 und Pferde versorgen, die Küche blieb unaufgeräumt. 
Ich war ziemlich frustriert und hatte Mühe, überhaupt weiter an meiner 
Genesung mitzuwirken.
Als ich aber Freitagmorgen aufwachte, merkte ich sofort,dass eine 
Heilung über Nacht stattgefunden hatte:das Knie ist abgeschwollen ,ich humpelte 
fast gar nicht mehr,hatte überhaupt keine Schmerzen mehr.
Und seit Samstag reite ich schon wieder hinaus in diese eisigen Oktobermorgen, 
die Bäume stehen noch voll im leuchtendem Laub alles feierlich mit Schnee- 
und Eisgelitzer bestäubt…und kalt,saukalt ist`s…aber schön.