Montag, 14. Juli 2008
An plötzlichem Herzinfarkt nach einem Theaterbesuch zu Hause in seinem Bett.
Irgendwie genauso, wie er es sich gewünscht hatte.
Nachträglich erkennen wir in vielen seiner letzten Äußerungen, dass er seinen nahen
Tod irgendwie geahnt haben muss.
Ich kann's im Augenblick noch nicht fassen und bin ziemlich durcheinander.
Freitag, 4. Juli 2008
Papa,oder der letzte richtige Abenteurer
schon am 2.Tag ist er in Recife schwer gestürtzt ,hat sich Platzwunden zugezogen ,einen Zahn ausgehauen und Prellungen am ganzen Körper zugezogen.
Trotzdem hat er irgendwie seinen "Plan" durchgezogen ,verschiedene Sehenswürdigkeiten, Freunde und Verwandte besucht , ist kreuz und quer durch Brasilien gereist und schließlich in Rio abgestiegen, wo er leider am vorletzten Tag nochmal so schwer stürtzte ,
dass er bewußtlos wurde und von lieben Menschen in ein Taxi verfrachtet und mit dem Notwendigsten versorgt wurde und erst in seinem Hotel wieder zu Bewußtsein kam.
Er behauptet, die Stürze kämen davon ,dass seine linke Hüfte durch einen mehrfach operierten Bandscheibenvorfall und seine rechte Hüfte ,durch vier(!)maliges operatives Austauschen der Hüftgelenksknochen einfach schlecht koordiniert sind.
Er möchte nun in eine Laufschule gehen,die eine Physiotherapeutin anbietet.
Denn nächstes Jahr,obwohl seine Frau es noch nicht weiß ,will er wieder nach Brasilien reisen.
Er wäre dann 78 und ich glaube nicht,dass es nochmal klappt.
Aber trotzdem, er ist heute mein Held,denn dass er sich mit seinen vielen Handicaps
nochmal alleine auf so eine weite Reise getraut hat, das haut mich echt um.
Ich bin auch froh,dass er gesund-einigermassen-wieder heimgekommen ist und hab ihm erstmal verziehen,dass er mich nicht mitgenommen hat.
Mittwoch, 2. Juli 2008
Montag, 30. Juni 2008
KASPERTHEATER
so auch das Kaspertheater und die dazugehörigen Puppen.
(Angeblich hab' ich meine Kinder damit ganz schön genervt,weil sie die Puppen
"voll doof" fanden...)
Beim Aufräumen fand ich sie kürzlich in einer alten Kiste.
Ich konnte mich der seltsamen Anziehungskraft dieser Püppchen nicht entziehen ,nahm sie
aus der Kiste und begann zaghaft damit zu spielen.
Prinzessin,Kasper,Zauberer,Hexe und Wolf- plötzlich hatten sie mir alle etwas zu sagen,
es war, als verkörperten sie Anteile von mir ,meinem Partner,meiner Familie,meinem Leben.
Ich erhielt Antworten auf Fragen und Einsichten in aktuelle Situationen,die mich glatt umgehauen haben!
Bei weiterem Nachdenken erkenne Zusammenhänge zu den Inhalten des Buches von Olaf Jakobsen "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" was ja viel von (Familien)-Aufstellungen handelt.
Ich weiß nichts über"Maskenarbeit" vermute aber dass es eine ähnliche Weise ist
unbewußten Prozessen,Energien,vielleicht auch Wesen Stimme und Gestalt zu verleihen wie ich sie mit meinem Kaspertheater entdeckt habe.
Im Prinzip können auch Knetfiguren und andere Objekte dazu dienen, diese Projektionen anzunehmen.
Ich hatte früher eine Abneigung gegen solche Spielchen,weil sie mich immer an das (für mich)
gruslige Tischerücken oder einfach Spuk erinnerten.
Jetzt stelle ich fest,dass ich-und andere vielleicht auch-im Alltag ständig solche Projektionen vornehmen aber halt nicht so bewußt.
(Indem ich mir z.B.vorzustellen versuche,was eine bestimmte Person,die ich grad' nicht erreichen kann zu einem bestimmten Problem sagen würde.Ich werde das jetzt bewusster angehen.Spannend!!!
Freitag, 27. Juni 2008
27.6.08
Um diese Jahreszeit ist es nicht“notwendig“, die Pferde auszureiten
um ihnen genügend frische Luft und Bewegung zu verschaffen:
sie sind
Umso mehr genieße ich den Luxus eines
mit Zimtsternchen,der jetzt ausgeglichen
zu reiten ist.
Wir inspzieren die Hochsitze des neuen Jägers:
anstatt der Freisitze,die
(nur ich bin da hoch gestiegen natürlich)hat dieser Typ da richtige
kleine komplett verschlossene Hütten auf Stelzen aufgestellt ,auch
noch mit dunkelbraunem giftigem(?!!)Holzschutz angeschmiert!
Kein Wunder dass sich die Bauern aufregen,
wenn so ein „Gebäude“ plötzlich ungefragt auf ihre Wiese gestellt
wird!
Gestern traf ich noch Margaretha,die Ortsvorsteherin.
(wenn du bei uns in "der Wildnis" wirklich verwegene Mountainbiker
siehst,die den Berg hochklettern- oder runtersausen,oder wenn mir in
aller Hergottsfrühe eine einsame Marathonläuferin weitab jeglicher
Urbanisation begegnet,dann ist es meist die vierundfünfzigjährige
Margaretha- Hut ab!!)
Margaretha hatte auch schon Ärger mit dem Jäger.
Sie hat es gewagt, in seinem Revier einen großen Grillplatz mit originellen
Holzmöbeln errichten zu lassen.Das haben Zimtsternchen und ich uns
heute morgen mal angeschaut:
der Königsthron .....mit herrlichem Weitblick über die Alb
Freitag, 20. Juni 2008
Der Jäger

Vorgestern erhielt ich einen unverschämten Brief.Vielleicht den unver-
schämtesten,den ich je erhalten hatte.Der neue Jagdpächter fordert
michauf, umgehend die Beweidung der Hangwiesen einzustellen,auf
denenmeine Pferde seit elf Jahren unbehelligt einen Teil des
Sommers verbringen.
Ich lehne den Beistand von Mann und Sohn ab und verabrede mich
mit diesem Jäger allein oben auf den Hangwiesen- am Ort des
Geschehens-möchte dieser unverschämten Person in die Augen sehen.
Ich dachte mir's schon:
Seine vorgeschobene Härte bricht,er wird nicht müde, mir seinen Zorn
darüber, sein neues Jagdrevier "eingezäunt" vorzufinden,erklären zu
wollen und sich für die Unmöglichkeit der brieflichen Kontaktaufnahme
in dieser Form zu entschuldigen.
Er ist menschlich gesehen nicht mal unsympathisch:direktes offenes
Lachen,ein Naturmensch,der sogar in persönlichem Kontakt mit dem
Kräuterschamanen Stoerl steht.
..soweit ich das schizophrene Verhalten eines Jägers überhaupt
verstehen kann,der Wildtiere ja hegt pflegt und anfüttert
-um sie dann schließlich doch abzuknallen...
Wir reden,verhandeln und treffen eine Abmachung über eine
eingeschränkte Beweidung diese Saison noch,die für uns beide
akzeptabel ist.
Trotzdem,als ich den Berg hinuntersteige wissen Minki und ich
(die Katze ,die mich begleitet hat),dass nichts mehr ist wie
es war.
Ich sollte eine der Nachbarweiden für meine Pferde pachten können,
denke ich gestern morgen als ich mit den Hunden über die Wiesen laufe.
Komisch,seit Jahren versuche ich durch Anfragen bei den Besitzern
und Bestellungen beim Universum erfolglos die Weide direkt an meinen
Garten angrenzend pachten zu dürfen.
Was jetzt kommt ist ziemlich unglaublich:
Gestern ruft die Erbin des Nachbargrundstücks an(hatte ich gar nicht
mitgekriegt, dass es jetzt einer Erbengemeinschaft gehört) und sagt:
"Sie hatten doch wegen des Flurstücks soundso schon mehrfach angefragt?
Ich denke wir sind jetzt soweit,dass wir es verkaufen wollen..
...haben Sie noch Interesse?"
Ähem,ich wollte es eigentlich pachten.
Es handelt sich um eine 2ha große Obstwiese teilweise Hanglage mit
sonnigen flachen Stellen und jungem und uraltem Baumbestand.
Traumhaft.
Und sicher auch eine größere finanzielle Investition.
"Ich könnte Zeburinder halten und wir könnten eine Besenwirtschaft
aufmachen" frohlockt mein Mann.Von der Hobbytierhaltung zum Halbprofi?
Hab' ich das gewollt?
Ich weiß noch nicht,wie sich das Ganze entwickelt nur eines
steht fest: nichts ist mehr,wie es war.