Noch ein Wochenende mit unseren Hippiefreunden (die nennen sich selbst so)....
in jüngster Zeit ist die Flower-Power der beiden in die Jahre, ins Welken gekommen.
Rudis Körper reagiert mit Drehschwindelattaken auf die ungeliebten Gelegenheitsarbeiten, die er seit Jahren ausführen muss,um den bescheidenen Familienunterhalt zu erwirtschaften.
Er sehnt sich die alten Zeiten wieder herbei, als Trudi am laufenden Meter kleine Aquarellbilder malte,die er vorort mit mitgeführtem Werkzeug und Zubehör professionell einrahmte.
Diese entzückenden kleinen Landschaftsbilder mit Motiven von ihren Reisen wurden dann aus einem Strassenstand heraus IRGENDWO in Irland,Griechenland oder Südfrankreich an kunstbegeisterte Touristen verkauft.
Die Einnahmen von so einem Markt haben immer monatelanges Herumtingeln ermöglicht.
Doch Trudi malt nicht mehr.
Sie erschöpfte sich darin, ihre dreizehnjährige Tochter zu bemuttern und zu bekochen.
Als abschreckendes Beispiel dienen ihr einige Freundinnen,die versucht haben, die Doppelbelastung Geld verdienen und Kinder aufziehen zu vereinen und angeblich darüber krank geworden sind.
Sie hat so einen Horror vor zuviel Aktivität,dass sie sich auf einer Baustelle mittendrin in die Sonne legt,malerisch anzusehen, mit ihren bunten Kleidern und ihrem dermaßen voluminösen Leib.
So drapiert,dass die anderen um sie herum gehen und arbeiten müssen.
Das hat schon was demonstrativ Provozierendes,die Art,wie sie sich durch gar nichts aus der Ruhe bringen lässt!
Die TRudis,wie sie liebevoll genannt werden,spüren die bevorstehenden Veränderungen in ihrem Leben, ohne dass sie wissen wohin es geht.
Und genau an dieser Stelle begegnen wir uns,daher ist unser Kontakt auch so intensiv und spannend: vor einer VerWandlung,einer Reise mit unbekanntem Ziel.
