Samstag, 24. April 2010

Donnerstag, 22. April 2010

Die Maklerin kam am Wochenende und hatte neue Hausinteressenten im Schlepptau:
eine harmlos aussehende Mitfünfzigerin und ihr wohlgenährter,völlig desinteressierter Sohn.Sie gab sich jedoch als Abenteuerin zu erkennen und wollte nicht mehr aufhören,mit der Schilderung mäßig verwegener Begebenheiten aus ihrem Leben.
Das Haus würde sie für den halben Preis "schon nehmen", meinte sie beim Weggehen noch gönnerhaft.
Die zweiten Interessenten an diesem Tag wurden mit großer Aufregung angekündigt:
"Eselzüchter!Ich glaube DAS sind die Richtigen!" zwitscherte die Platinblonde nervös im Vorfeld.
Später erklärte ich ihr geduldig den Unterschied zwischen den Menschen,die diese besonderen Langohren tatsächlich lieben und halten(meist sympathische Individualisten)und solchen,die behaupten, Esel zu mögen und erwägen evtl. solche halten zu wollen(meist welche,die gern sympathische Individualisten wären...).
Der vermeintliche Eselzüchter war in Wirklichkeit ein Stadtwohnungsbewohner und die Landluft,die der Nachbarbauer mit seinem Güllefass verströmte, hat "eine Art Übelkeit" bei ihm verursacht.
Die Maklerin war ein bißchen enttäuscht,dass ich ihn nicht nochmal anrufen und ihm
"das Problem mit dem Geruch" ausreden wollte.
Irgendwelche Hundezüchter,die noch kommen wollten,sind gar nicht erst aufgetaucht.
Ich halte auch nichts von Hundezüchtern als Hausinteressenten:sie suchen nur einen Platz, an dem ihre Schützlinge Krawall machen dürfen und haben weder Sinn für die schöne Umgebung, noch Lust dafür zu bezahlen.

Montag, 12. April 2010

"ausländerfeindliche Gesinnung" musste ich mir von der Tochter vorwerfen lassen,weil ich sie überreden wollte,dem Job als Bedienung in der 28km entfernten Nobelgaststätte eines mit uns befreundeten Künstlers den Vorzug zu geben,und nicht in der 5km entfernten Pizzeria zu arbeiten,die neuerdings ein Italiener aufgemacht hat.
Gestern hat sie probegearbeitet und sie verdient in der Pizzeria genau das Doppelte wie im Nobelgasthaus,was allein dadurch zustande kommt,dass sie ihr Trinkgeld in der Pizzeria behalten darf, während sie es beim Künstlerfreund mit sämtlichen Mitarbeitern sozial gerecht teilen muss."Darauf kann ich pfeifen!" sagt sie fröhlich...


Schwester Nilla hat am Wochenende einen 4 Wochenenden dauernden Crashkurs "Ausbildung zum Coach" begonnen.
Nach mehreren erfolglosen Therapien und Coaching-Sitzungen mit ihr selbst hat sie einfach die Stellung gewechselt:vom Patienten auf der Couch zum Therapeuten neben der Couch,vom Opfer zum Täter.
Gern hat sie dem Lehrinstitut,das ihr den ersehnten Quantensprung versprochen hat, mit einem hübschen Diplom quttiert,versteht sich,einige tausend Euro hingeschoben.

Ich befürchte,dass dieses verrückte Huhn den Rest ihres Erbanteils für obskure
Lehranstalten,Eheanbahnungsinstitute und dergleichen ausgegeben hat!

Dienstag, 6. April 2010

samstags beobachtete mich die dreizehnjährige Tochter der Bäuerin wie ich Zimtsternchen homöopathische Arznei gegen seinen Husten in einer "Volvic" Flasche in seinen Wassereimer goss und sie sagte nachsichtig(so nachsichtig wie eben Dreizehnjährige gegenüber einer älteren geschupften Pferdebesitzerin sein können)
"Aha.Er bekommt jetzt also nur noch "Volvic" aus Flaschen zu trinken...?!!"
Fünfzehn Flaschen pro Tag.

Mittwoch, 31. März 2010


Immer, wenn ich so ein stressiges Wochenende (wie das vergangene )vor mir habe ,tröste ich mich damit,dass ich mir einrede, ich würde es mir in der darauffolgenden Woche besonders nett und gemütlich machen.
Natürlich weiß ich,dass das Gegenteil der Fall ist.
Die Kunden,die ich mit anstrengend aufwändigen Werbeaktionen herbeigelockt hatte, wollen jetzt mit Angeboten versorgt ,umworben und umtütelt werden.
Geschriebene Aufträge müssen "auf den Weg" gebracht werden...
Und die Verwandtschaft nervt mit Appellen an mein schlechtes Gewissen.
Besonders aus der Tantengeneration kommen gerade gehäuft diese moralisierenden Anrufe und Ansinnen.
Völliges Unverständnis,dass ich einfach weder Zeit noch Lust habe,mich darauf einzulassen.
Meine Tante Margret hat gestern eine halbe Stunde meiner kostbaren Zeit gestohlen um mir zu sagen,was leicht in einem Satz gesagt werden kann:"Schätzle,ich will die Wohnung in Spanien (die jetzt ihr ,mir und meinen Schwestern gemeinsam gehört)nicht verkaufen und Geld(was die Stiefmutter von uns verlangt) kann(will) ich euch auch keins geben"
Sie nennt mich nie beim Vornamen sondern sagt immmer "Schätzle" und gestern ist mir klargeworden warum meine Mutter sie eine "lahmarschige Schlafhaube" genannt hat.
"Schätzle" hat ziemlich genug!Wird Zeit,dass ich mal das Miststück rauskehre,das ihn mir steckt!!!

Mittwoch, 24. März 2010

Schade,es gibt grad' unglaublich viel zu erzählen bei mir,aber ich komm' nicht dazu,
denn: ES IST FRÜHLING.
Kunden kommen in Scharen,Telefon läutet ununterbrochen,zwei Mitarbeiter wollen
angeleitet werden,wochenends plane ich eine Hausmesse(Anzeigen schalten,Prospekte verschicken,Werkstatt dekorieren,neue Austellungsstücke aufstellen...)nebenher sollte ich mich weiter um den Verkauf des Waldhauses kümmern....
Die Schwägerin sagte:"Ist doch toll,wenn das Geschäft läuft."
Aber ich bin das nicht mehr gewöhnt.
Dieser Trubel,dieser Stress,das ist nicht mehr meins!