Mittwoch, 30. Juni 2010





Morgens,wenn die Sonne aufgeht, bin ich mit Zimtsternchen schon bei den Moorseen und für tagsüber hab' ich diese gemütliche Chaiselongue in mein Büro geräumt.
So läßt es sich aushalten,mein provisorisches Leben!

Montag, 28. Juni 2010


MY SWEET NEW HOME!!!!
(sorry wie das mit den Collagen funktioniert hab'ich noch nicht so richtig raus)

Sonntag, 27. Juni 2010

Ob das in den Genen liegt,das Rastlose,das "woanders-hin-wollen",die Suche nach Veränderung?
Keine Ahnung.
Jedenfalls sind meine Eltern nach Brasilien ausgewandert und angeblich auch meinetwegen wieder zurückgekommen:
weil ich die ersten drei Monate meines Lebens nur geschrien haben soll und erst aufhörte,als ich auf deutschem Boden war.
In der Kleinstadt,in der ich aufwuchs hat es mir nie gefallen und ich dachte schon als Kind:
"Wenn ich groß bin,geh ich fort."

Schwester Nilla wechselt ungefähr einmal pro Jahr entweder Job,Partner oder Wohnung.
In manchen Jahren hat sie alles mehrmals verändert.

(Dafür treibt Schwester Dane extrem tiefe Wurzeln in den Grund:ihr Haus(nur 10km von unserer einstigen Wohnung entfernt)ist eine Festung und plant das Leben ihrer Kinder und Kindeskinder fest mit ein.)

Ich habe fast immer in Provisorien gelebt:die alte Wassermühle wurde jahrelang restauriert und war nur auf einem Balken balancierend zu betreten und das Waldhaus hatte erst seit fünf Jahren sowas wie "Schlafzimmer" und "Wohnzimmer".
Aber es sind nicht die Häuser,vor denen ich fliehe.

Es ist die Situation,die ich verändern möchte.

Ich will die geschäftlichen Pflichten loswerden,keine Geldsorgen mehr haben,nicht mehr angebunden sein und endlich wieder reisen und Zeit haben.

Und ich kann mir nicht vorstellen,mich in diesem Dorf hier je wohlzufühlen oder einzuleben.
Die Menschen hier sind mir fremd und nicht nur durch meine roten Haare falle ich auf,wie ein bunter Hund.
Wenn ich gelegentlich,in einem Biergarten oder beim Einkaufen,notgedrungen ihren Unterhaltungen folgen muss,wünschte ich,sie würden eine mir fremde Sprache sprechen.
Dann könnte ich den einen oder anderen Wortfetzen erhaschen und mir selbst ein Gespräch dazufantasieren.
So muss ich verstehen was sie sagen.Wort um Wort.

Montag, 21. Juni 2010

21.6.2010
Ich sitze weinend auf der Treppe von meinem leergeräumten Haus und denk selbst,ich bin plemplem.
Neun Monate hab ich daraufhingearbeitet,gewunschen und gehofft und jetzt, wo alles klar ist,eine nette Familie hier einzieht die sich liebevoll um Haus Hof und
die Katzen kümmern wird,jetzt tut es mir Leid und ich hab Heimweh,noch bevor ich ganz fortgegangen bin!
Diesmal werde ich aber nicht den Fehler machen,wie bei dem Verkauf unseres letzten, noch viel mehr geliebten Hauses,die Trauer und den Schmerz einfach "wegzuschaffen"(Geschäft gäb's genug),denn in meinen Träumen hab ich danach fast fünfzehn Jahre lang versucht,die alte Mühle zurückzubekommen,bis ich sie endgültig loslassen konnte.
Meine momentane Situation ist eine provisorische:
Wir haben unsere Zelte erstmal in den riesigen Räumlichkeiten im Geschäft aufgeschlagen.Das Bett steht in einem bisher ungenutzten Raum.(...wenigstens mit Ostfenster für mich Morgenmenschen).
Ein größeres Wohnmobil ist gefunden worden und soll nächste Woche mit TÜV abgeholt werden.
Spannend bleibt,ob der Interessent,der unser Geschäft kaufen möchte, das Geld aufbringen wird und was wir dann in dieser Wirtschaftssituation damit tun werden.Denn das ist ALLES was wir dann überhaupt an Einkünften und überhaupt haben,denn Rente oder sowas gibts bei uns nicht.
Falls er es kaufen kann, müssen wir aufpassen,dass wir es so anlegen,dass es sich im Fall eines Währungscrashs nicht entwertet und wir nachher noch ein Moped davon kaufen können oder einen Truthahn...
Falls er es nicht kaufen kann,müssten wir dieses Provisorium noch ziemlich lange weiterführen.Dann würden wir nicht aus dieser Gegend weggehen und das Haus in Österreich würde noch eine ziemliche Weile ein Ferienhaus bleiben müssen.
Bisher sind alle meine Wünsche und Bestellungen ans Universum in Erfüllung gegangen.
Aber momentan weiß ich nicht,was ich wünschen soll.
Ich will weg hier,aber ich fürchte auch durch einen Geld-Wirtschaftscrash alles zu verlieren,wenns dumm kommt.
Am Wochenende hab ich mal was ganz anderes gemacht:zusammen mit Zimtsternchen einen
Kommunikationskurs bei der sehr von mir verehrten Pferdetrainerin Lohas besucht und ganz viel über Zimtsternchen gelernt.
Überraschend ,inspirierend einfach schön wie sie das macht.
Ihre Pferde folgen ihr bei Auftritten ganz ohne Halfter und Strick und sie reitet schwierige Dressurnummern ohne Sattel und Trense.
Das Tollste dabei ist:was sie macht ist liebevoll,die schönen Tiere folgen ihr so gerne und so leicht.Ein bißchen davon ist auf Zimtsternchen und mich übergegangen.

Dienstag, 15. Juni 2010



Ich liebe meine Heimat.Je näher der Abschied rückt,umso verrückter.
Schon mal so ein liebliches Kirchlein wie das in (noch)meinem Dorf gesehen?
Und diese mystischen Burgen und Ruinen- auf fast jedem Berg steht da Eine!
Die Bücher über Sagen und Märchen aus dieser Region füllen ein ganzes Regal in der örtlichen Buchhandlung!
Tags pack' ich tapfer Kiste um Kiste aber nachts träum' ich wirr in meinem leeren Schlafzimmer:von einer großen aufregenden Reise mit unbekanntem Ziel.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Ich räume das Haus aus,ich trage sein Inneres nach draussen.
Eine sehr anstrengende Arbeit,besonders bei dieser Hitze.
Es tut mir gut,die ganzen Sachen nochmal in die Hand nehmen zu können/müssen.
Während ich ausräume -raustrage- sortiere- wegwerfe- loslasse
kommen die Erinnerungen,Träume aber auch Entäuschungen und unerfüllte Erwartungen an die Zeit in diesem Haus,an das Leben in diesem Haus,in mir hoch.
Ich hab mich hingesetzt und diesen Gedankenfluss gebändigt,indem ich alles aufgeschrieben habe.
Zwei engbeschriebene Seiten in meiner runden Kringelschrift hat es gegeben,die Aneinanderreihung dieser Erlebnisse und Begebenheiten,die ich dort und damals noch erleben wollte und die nun nicht mehr stattfinden werden.
Schmerzliche Begegnung mit der eigenen Endlichkeit:
Wir haben nicht immer und ewig Zeit noch dies oder jenes zu tun!

Da mein lieber Mann in solchen Situationen ein großes Hindernis darstellt und ständig händeringend umherirrt und ruft:
"oh jeh,soviel Unrat,wie sollen wir das jemalsausräumen und fertigbringen...",hatte ich ihn gebeten die nächsten drei Wochen in den Urlaub zu fahren.
Aber "oh jeh,das geht ja gar nicht..ohne mich kriegt ihr das niemals hin.."
und so hat das Universum ihm eine sehr scheußliche Grippe schicken müssen,die ihn jetzt in seinem Bett festhält und mir und meiner unglaublich tatkräftigen Tochter den Weg freihält alles in Kisten zu packen und von den Mitarbeitern abholen zu lassen,Lastwagenfüllung um Lastwagenfüllung.
Unfassbar,was vier grosse Hamster innerhalb von achtzehn Jahren in einem Haus anzusammeln vermögen!!!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Das Haus ist verkauft.
Neun Monate nach den ersten ernsthaften Bemühungen hat das Waldhaus eine neue Besitzerfamilie gefunden!
Ein nettes Ehepaar"Mitvierziger" und seine liebreizenden Kinder, Sohn und Tochter werden es zukünftig beleben.
Sie bringen zwei Islandponies und eine alte Katze mit.
Ein Welpe soll dazukommen,der sich dann gleich an die drei vorhandenen Katzen gewöhnen kann.Überhaupt sind sie große Katzenfreunde: das kleine Mädchen hat sich auf einem mitgebrachten Notitzblock gleich die Namen und Eigenarten der drei kleinen Hauskobolde notiert.
Meo:gescheckter alter Kater.grantig.mag nicht so gern knuddeln.ihm tut öfter was weh.
Minki:graues Mädchen.lieb aber nervös und ängstlich.wird von den anderen verhauen.
Milou:ganz lieber roter Kater.mag knuddeln und rumtragen.ist lustig.fängt keine Mäuse
aber klaut die die Mäuse der anderen.
Vorsicht:alle drei Katzen klauen alles was herumliegt und stossen Milchtüten um, wenn was drin ist.

Da diese Leute auf unsere eigenen Inserate hin zu uns gefunden haben, sind die Maklerinnen Frau Frauenpower und die Platinblonde leer ausgegangen.
Da sie im Erfolgsfall mehr als zehntausend Euro kassiert hätten(von beiden Parteien zusammen) kann ich sogar verstehen,dass die Platinblonde noch einen allerletzten verzweifelten Versuch wagt und mir,während ich beim Notar sitze,noch ein "wahnsinnig interessantes Pärchen, das aufgrund einer seltenen Allergie gegen alles mögliche dringend eine Alleinlage sucht und ganz gewiss einen höheren Preis zahlen würde als die jetzigen Käufer",
allerwärmstens empfiehlt.
Tatsächlich schwirrte diese Familie von Anfang an um unser Haus herum.
Ich hatte sie allerdings als ernsthafte Interessenten bereits abgeschrieben,da sie
zunächst ihr Haus verkaufen mussten.Und das hat dann ganz "plötzlich und unerwartet"
geklappt und so kamen sie vor knapp zwei Wochen mit einem vernünftigen Kaufangebot auf uns zu.

Fast auf den Tag genau hat das übrigens so geklappt,wie die liebe Sam es mir horoskopmässig in Aussicht gestellt hatte!Großes Lob an dieser Stelle!

Da schien mein Leben monatelang unveränderlich,wie für immer betoniert und jetzt
muss ich-darf ich loslassen: mein rotes Schiff,meinen lieben Hund und das Waldhaus.
ALLES INNERHALB VON WENIGER ALS ZWEI WOCHEN!!!!!!