Am Freitag dem dreizehnten,morgens um halb acht
stieg ein älterer, sehr dicker Mann in Leggings und
Schlappschuhen aus seinem Wohnmobil raus und
kletterte geradewegs die Außenmauer unserer
Burgruine hoch, um in den Innenhof blicken zu können!
Ich sah noch seinen runden Glatzkopf darüberlugen,
dann tat's einen Mordsrumpler- und laute Hilfeschreie ertönten.
Da lag er,mit gebrochenem Bein und hatte bei seinem Sturz
sogar noch einen Steinquader aus der Mauer gerissen.
Nach gefühlten Stunden kam das Auto der Sanitäter endlich herbei-
getuckert:drin sass ein korpulentes älteres Paar in
Rettungsanzügen,die hätten den Dicken alleine nie auf die
Bahre gebracht und so packten wir zu fünft mit an,seine Frau,
wir und die beiden Sanitäter.
Ich tröstete die verzweifelte Gattin,die das große Wohnmobil
alleine nicht heimfahren kann...
Nachmittags musste der Abenteuerer den uralten, viel zu grossen
grünen Monstertraktor bei dem gar nichts funktioniert-
auch die Bremsen nicht!!!den Berg hoch zur Burg schleppen lassen
und samstags fand ich zwei neue Freundinnen:
Elke die schwarzhaarige Modedesignerin und Antiquitätenhändlerin,
die sich mit ihrem, sich von einer schweren Krankheit erholenden,
Ehemann und drei Möpsen(Hundchen)in einem Riesenwohnmobil zu einer
Genesungseuropareise aufgemacht hatte und eine herrliche Villa
in den italienischen Marchen für das neue Vagabundenleben im Stich ließ.
..und Michi,die Pferdeflüsterin aus Wien,die mit Pferd und Esel
zur Burg geritten kam,in der benachbarten Jausenhütte einkehrte
und sich in voller Cowgirlmontur zum Schlafen auf die Veranda
schmiss den Cowboyhut tief in die Stirn gezogen,während
Pferd und Esel völlig frei und ohne Strick und Halfter brav
bei uns im Burghof schlummerten!
Schade,dass ich die neue Heimat am Sonntag wieder verlassen musste
um hier Geld zu verdienen!