19.1.8
Wie im Lazaret ist das bei uns zu Hause,beide Kinder sind krank und drei Katzen von neuerdings vieren.
Die Kinder der Schwägerin hatten ein hustend-rotzelnd-abgemagertes Kätzchen von einem Spaziergang mitgebracht ,das zudem noch gräßlich stank.
Die Versuchung,das Tierchen mit heim zu nehmen war nicht gerade groß, der Alternativvorschlag, es bei minus sieben Grad „wieder dort springen lassen wo wir es gefunden haben“ gleichwohl inakzeptabel.
Inzwischen ist es Dank meiner homöopathischen Tierversuche putzmunter-aber die anderen Katzen kränkeln,vor allem der Vorfall der Nickhaut läßt sie moströs aussehen.
Die Tierärztin, zu der ich sie unter lautem Wehgeschrei gefahren hab
(kvinna,kannst du dir vorstellen wie sich das bei drei Katzen anhört???) hat meine Bauernkatzen behandelt wie kleine Königinnen
Sie benahmen sich dann dort auch äußerst höflich und geduldig.
Allerdings sollen sie zu Hause jetzt täglich zehn Minuten inhalieren und das ist ein Spektakel für sich!!!
Zwei ebenfalls rotzelnde große Kinder benehmen sich wie kleine und nehmen mir den Rest an Energie.
Ich frag sie aufgebracht, warum sie Mantel, zwei Badetücher, ihre Schuhe und alles benutzte Geschirr im Wohnzimmer herumliegen lassen ,wenn sie schon den ganzen Tag daheim sind und erhalte eine geduldige Antwort:“ Weil wir krank sind!“
Wie schon bemerkt, spült mir das Leben zurzeit einiges nochmal vorbei,was ich schon abgehakt hatte.
Kranke unselbstständige und renitente Kinder,Chaos im Haushalt und Menstruationsbeschwerden "mit allem".
Schockierenderweise wurde ich diesmal so verletzlich,dass ich nach einer kurzen-nicht ungewöhnlichen- verbalen Auseinandersetzung mit meinem Sohn in Tränen ausbrach und mich erst eine ganze Weile später, allein mit Zimtsternchen im Wald, wieder einkriegte.
Ich hab einfach ein bißchen zu lange die "harte Powerfrau"gespielt,die ALLES unter einen Hut kriegt: Kinder ,Haushalt ,Geschäft,Tiere und einen zuweilen sehr anstrengenden Ehemann.
Für mich war es immer ausgeschlossen, körperlichen Befindlichkeiten überhaupt Aufmerksamkeit zu schenken -da gabs halt ein Aspirin und weiter ging's -ich hatte auch ganz selten was.
Jetzt kann und will ich nicht mehr so weiter machen.
Was bisher war, ist mir zu anstrengend.
Ich brauche mehr Zeit und Ruhe für mich selbst.
Die nette Tierärztin,die meine Katzen behandelte , hat mir erzählt, sie hätte ihre gutgehende Praxis verkauft und einen Teilzeitjob angenommen um mehr Zeit für ihre kleinen Kinder zu haben.Das nenne ich eine starke Entscheidung!
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