der explodierende Besenschrank
in der engen Hochhauswohnung meiner Kindheit gab es im Flur einen Besenschrank,
in den hat die Mutter alles hineingestopft,was nicht für andere Augen bestimmt war:
die Hemden vom Vater,die sie nicht gebügelt hatte, obwohl er sie brauchte,teure Stoffe aus denen sie sich- auch heimlich-Kleider in ihrer Übergröße schneidern lassen wollte,Bücher,die sie sich trotz Ausgabenstopp wegen immerknapper Kasse bestellt hatte und jede Menge leere Flaschen,heimlich ausgetrunken und Unrat von dem sie versprochen hatte,ihn zum Sperrmüll zu bringen.
Es war eingentlich fantastisch,wie es ihr gelungen war,soviel Zeugs in einen so kleinen Schrank zu pressen!
Leider öffnete mein argloser Vater an einem langweiligen Samstagmorgen (als er nicht ins Büro musste)diesen Schrank.
Obwohl,soweit kam er gar nicht.
Er drehte den Schlüssel des Schrankes in der Absicht,ihn zu öffnen.
Wie von einer gespannten Feder herausgeschossen,ergoss sich der Inhalt des Schrankes auf ihn, über ihn und um ihn herum.
Der Ahnungslose sah sich völlig unvorbereitet mit einem großen Haufen Unrat,Lügen,Scherben und Geheimnissen konfrontiert,die sich lange dort angestaut
und ihm aufgelauert hatten.
Zwischen den Eltern entzündete sich ein heftiger Streit mit viel Wehgeschrei,der sich erst langsam beruhigte,als sie gemeinsam aufräumten, was aus dem Schrank geflogen war.
Es hat nichts genützt,dass der Vater fürderhin den Schrank regelmäßig kontrollierte und den Schlüssel öfters abzog.
Die Mutter hat im Keller ein neues Depot angelegt und heimlich gekaufte Stoffe, Bücher und Schmuck auf mehrere kleine Schränke verteilt.
"Du hast wohl versehentlich einen Besenschrank geöffnet" ist bei uns seither zum
geflügelten Wort gediehen,wenn jemand unverhofft eine Menge Ungemach und Altlasten auf sich zieht,die nicht mal unbedingt für ihn bestimmt waren.
So gehts mir jetzt mit Schwester Nilla.
Ahnungslos hatte ich sie aufgefordert der Stiefmutter mit etwas mehr Freundlichkeit zu begegnen,da finde ich mich mit Beleidigungen und Vorwürfen überschüttet.
Offensichtlich dem Inhalt einer ziemlich vollgestopften Besenkammer.
Sonntag, 29. November 2009


Oben:Tochter:Imbissbude in Chennai(Madras)überall diese wunderbaren Schriftzeichen
in Tamil.Wusstet ihr,dass dieses Alphabet 260 verschiedene Schriftzeichen hat?
Unten:Sohn:Herbst in Sudami/Japan.Die Naturbilder von Japan strahlen für mich immer so viel Ruhe aus.Und Disziplin,in jedem Strauch.
Die Kinder machen mich neidisch mit ihren Bildern von der anderen Seite der Welt..oder besser zwei anderen Seiten der Welt...
während ich HIER bleiben muss und einfach NICHTS mehr passt.
Ich hab dem Weihnachtsschwager eine kurze Mail geschrieben um ein stressfreies
gemeinsames Weihnachtsfest zu planen ,wenn der Sohn aus Japan kommt, und erhielt
fünf Seiten zurück,warum es dafür bereits zu spät ist und was wir die letzten
Weihnachten falsch gemacht haben.
Mit Schwester Nilla Schwierig versuchte ich einen Konsens zu finden,wie wir Weihnachten dieses Jahr gemeinsam feiern können,da unsere fast gleich alten Söhne sich sehr mögen und beide erwartungsfroh von sehr weither kommen werden.
Dabei gilt es noch gleichzeitig ,den Besuch einer einsamen nervigen Stiefmutter miteinzubauen.
An irgendwas ist sie ausgerastet und hat mich wüst beschimpft und angekündigt,mir fürderhin aus dem Weg zu gehen.
Ein leicht frustrierender Beginn der Adventszeit für Eine ,die sich vorgenommen hat,
diesmal alles ganz anders zu machen.
Sonntag, 15. November 2009
Ahnungslos hatte ich die Schwägerin zum Shoppen begleitet.
In einer teuren Boutique schlüpfte sie erst in ein enges
Schwarzes,das sehr feierlich aussah ,dann in ein Feuerrotes
und zuletzt in ein antrazitgraues ganz Schlichtes.
Jetzt kam das feierliche Schwarze nochmal dran.Mit einer
schwungvollen Bewegung hielt sie ihr Haar zu einer Hochfrisur
nach oben und tänzelte zwischen Spiegel und mir herum.
"Mach ein Foto" rief sie und warf mir ihre Kamera zu.
Als sie sich abermals in dem Feuerroten zeigte,sagte ich,um
endlich eine Entscheidung herbeizuführen: "Ich würde dieses
Kleid nehmen,es steht dir am allerbesten."
Sie sah mich ziemlich verblüfft an unds antwortete:" Hä?
Ich wollte doch kein Kleid kaufen! Darin sehen wollte ich mich!"
Ähnliches muss Schwager und Schwägerin (beide sehr groß und
wohlbeleibt) dazu getrieben haben, einen Sommer lang jedes
Wochenende bei einem anderen Autohaus in der Stadt ein todschickes
Cabrio für eine Kaffeefahrt zu uns aufs Land auszuborgen.
(Wobei mein Lieblingsauftritt eindeutig der war, als die beiden
riesigen Menschen sich aus einem pinkfarbenen winzigen Smart-Roadster
schälten und nachher wirklich kaum wieder da rein kamen..
"Über die schlimmsten dieser Spass-Testfahrer führen wir
markenübergreifende Steckbrieflisten!" klärte mich Nilla ,meine
autoverkaufende Schwester kürzlich auf.
Dieses "nur-zum-Spass-Angucken" scheint produktübergreifende Lebensartzu werden,
das fürchte ich ,seit immer mehr völlig ungeeigneteHausinteressenten
bei mir auftauchen.
Eine Kaffeefahrt aufs Land,kombiniert mit einem Waldspaziergang und der
Besichtigung eines,meines Hauses,das aus verschiedenen Gründen
von vornherein gar nicht infrage kommt.
Ja ich zweifle daran,dass diese Leute überhaupt ein Haus kaufen wollen.
In einer teuren Boutique schlüpfte sie erst in ein enges
Schwarzes,das sehr feierlich aussah ,dann in ein Feuerrotes
und zuletzt in ein antrazitgraues ganz Schlichtes.
Jetzt kam das feierliche Schwarze nochmal dran.Mit einer
schwungvollen Bewegung hielt sie ihr Haar zu einer Hochfrisur
nach oben und tänzelte zwischen Spiegel und mir herum.
"Mach ein Foto" rief sie und warf mir ihre Kamera zu.
Als sie sich abermals in dem Feuerroten zeigte,sagte ich,um
endlich eine Entscheidung herbeizuführen: "Ich würde dieses
Kleid nehmen,es steht dir am allerbesten."
Sie sah mich ziemlich verblüfft an unds antwortete:" Hä?
Ich wollte doch kein Kleid kaufen! Darin sehen wollte ich mich!"
Ähnliches muss Schwager und Schwägerin (beide sehr groß und
wohlbeleibt) dazu getrieben haben, einen Sommer lang jedes
Wochenende bei einem anderen Autohaus in der Stadt ein todschickes
Cabrio für eine Kaffeefahrt zu uns aufs Land auszuborgen.
(Wobei mein Lieblingsauftritt eindeutig der war, als die beiden
riesigen Menschen sich aus einem pinkfarbenen winzigen Smart-Roadster
schälten und nachher wirklich kaum wieder da rein kamen..
"Über die schlimmsten dieser Spass-Testfahrer führen wir
markenübergreifende Steckbrieflisten!" klärte mich Nilla ,meine
autoverkaufende Schwester kürzlich auf.
Dieses "nur-zum-Spass-Angucken" scheint produktübergreifende Lebensartzu werden,
das fürchte ich ,seit immer mehr völlig ungeeigneteHausinteressenten
bei mir auftauchen.
Eine Kaffeefahrt aufs Land,kombiniert mit einem Waldspaziergang und der
Besichtigung eines,meines Hauses,das aus verschiedenen Gründen
von vornherein gar nicht infrage kommt.
Ja ich zweifle daran,dass diese Leute überhaupt ein Haus kaufen wollen.
Donnerstag, 12. November 2009
Mittwoch, 11. November 2009
Gestern schleppte ein junger Mann ein schweres verhülltes Etwas in meine
Werkstatt.
Als er das Tuch wegnahm, kam die überdimensionale Büste einer finster dreinblickenden Alten zum Vorschein.
"Das ist meine Mutter.Ich habe für mich und meine Brüder je einen Abguss
gemacht" erklärte er keuchend
"Von Ihnen hätte ich jetzt gern einen Marmorsockel,damit sie über den Teich,
durch den Garten zu unserem Haus blicken kann"
"Wenn Sie mir helfen das zu verhindern, bekommen Sie von mir eine schöne
Belohnung" sagte seine hübsche Begleiterin,als er uns nicht hören konnte
und tippte auf ihren Geldbeutel.
"Das würde mir noch fehlen, daß die Alte aus dem Jenseits in meinen schönen
Garten glotzt!"
Die Belohnung wollte ich nicht,aber ich machte dem jungen Mann glaubhaft,
dass ein derartiges Kunstwerk möglicherweise nicht frostsicher ist und daher
besser in einem Innenraum,z.B.seinem eleganten Büro plaziert wäre.
Einsichtig trug er das gute Stück schließlich wieder hinaus und seine
Begleiterin sagte mitfühlend: "Die wird er wohl noch eine Weile
mit sich rumschleppen müssen..."
Werkstatt.
Als er das Tuch wegnahm, kam die überdimensionale Büste einer finster dreinblickenden Alten zum Vorschein.
"Das ist meine Mutter.Ich habe für mich und meine Brüder je einen Abguss
gemacht" erklärte er keuchend
"Von Ihnen hätte ich jetzt gern einen Marmorsockel,damit sie über den Teich,
durch den Garten zu unserem Haus blicken kann"
"Wenn Sie mir helfen das zu verhindern, bekommen Sie von mir eine schöne
Belohnung" sagte seine hübsche Begleiterin,als er uns nicht hören konnte
und tippte auf ihren Geldbeutel.
"Das würde mir noch fehlen, daß die Alte aus dem Jenseits in meinen schönen
Garten glotzt!"
Die Belohnung wollte ich nicht,aber ich machte dem jungen Mann glaubhaft,
dass ein derartiges Kunstwerk möglicherweise nicht frostsicher ist und daher
besser in einem Innenraum,z.B.seinem eleganten Büro plaziert wäre.
Einsichtig trug er das gute Stück schließlich wieder hinaus und seine
Begleiterin sagte mitfühlend: "Die wird er wohl noch eine Weile
mit sich rumschleppen müssen..."
Sonntag, 8. November 2009
Wende?
Gestern flitzten wir an den Bodensee um unser Schiffchen
für einen Interessenten,der extra mit dem Flugzeug von
Hamburg kommen wollte, ein wenig nett herzurichten.
Gleich bei der Ankunft verstrickten wir uns in heftige
Meinungsverschiedenheiten:
Während er davon überzeugt war,daß zuallererst der
Riss in der Persenning( das ist die Spezialplane mit der
Schiffe abgedeckt werden) genäht werden müsse, wollte
ich zuallererst die Persenning entfernen (ein fleckig-
unansehliches Ding,das sowieso ersetzt werden muss)ich
wollte das Schiff gründlich reinigen und polieren um es
dem Interessenten möglichst attraktiv zu machen.
Die Mühe des Persenning-Zusammenlegens scheute ich nicht
-er aber schon.
Irgendwann gab ich nach und stieg grummelnd die Leiter
hoch,um mit der scharfen Spezialnadel und einem Seglerfaden
den Riss zu nähen.
Wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung!
Als ich fast fertig war, rief dieser Interessent auf dem Handy
an- und sagte den Termin ab.
Seltsamerweise waren wir beide erleichtert,daß das schöne
Schiff nun doch nicht verkauft wird.
Und überhaupt,was soll das?
Scheinbar sind weder Waldhaus noch Geschäft oder Schiff derzeit
verkaufbar.
Da muss der neugekaufte Vierseithof in Österreich halt noch ein
bißchen warten, bis wir weiter restaurieren und dorthin ziehen
können....bei einem achthundert Jahre alten Gemäuer wird es
auf ein zwei Jahre nicht ankommen.
Diese Erkenntnis nimmt mir allen Stress.
Vielleicht werden wir im Frühjahr doch Kamerun Schafe hier
halten,vielleicht wird die Tochter doch zuerst nochmal hier
einziehen....
Der Banker sagt das geht,ist überhaupt kein Problem.
Wir haben beschlossen,die Dinge so laufen zu lassen wie sie
kommen und es geht mir schon viel besser mit dieser Erkenntnis!
Gestern flitzten wir an den Bodensee um unser Schiffchen
für einen Interessenten,der extra mit dem Flugzeug von
Hamburg kommen wollte, ein wenig nett herzurichten.
Gleich bei der Ankunft verstrickten wir uns in heftige
Meinungsverschiedenheiten:
Während er davon überzeugt war,daß zuallererst der
Riss in der Persenning( das ist die Spezialplane mit der
Schiffe abgedeckt werden) genäht werden müsse, wollte
ich zuallererst die Persenning entfernen (ein fleckig-
unansehliches Ding,das sowieso ersetzt werden muss)ich
wollte das Schiff gründlich reinigen und polieren um es
dem Interessenten möglichst attraktiv zu machen.
Die Mühe des Persenning-Zusammenlegens scheute ich nicht
-er aber schon.
Irgendwann gab ich nach und stieg grummelnd die Leiter
hoch,um mit der scharfen Spezialnadel und einem Seglerfaden
den Riss zu nähen.
Wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung!
Als ich fast fertig war, rief dieser Interessent auf dem Handy
an- und sagte den Termin ab.
Seltsamerweise waren wir beide erleichtert,daß das schöne
Schiff nun doch nicht verkauft wird.
Und überhaupt,was soll das?
Scheinbar sind weder Waldhaus noch Geschäft oder Schiff derzeit
verkaufbar.
Da muss der neugekaufte Vierseithof in Österreich halt noch ein
bißchen warten, bis wir weiter restaurieren und dorthin ziehen
können....bei einem achthundert Jahre alten Gemäuer wird es
auf ein zwei Jahre nicht ankommen.
Diese Erkenntnis nimmt mir allen Stress.
Vielleicht werden wir im Frühjahr doch Kamerun Schafe hier
halten,vielleicht wird die Tochter doch zuerst nochmal hier
einziehen....
Der Banker sagt das geht,ist überhaupt kein Problem.
Wir haben beschlossen,die Dinge so laufen zu lassen wie sie
kommen und es geht mir schon viel besser mit dieser Erkenntnis!
Dienstag, 3. November 2009
..die letzten wärmenden Sonnenstrahlen,wunderbare Ausritte mit
Zimtsternchen.
Heut' ist er zum allersersten Mal über einen wassergefüllten
Graben gesprungen-na ja der Graben war an dieser Stelle nur
eine Handbreit breit und das Wasser ein fadendünnes Rinnsal.
Trotzdem!
Im Waldhaus könnte ich vor Wonne grad den ganzen Tag schnurren:
wir haben nämlich die Ölheizung in Betrieb genommen und hier
ist es ÜBERALL mollig warm.
Bisher hatten wir uns aus ökoklogischen und Sparsamkeitsgründen
mit einer Holzpelletsheizung und den ganzen damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten(Pellets herumschleppen-Ofen jeden Tag
aussaugen UND entrußen) bei maximal lauwarmer Wärme selbst
gequält.
Heut morgen ertappte ich mich dabei, zu denken, wie wenig
verlockend mir das
provisorisch zwischen kalten und staubigen Kartonagen einzurichtende
Schlafgemach im Werkstattgebäude dagegen erscheint, in das wir
weichen müssen, sobald das Waldhaus verkauft ist.
Mag sein,dass ich mit diesen Gedanken mögliche Hauskäufer verscheuche.
Jedenfalls tut sich grad nix,die Zeit scheint still zu stehen,
ich versuche, das zu genießen.
Zimtsternchen.
Heut' ist er zum allersersten Mal über einen wassergefüllten
Graben gesprungen-na ja der Graben war an dieser Stelle nur
eine Handbreit breit und das Wasser ein fadendünnes Rinnsal.
Trotzdem!
Im Waldhaus könnte ich vor Wonne grad den ganzen Tag schnurren:
wir haben nämlich die Ölheizung in Betrieb genommen und hier
ist es ÜBERALL mollig warm.
Bisher hatten wir uns aus ökoklogischen und Sparsamkeitsgründen
mit einer Holzpelletsheizung und den ganzen damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten(Pellets herumschleppen-Ofen jeden Tag
aussaugen UND entrußen) bei maximal lauwarmer Wärme selbst
gequält.
Heut morgen ertappte ich mich dabei, zu denken, wie wenig
verlockend mir das
provisorisch zwischen kalten und staubigen Kartonagen einzurichtende
Schlafgemach im Werkstattgebäude dagegen erscheint, in das wir
weichen müssen, sobald das Waldhaus verkauft ist.
Mag sein,dass ich mit diesen Gedanken mögliche Hauskäufer verscheuche.
Jedenfalls tut sich grad nix,die Zeit scheint still zu stehen,
ich versuche, das zu genießen.
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