Richtig blöd an der Gastronomie(bezw. unserem Gastro-Projekt)
finde ich, dass ich immer dann frei habe,wenn andere arbeiten..
und immer dann arbeiten muss, wenn andere ein Fest machen.
So störte mich heute morgen als ich aussschlafen wollte ,das
laute Geräusch des Laubföhns auf unserem Dorfplatz (früher
gab es Besen,die waren lautlos und die Gemeindearbeiter hatten
gleich ein kleines Fitnesstraining...) und als ich später in bester
Freizeitlaune auf ein Schwätzchen bei der Schwester vorbei
schaute, musste sie ständig an ihr Geschäfts- Telefon und
bereitete nebenbei ein Essen für ihre Familie zu.
Ich musste aufpassen,dass ich ihr nicht im Weg rumstand
und kam mir ein bisschen störend vor.
Zu Geburtstagen oder Grillfesten, die samstags stattfinden, werde
ich schon gar nicht mehr eingeladen und ich bin richtig froh,
dass es ein paar wenige Freunde gibt,die uns so gerne dabei
haben wollen, dass sie Treffen und Feste auf Montagabend oder
Dienstagabend legen, denn da kann ich immer.
Montag, 23. April 2018
Donnerstag, 19. April 2018
Sonntagmorgens sitzt eine wohlbeleibte ältere Dame allein im
Biergarten
Ihre teuren Klamotten zeugen von Geschmack und Wohlstand.
Sie blickt schmachtend in Richtung Gastraum,da wo sich unsere
kleine Kunstausstellung befindet.
Sie winkt mich her."Eine sehr beeindruckende Ausstellung"säuselt
sie.(das ist gelogen, die Bilder sind diesmal unterdurchschnittlich)
"sagen Sie mal, wie rekrutieren sie denn Ihre Künstlerinnen?"
...natürlich weiss ich längst Bescheid aber ich quäle sie ein bißchen
und frage scheinheilig: "Warum fragen Sie? Kennen Sie vielleicht
jemanden,der bei uns ausstellen möchte"
"Ja! " ruft sie begeistert,dass das Gespräch in die richtige Richtung
kommt "JA! MICH!"
"Wissen Sie,ich male sehr gut ...und auch sehr viel...das ganze Haus ist
voll..ich habe keinen Platz mehr,ich muss die Bilder dringend ausstellen"
Jetzt bin ich froh,sie an meine "Kuratorinnen "verweisen zu können.
Die werden sie vertrösten.
Es gibt eine lange Warteliste.
Und ich habe mir den Namen geben lassen und die Künstlerin ge-
googelt.Die Bilder sind so langweilig wie vermutet.
seufz! so viele Bilder,so viele Künstlerinnen,die unbedingt ausstellen
und am Besten auch noch ihre Bilder verkaufen würden..
Anstrengend sind diese Damen...allerdings habe ich einen ganz guten
Weg gefunden,sie zu meinen Gästen und guten Kundinnen zu machen
denn sie sind alle wohlhabend
Biergarten
Ihre teuren Klamotten zeugen von Geschmack und Wohlstand.
Sie blickt schmachtend in Richtung Gastraum,da wo sich unsere
kleine Kunstausstellung befindet.
Sie winkt mich her."Eine sehr beeindruckende Ausstellung"säuselt
sie.(das ist gelogen, die Bilder sind diesmal unterdurchschnittlich)
"sagen Sie mal, wie rekrutieren sie denn Ihre Künstlerinnen?"
...natürlich weiss ich längst Bescheid aber ich quäle sie ein bißchen
und frage scheinheilig: "Warum fragen Sie? Kennen Sie vielleicht
jemanden,der bei uns ausstellen möchte"
"Ja! " ruft sie begeistert,dass das Gespräch in die richtige Richtung
kommt "JA! MICH!"
"Wissen Sie,ich male sehr gut ...und auch sehr viel...das ganze Haus ist
voll..ich habe keinen Platz mehr,ich muss die Bilder dringend ausstellen"
Jetzt bin ich froh,sie an meine "Kuratorinnen "verweisen zu können.
Die werden sie vertrösten.
Es gibt eine lange Warteliste.
Und ich habe mir den Namen geben lassen und die Künstlerin ge-
googelt.Die Bilder sind so langweilig wie vermutet.
seufz! so viele Bilder,so viele Künstlerinnen,die unbedingt ausstellen
und am Besten auch noch ihre Bilder verkaufen würden..
Anstrengend sind diese Damen...allerdings habe ich einen ganz guten
Weg gefunden,sie zu meinen Gästen und guten Kundinnen zu machen
denn sie sind alle wohlhabend
Dienstag, 17. April 2018
Wann immer ich die Zeit finde, male ich ein kleines oder grösseres
Bild.
Ich habe ein großes Büro/Atelier mit einem riesigen bunt
bemalten Zeichentisch, Farben Leinwände,Kartons und Bastel-
zeugs liegen immer bereit.
Was für eine Freude!
Ich zeichne Cartoons aus Spass um kuriose Situationen zu
Papier zu bringen-oder meine Träume.
..oder einen Flyer für mein Gasthaus oder die Speisekarte.
Eigentlich ist mein "Malfeld" unbegrenzt.
Aus alter Tradition stellen wildgewordene Hausfrauen, die sich
als verkannte Malerinnen sehen, immer wechselnd bei uns im
Gasthaus aus.
Diese Damen sind sehr speziell.
Alle haben wohlverdienende Ehemänner,die ihnen diesen Spass
finanzieren.
Im reifen Alter lechzen sie nach Anerkennung und Bewunderung.
Ich sehe sie als Gästinnen,an denen ich gut verdienen kann.
Allerdings ist die Hierachie und der Neid unter den malenden Damen
manchmal schon eine Prüfung für mich.
...dann gehe ich in mein kleines Atelier und zeichne einen boshaft-
treffenden Cartoon und ich habe das für mich wieder umgedeutet.
Wenn ich mich richtig aufrege,dann denke ich für mich . das gibt guten
Stoff für einen neuen Cartoon...
Siehe oben ,das war eine Schreckschraube bei der Vernissage ihrer
eigenen Gemälde.. sie hat eine lange furzlangweilige Rede über
die "richtigen Malerinnen"(zu denen sie selbst sich zugehörig fühlt)
und die Dilettantinnen die mit der inflationären Masse ihrer Kunst
den Markt verderben,gehalten.
Ihr eigener Ehemann,der das alles finanziert , residiert im schönen
gemeinsamen Haus überigens in einer Art Besenkammer, weil
Madame die Räumlichkeiten für Ihre Malerei und ihre Bilder
braucht(die das Kaufhausniveau nicht überschreiten)
Bild.
Ich habe ein großes Büro/Atelier mit einem riesigen bunt
bemalten Zeichentisch, Farben Leinwände,Kartons und Bastel-
zeugs liegen immer bereit.
Was für eine Freude!
Ich zeichne Cartoons aus Spass um kuriose Situationen zu
Papier zu bringen-oder meine Träume.
..oder einen Flyer für mein Gasthaus oder die Speisekarte.
Eigentlich ist mein "Malfeld" unbegrenzt.
Aus alter Tradition stellen wildgewordene Hausfrauen, die sich
als verkannte Malerinnen sehen, immer wechselnd bei uns im
Gasthaus aus.
Diese Damen sind sehr speziell.
Alle haben wohlverdienende Ehemänner,die ihnen diesen Spass
finanzieren.
Im reifen Alter lechzen sie nach Anerkennung und Bewunderung.
Ich sehe sie als Gästinnen,an denen ich gut verdienen kann.
Allerdings ist die Hierachie und der Neid unter den malenden Damen
manchmal schon eine Prüfung für mich.
...dann gehe ich in mein kleines Atelier und zeichne einen boshaft-
treffenden Cartoon und ich habe das für mich wieder umgedeutet.
Wenn ich mich richtig aufrege,dann denke ich für mich . das gibt guten
Stoff für einen neuen Cartoon...
Siehe oben ,das war eine Schreckschraube bei der Vernissage ihrer
eigenen Gemälde.. sie hat eine lange furzlangweilige Rede über
die "richtigen Malerinnen"(zu denen sie selbst sich zugehörig fühlt)
und die Dilettantinnen die mit der inflationären Masse ihrer Kunst
den Markt verderben,gehalten.
Ihr eigener Ehemann,der das alles finanziert , residiert im schönen
gemeinsamen Haus überigens in einer Art Besenkammer, weil
Madame die Räumlichkeiten für Ihre Malerei und ihre Bilder
braucht(die das Kaufhausniveau nicht überschreiten)
Mittwoch, 11. April 2018
Heute Nachtt konnte ich meinen Flickr-Account wieder öffnen.
Zum ersten Mal seit Jahren.
Grosse Freude!!!
Ich brauche das manchmal , um mir darüber klar zu werden,dass die letzten
Jahre (mit dem Abenteuerer,als die Kinder noch zuhause wohnten, als ich
noch Steinmetzin war ,als ich noch im Wald wohnte....)
.....dass dieses Leben ein ganz anderes aber auch sehr schönes buntes
und erfülltes Leben war.
In meinem neuen Leben hat jetzt der Frühling zugeschlagen,mit aller
Wucht.
Alles was Beine hat oder Räder kommt nach draussen, in unser kleines
Gasthaus mitten in den Obstbaumwiesen.
Enttäuschte Gäste,die keinen Platz mehr auf unserer Terrassse finden,
führen sich auf wie kleine Kinder.
Schimpfen ,mit dem Fuss aufstampfen(echt!) ...gehts noch?
Unser Konto, während des Winterurlaubes in ein tiefes Soll gefallen ,
erholt sich ganz langsam wieder.
Noch ein paar so Sonnen -Wochenenden und ich kann sogar wieder
anfangen, etwas zur Seite zu legen.
Die Arbeit macht mir grossen Spass.Hätte nie gedacht,dass Gastronomie
"was für mich ist" und bin jetzt doch so glücklich.
Das Beste ist, dass ich die Wirtin bin und den Laden nach meinen Vor-
stellungen und Wünschen gestalten kann.
Immer wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin, sag ich mir
selbst, dass ich es selbstHand habe,diese Situation zu ändern.
Ich bin dankbar,diese Erfahrung im "reifen Alter " noch machen zu dürfen.
Nicht nur beruflich,auch privat.
Mit meinem neuen Schatz erfahre ich zum ersten Mal ,wie gut eine
Partnerschaft auch sein kann.
Wenn Menschen sich lieben, sich achten, aufeinander eingehen,
sich gegenseitig unterstützen kann das wunderbar sein und jeden dazu
befähigen,ein nie erahntes Potential zu erfahren.Manchmal habe ich Power
ohne Ende,ein richtiger Glücksrausch ist das..
Zum ersten Mal seit Jahren.
Grosse Freude!!!
Ich brauche das manchmal , um mir darüber klar zu werden,dass die letzten
Jahre (mit dem Abenteuerer,als die Kinder noch zuhause wohnten, als ich
noch Steinmetzin war ,als ich noch im Wald wohnte....)
.....dass dieses Leben ein ganz anderes aber auch sehr schönes buntes
und erfülltes Leben war.
In meinem neuen Leben hat jetzt der Frühling zugeschlagen,mit aller
Wucht.
Alles was Beine hat oder Räder kommt nach draussen, in unser kleines
Gasthaus mitten in den Obstbaumwiesen.
Enttäuschte Gäste,die keinen Platz mehr auf unserer Terrassse finden,
führen sich auf wie kleine Kinder.
Schimpfen ,mit dem Fuss aufstampfen(echt!) ...gehts noch?
Unser Konto, während des Winterurlaubes in ein tiefes Soll gefallen ,
erholt sich ganz langsam wieder.
Noch ein paar so Sonnen -Wochenenden und ich kann sogar wieder
anfangen, etwas zur Seite zu legen.
Die Arbeit macht mir grossen Spass.Hätte nie gedacht,dass Gastronomie
"was für mich ist" und bin jetzt doch so glücklich.
Das Beste ist, dass ich die Wirtin bin und den Laden nach meinen Vor-
stellungen und Wünschen gestalten kann.
Immer wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin, sag ich mir
selbst, dass ich es selbstHand habe,diese Situation zu ändern.
Ich bin dankbar,diese Erfahrung im "reifen Alter " noch machen zu dürfen.
Nicht nur beruflich,auch privat.
Mit meinem neuen Schatz erfahre ich zum ersten Mal ,wie gut eine
Partnerschaft auch sein kann.
Wenn Menschen sich lieben, sich achten, aufeinander eingehen,
sich gegenseitig unterstützen kann das wunderbar sein und jeden dazu
befähigen,ein nie erahntes Potential zu erfahren.Manchmal habe ich Power
ohne Ende,ein richtiger Glücksrausch ist das..
Dienstag, 10. Mai 2016
Vor vielen Jahren hatte ich einen Crepesstand in der Fussgängerzone
einer Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb.
Den Teigbekam ich in grossen Alu-Milchkannen geliefert von einer
kleinen uralten Bäckerei um die Ecke.
Es war eine altmodische Bäckerei mit grossen geschwungenen
Glasvitrinen ,die heute unbezahlbar sind.
Direkt angegliedert war ein kleines dunkles Cafe mit schweren
Plüschsesseln und verzierten Holztischchen vollgestopft mit Nippes.
Es saßen immer einige Damen mit ulkigen Kopfbedeckungen und
edlen Kostümen an den Tischen und vereinzelt auch mal der eine
oder andere Herr mit Anzug und Kravatte.
Die Chefin des Ganzen war die Bäckerin.
Eine ältere Dame (Mitte fünfzig,so alt wie ich jetzt...!!) voluminös
und würdevoll im dunklen Tupfenkleid über das sie eine tadellos
weisse Spitzenschürze zum Servieren trug.
Das Cafe und den Laden schmiss sie alleine, in der Backstube
arbeitete ihr Mann,der Bäckermeister mit einem Gesellen.
Es funktionierte einige Jahre sehr gut.
Ich bestellte den Teig und holte ihn in der Bäckerei ab,manchmal
war da Zeit für ein kurzes Schwätzchen.
Die Grande Dame hatte immer wieder einen Tipp oder eine Auf-
munterung für mich blutige Anfängerin parat und ich machte Augen
und Ohren auf um möglichst viel zu lernen.
Einmal sah sie traurig aus und sagte: "Wir geben die Bäckerei
und das Cafe auf.
Das Gebäude soll abgerissen werden.Und vielleicht ist es auch
besser für uns,meinen Mann und mich,wenn wir eine geregelte
Anstellung annehmen, mit Achtstunden-Tag und Urlaub und
sowas,auf unsere alten Tage..."
Dann war die Bäckerei zu und ich sah sie ein halbes Jahr später
zufällig wieder ,als Verkäuferin in der Dessous-Abteilung
eines Kaufhauses.
Ich hab sie nicht gleich erkannt,aber sie mich.
Sie stürtze sich fast auf mich und unter Tränen sprach sie vom
grössten Fehler ihres Lebens.
Das Angestelltendasein gefiel ihr überhaupt nicht.
Es war bereits der zweite Job im Kaufhaus und sie hatte überhaupt
nur einen bekommen, weil der Käufer des Bäckerei-Gebäudes
das mit dem Chef des Kaufhauses ausgehandelt hatte.
Die jüngeren Verkäuferinnen mobbten sie und der Chef hatte ihr
zu einer Diät und einem Schmink-Kurs geraten.
Ihrem Ehemann erging es ähnlich :er kam ebenfalls nicht mit den
jungen Kollegen zurecht und hätte gerne auf etwas mehr Freizeit
gepfiffen,wenn er nur seine Backstube dafür wieder hätte zurück
bekommen können.
"Wir waren unser Leben lang die Chefs in unserem eigenen Laden..
und wir waren einfach wer...das hätten wir nicht aufgeben sollen.."
ich hab damals irgendwas bei ihr gekauft in der Dessousabteilung
und bin schnell wieder verschwunden.
Besonders tragisch fand ich ,dass das alte Bäckereigebäude noch
ACHT Jahre dort stand,bevor es tatsächlich abgeerissen wurde,
das hätte den beiden noch bis zur Rente naus'gereicht,wenn sie
sich nicht hätten vertreiben lassen...
Als mir diese Geschichte kürzlich wieder in den Sinn kam kündigte
ich bei meinem lieben Schwager und stürze mich seither voll in mein
neues Projekt: mein kleines Gasthaus,das ich mit meinem neuen
Liebling,der Koch ist, mit Feuereifer betreibe.
Denn ,wer wie ich fast ein Leben lang sein eigener Chef war,der taugt
nicht mehr für ein Angestelltendasein...
einer Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb.
Den Teigbekam ich in grossen Alu-Milchkannen geliefert von einer
kleinen uralten Bäckerei um die Ecke.
Es war eine altmodische Bäckerei mit grossen geschwungenen
Glasvitrinen ,die heute unbezahlbar sind.
Direkt angegliedert war ein kleines dunkles Cafe mit schweren
Plüschsesseln und verzierten Holztischchen vollgestopft mit Nippes.
Es saßen immer einige Damen mit ulkigen Kopfbedeckungen und
edlen Kostümen an den Tischen und vereinzelt auch mal der eine
oder andere Herr mit Anzug und Kravatte.
Die Chefin des Ganzen war die Bäckerin.
Eine ältere Dame (Mitte fünfzig,so alt wie ich jetzt...!!) voluminös
und würdevoll im dunklen Tupfenkleid über das sie eine tadellos
weisse Spitzenschürze zum Servieren trug.
Das Cafe und den Laden schmiss sie alleine, in der Backstube
arbeitete ihr Mann,der Bäckermeister mit einem Gesellen.
Es funktionierte einige Jahre sehr gut.
Ich bestellte den Teig und holte ihn in der Bäckerei ab,manchmal
war da Zeit für ein kurzes Schwätzchen.
Die Grande Dame hatte immer wieder einen Tipp oder eine Auf-
munterung für mich blutige Anfängerin parat und ich machte Augen
und Ohren auf um möglichst viel zu lernen.
Einmal sah sie traurig aus und sagte: "Wir geben die Bäckerei
und das Cafe auf.
Das Gebäude soll abgerissen werden.Und vielleicht ist es auch
besser für uns,meinen Mann und mich,wenn wir eine geregelte
Anstellung annehmen, mit Achtstunden-Tag und Urlaub und
sowas,auf unsere alten Tage..."
Dann war die Bäckerei zu und ich sah sie ein halbes Jahr später
zufällig wieder ,als Verkäuferin in der Dessous-Abteilung
eines Kaufhauses.
Ich hab sie nicht gleich erkannt,aber sie mich.
Sie stürtze sich fast auf mich und unter Tränen sprach sie vom
grössten Fehler ihres Lebens.
Das Angestelltendasein gefiel ihr überhaupt nicht.
Es war bereits der zweite Job im Kaufhaus und sie hatte überhaupt
nur einen bekommen, weil der Käufer des Bäckerei-Gebäudes
das mit dem Chef des Kaufhauses ausgehandelt hatte.
Die jüngeren Verkäuferinnen mobbten sie und der Chef hatte ihr
zu einer Diät und einem Schmink-Kurs geraten.
Ihrem Ehemann erging es ähnlich :er kam ebenfalls nicht mit den
jungen Kollegen zurecht und hätte gerne auf etwas mehr Freizeit
gepfiffen,wenn er nur seine Backstube dafür wieder hätte zurück
bekommen können.
"Wir waren unser Leben lang die Chefs in unserem eigenen Laden..
und wir waren einfach wer...das hätten wir nicht aufgeben sollen.."
ich hab damals irgendwas bei ihr gekauft in der Dessousabteilung
und bin schnell wieder verschwunden.
Besonders tragisch fand ich ,dass das alte Bäckereigebäude noch
ACHT Jahre dort stand,bevor es tatsächlich abgeerissen wurde,
das hätte den beiden noch bis zur Rente naus'gereicht,wenn sie
sich nicht hätten vertreiben lassen...
Als mir diese Geschichte kürzlich wieder in den Sinn kam kündigte
ich bei meinem lieben Schwager und stürze mich seither voll in mein
neues Projekt: mein kleines Gasthaus,das ich mit meinem neuen
Liebling,der Koch ist, mit Feuereifer betreibe.
Denn ,wer wie ich fast ein Leben lang sein eigener Chef war,der taugt
nicht mehr für ein Angestelltendasein...
Donnerstag, 24. März 2016
mein schwager ist der beste!
gestern hat er mir klar gemacht dass autofahren nicht zu meinen besonderen begabungen gehört und dass ich zukünftig nicht mehr mit seinem kleinen lieferwagen ware ausfahren werde.
und heute teilte er mir mit ,dass auch meine verkäuferinnentätigkeit im betriebseigenen laden nicht gerade berauschend sei."du bist irgendwie verträumt.die anderen frauen stehen nicht wie du im laden rum sondern packen nebenbei die regale voll und richten auch noch einen auftrag"
verloren in meinen träumen?in meiner kleinen welt und nach meiner eigenen
einschätzung hab ich das alles ganz prima gemacht-war emsig und freundlich mit den kunden, hab hilfsbereit ware zum auto getragen und sie in fachlichen dingen gut beraten. trotzdem scheinbar nicht genug ...insofern war dieses gespräch schon eine unangenehme überraschung.
jetzt soll ich in die abpackerei ,da kann man wirklich nichts falsch machen...
und warum mein schwager der beste ist?
weil er sowas auf eine ehrliche direkte und freundliche art auf den punkt brungt,ohne dabei verletzend oder gemein zu werden.
ich muss jetzt damit klar kommen ,dass man den mir entgegengebrachten vertrauens-vorschuss beim arbeiten wieder zurückgenommen hat.und ich frag mich ob es mich trifft ,als mittelmässige verkäuferin und autofahrerin erkannt worden zu sein???
ich taumle verträumt und gedankenverloren zwischen den regalen ...
Abonnieren
Posts (Atom)

